• Klinik

Osteoporose

Abstract

Bei der Osteoporose kommt es durch einen Mangel an Knochenmasse zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Knochenbrüchen, was wiederum zu einer wesentlich erhöhten Morbidität und Mortalität im Alter beiträgt. Bei Frauen gehört zu den prädisponierenden Faktoren eine Verstärkung des physiologischen, altersbedingten Knochenschwunds durch den veränderten Hormonhaushalt nach der letzten Regelblutung. Weiterhin wird der Knochenmangel durch fehlende Belastung (z.B. Bettlägerigkeit oder träges Verhalten) oder die chronische Einnahme von Glucocorticoiden begünstigt oder verursacht.

Diagnostisch kommt eine Knochendichtemessung zum Einsatz, während pathologische Frakturen durch die übliche radiologische Bildgebung (Röntgen, Computertomographie) festgestellt werden. Als Prophylaxe kann die Einnahme von Calcium und Vitamin D helfen, wobei vermehrte körperliche Bewegung dem Aufbau von Knochenmasse dient. Zur Therapie der manifesten Osteoporose sind Bisphosphonate Mittel der Wahl, die durch Hemmung der Knochensubstanz-abbauenden Zellen (Osteoklasten) die Rate an Frakturen signifikant mindern.

Definition

Von der Osteoporose ist die Osteomalazie abzugrenzen, die durch eine verminderte Mineralisation der Knochen gekennzeichnet ist.

Epidemiologie

  • Geschlecht: >

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Die Cushing-Schwelle bei einer Dauertherapie mit Glucocorticoiden beträgt 7,5 mg Prednisolonäquivalent/Tag!

Pathophysiologie

Symptome/Klinik

  • Frühsymptom: Diffuse Rückenschmerzen
  • Später: Kyphosierung der BWS mit Rundrückenbildung (Gibbus) und Minderung der Körpergröße
  • Pathologische Frakturen
    • Lokalisation
      • Senile Osteoporose → Frakturen von Oberschenkelhals, subkapitalem Humerus und distalem Radius (trabekuläre und kortikale Schädigung)
      • Postmenopausale Osteoporose → Wirbelkörpereinbrüche (vor allem trabekuläre Schädigung)

Diagnostik

Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Zeitpunkt der Menopause, Bewegung, Medikamentenanamnese (z.B. Glucocorticoide)
  • Verlust der Körperhöhe → Regelmäßiges Messen
  • Tannenbaumphänomen: Charakteristische Hautfalten des Rückens, die durch die Abnahme der Körperhöhe entstehen

Laboruntersuchungen [1]

Apparative Diagnostik

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

Osteoporose- und Frakturprophylaxe

  • Körperliche Aktivität: Mobilisation, Krankengymnastik, Muskelstärkung
  • Ernährung
  • Sturzgefahr reduzieren
    • Absetzen sedierender Medikamente
    • Einsatz apparativer Hilfen (Gehhilfe, Rollator, etc.)
  • Supportive Maßnahmen

Ohne körperliche Bewegung ist die Einnahme von Calcium und Vitamin D3 nutzlos!

Medikamentöse Therapie

Bisphosphonate sollten morgens und mindestens 30 Minuten vor dem Essen (Verhindern der Komplexbildung mit Calcium) mit reichlich Leitungswasser in aufrechter Körperhaltung (Verhindern von Ösophagitis) eingenommen werden!

Nach osteoporosetypischen Frakturen soll bei älteren Patienten i.d.R. eine spezifische Osteoporosetherapie eingeleitet werden. (DGIM - Klug entscheiden in der Endokrinologie)

Patienteninformationen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

M80.-: Osteoporose mit pathologischer Fraktur

  • Inklusive: Osteoporotische Wirbelkörperkompression und Keilwirbel
  • Exklusive: Keilwirbel o.n.A. (M48.5‑), Pathologische Fraktur o.n.A., (M84.4‑) Wirbelkörperkompression o.n.A. (M48.5‑)
  • M80.0-: Postmenopausale Osteoporose mit pathologischer Fraktur [0–9]
  • M80.1-: Osteoporose mit pathologischer Fraktur nach Ovarektomie [0–9]
  • M80.2-: Inaktivitätsosteoporose mit pathologischer Fraktur [0–9]
  • M80.3-: Osteoporose mit pathologischer Fraktur infolge Malabsorption nach chirurgischem Eingriff [0–9]
  • M80.4-: Arzneimittelinduzierte Osteoporose mit pathologischer Fraktur [0–9]
  • M80.5-: Idiopathische Osteoporose mit pathologischer Fraktur [0–9]
  • M80.8-: Sonstige Osteoporose mit pathologischer Fraktur [0–9]
  • M80.9-: Nicht näher bezeichnete Osteoporose mit pathologischer Fraktur [0–9]

M81.-: Osteoporose ohne pathologische Fraktur

  • Exklusive: Osteoporose mit pathologischer Fraktur (M80.‑)
  • M81.0-: Postmenopausale Osteoporose [0–9]
  • M81.1-: Osteoporose nach Ovarektomie [0–9]
  • M81.2-: Inaktivitätsosteoporose [0–9]
    • Exklusive: Sudeck-Knochenatrophie (M89.0‑)
  • M81.3-: Osteoporose infolge Malabsorption nach chirurgischem Eingriff [0–9]
  • M81.4-: Arzneimittelinduzierte Osteoporose [0–9]
  • M81.5-: Idiopathische Osteoporose [0–9]
    • Idiopathische juvenile Osteoporose
  • M81.6-: Lokalisierte Osteoporose [Lequesne] [0,5–7,9]
    • Transitorische Osteoporose
    • Exklusive: Sudeck-Knochenatrophie (M89.0‑)
  • M81.8-: Sonstige Osteoporose [0–9]
    • Senile Osteoporose
  • M81.9-: Osteoporose, nicht näher bezeichnet [0–9]

M82.-:* Osteoporose bei anderenorts klassifizierten Krankheiten

  • M82.0-:* Osteoporose bei Plasmozytom (C90.0-†) [0–9]
  • M82.1-:* Osteoporose bei endokrinen Störungen (E00–E34†) [0–9]
  • M82.8-:* Osteoporose bei sonstigen anderenorts klassifizierten Krankheiten [0–9]

Lokalisation der Muskel-Skelett-Beteiligung

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.