• Klinik

Vitamin-B12-Mangel (Cobalamin-Mangel)

Abstract

In dieser Lernkarte werden zwei Krankheitsbilder abgehandelt, die auf einen Mangel an Vitamin B12 zurückzuführen sind: Die megaloblastäre Anämie und die funikuläre Myelose. Bei Ersterer entstehen grob gesagt zu wenig und dafür reaktiv vergrößerte Erythrozyten. Denn das Vitamin B12 dient der Regeneration der für die Zellteilung essentiellen Folsäure. Die megaloblastäre Anämie geht einher mit typischer Anämiesymptomatik und gegebenenfalls einem diskreten Ikterus. Das Blutbild zeigt eine makrozytäre, hyperchrome Anämie. Bei der funikulären Myelose handelt es sich um eine neurodegenerative Erkrankung. Es kommt zur Demyelinisierung bestimmter Nervenzellen, anfangs insbesondere der Hinterstränge und der Pyramidenbahnseitenstränge im zervikalen und thorakalen Rückenmark. Dabei ist die Erkrankung klinisch vor allem zunächst durch distal symmetrische, sensible Ausfälle und spinale Ataxie gekennzeichnet. Im Verlauf können aber auch das optische System, PNS und ZNS betroffen sein. Die Ursache des Vitamin-B12-Mangels kann in mangelnder Zufuhr, mangelnder Aufnahme oder relativem Mangel bei erhöhtem Bedarf begründet sein. Wird der Mangel nicht durch Substitution beseitigt, aggraviert/besteht die Anämie fort und es kommt zu partieller Querschnittlähmung und Demenz.

Ätiologie

Gründe für Mangel an Vitamin B12 (= Cobalamin oder auch Extrinsic Factor)

Pathophysiologie

Funikuläre Myelose

Vitamin-B12-Mangel führt zu einer Demyelinisierung zunächst in den Hintersträngen und den Pyramidenseitensträngen (vor allem im Bereich der HWS und BWS) sowie im Optikusnerv, später im peripheren und zentralen Nervensystem.

Megaloblastäre Anämie

Vitamin B12 (=Cobalamin oder auch Extrinsic Factor) ist für die Regeneration von Folsäure und für die Zellteilung essentiell. Bei einem Mangel kommt es zu einer beeinträchtigten Zellteilung, wovon alle Zellreihen betroffen sein können (Panzytopenie). Die unzureichende Zellteilung geht mit kompensatorisch vergrößerten Erythrozyten mit erhöhtem Hämoglobingehalt einher, der Gesamthämoglobingehalt des Blutes bleibt dabei jedoch reduziert (=makrozytäre hyperchrome Anämie).

Symptome/Klinik

Funikuläre Myelose

  • Sensibel: Distal symmetrische, aufsteigende Hypästhesien (Ausfallmuster kann querschnitt- oder polyneuropathieähnlich sein), Parästhesien, Pallhypästhesie, Schmerzen der unteren Extremität, Gangunsicherheit (spinale Ataxie, Romberg-Stehversuch positiv), Visusverschlechterung
  • Motorisch: Spastische Paraparese
  • Vegetativ: Impotenz und Blasenstörung
  • Psychopathologische Veränderungen: Z.B. depressive oder paranoide Symptomatik

Megaloblastäre Anämie

Weitere Befunde

Diagnostik

Differentialdiagnosen

Funikuläre Myelose

Megaloblastäre Anämie

Folsäuremangel

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

Symptomatische Therapie

  • Parenterale Vitamin-B12-Substitution

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.