• Klinik

Spastisches Syndrom (Spastik)

Abstract

Das spastische Syndrom ist Folge einer Läsion deszendierender motorischer Bahnen. Erkrankungen, die häufig mit der Folge von Spastiken einhergehen, sind die Multiple Sklerose, hypoxische, ischämische oder hämorrhagische Hirnschädigungen sowie Läsionen des Rückenmarks.

Definition

Eine Spastik zeigt sich in einem gesteigerten, geschwindigkeitsabhängigen Dehnungswiderstand der Skelettmuskulatur (AWMF-Leitlinie 2012).

Ätiologie

Läsion des 1. Motoneurons durch:

Pathophysiologie

Fällt das 1. Motoneuron aus, kommt es zu einer Lähmung. Kommt es gleichzeitig zu einer Läsion der zuständigen extra-pyramidalen Bahnen, fallen auch die hemmenden Einflüsse weg, die sonst von diesem System ausgehen, um eine überschießende Bewegung zu verhindern. So kommt es neben der Lähmung zusätzlich zu einer Tonuserhöhung der Muskulatur.

Diagnostik

Körperliche Untersuchung

  • Durchbewegung einzelner Gelenke, Beugung und Streckung verschiedener Muskeln mit alternierender Geschwindigkeit → Es zeigt sich, dass der spastische Hypertonus mit zunehmender Geschwindigkeit der Bewegung ebenfalls zunimmt (im Gegensatz zum geschwindigkeitsunabhängigen Rigor!)
  • Taschenmesser-Phänomen: Initialer Widerstand aufgrund des erhöhten, muskulären Tonus, gefolgt von plötzlichem Nachlassen des Widerstandes

Therapie

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • G95.-: Sonstige Krankheiten des Rückenmarkes
    • Exklusive: Myelitis (G04.‑)
    • G95.8-: Sonstige näher bezeichnete Krankheiten des Rückenmarkes

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.