• Klinik

Nierenersatzverfahren (Dialyse)

Abstract

Wenn die Nieren ihrer Funktion nicht mehr ausreichend nachkommen und sich daraus bedrohliche Entgleisungen ergeben, sollte die Indikation zur Durchführung eines Nierenersatzverfahrens gestellt werden. Dies kann auch im Falle einer Vergiftung (mit dialysierbaren Substanzen) ein erfolgreicher Behandlungsansatz sein.

Verschiedene Verfahren stehen hierbei zur Verfügung. Zum einen gelingt die Reinigung des Blutes über die Diffusion an einer semipermeablen Membran (Hämodialyse, Peritonealdialyse). Hierfür wird eine Dialysierflüssigkeit auf der einen Seite der Membran und das Blut auf der anderen Seite zusammengebracht. Die Hämofiltration verfolgt einen anderen Ansatz: Ähnlich wie in den Glomeruli der Nieren wird ein Ultrafiltrat gebildet. Da jedoch kein künstliches Tubulussystem zur Verfügung steht, das eine adäquate Rückresorption bewirken könnte, wird eine definierte Elektrolytlösung zum Ausgleich des entnommenen Filtrats substituiert. Bei terminaler Niereninsuffizienz ist die Nierentransplantation einer Dialysetherapie hinsichtlich Mortalität und Lebensqualität überlegen.

Indikation

Indikationen zur Einleitung einer Dialysetherapie
Akutdialyse Dauerdialysetherapie

Bei chronischer Niereninsuffizienz ohne urämische Symptome sollte eine Dialyse erst bei stark eingeschränkter GFR durchgeführt werden!

Indikationen zur Dialyse: A-E-I-O-U (alle Vokale) → Azidose, Elektrolytentgleisung (Kalium), Intoxikationszeichen, Overload (Überwässerung), Urämie

Vorbereitung

Dialyse-Katheter (z.B. Shaldon-Katheter)

Shunt

Peritonealdialyse

Nierentransplantation

Ablauf/Durchführung

Hämodialyse

  • Kurzbeschreibung: Extrakorporales Dialyseverfahren, das dem Entzug harnpflichtiger Substanzen dient und die Diffusion v.a. niedermolekularer Stoffe an einer semipermeablen Membran zur "Entgiftung" nutzt. Im Gegensatz zur Hämofiltration werden zu eliminierende Substanzen nicht durch gefiltertes Wasser mitentzogen, sondern bewegen sich entlang eines Konzentrationsgradienten (der durch eine Dialyseflüssigkeit aufgebaut wird) aus dem Körper heraus.
  • Vorrangiges Ziel: Elimination v.a. niedermolekularer Stoffe
  • Prinzip: Konzentrationsgefälle über eine semipermeable Membran bewirkt Stoffaustausch durch Diffusion/Osmose
  • Anwendung: Vor allem bei dialysepflichtigen, chronisch niereninsuffizienten Patienten → Aufbereitung des Dialysats je nach Bedürfnis der Patienten

Hämofiltration

  • Kurzbeschreibung: Extrakorporales Dialyseverfahren, bei dem harnpflichtige Substanzen durch gefiltertes Wasser dem Körper "mitentzogen" werden (ohne Dialyseflüssigkeit). Dabei werden dem Körper große Mengen an Plasmavolumen entnommen, die durch entsprechende Volumensubstitution ersetzt werden müssen.
  • Vorrangiges Ziel: Elimination v.a. mittelmolekularer Stoffe
  • Prinzip: "Imitation eines Glomerulus"
    • Konvektion: Mitführung der Partikel mittels Strömung durch Anlage einer Druckdifferenz an einer Filtermembran → Bildung eines Ultrafiltrats
    • Ersatz der entfernten Flüssigkeit durch Elektrolytlösung
    • Druckdifferenz durch Nutzung des physiologischen (arterio-venösen) Gefälles oder durch Anlage einer maschinellen Pumpe
  • Anwendung: Vor allem als Akut-Entgiftung oder Akutdialyse anwendbar (z.B. bei akutem Nierenversagen)

Hämodiafiltration

  • Kurzbeschreibung: Kombination von Hämodialyse und Hämofiltration verbindet die Vorteile aus den beiden Verfahren
  • Anwendung: Vor allem bei chronisch niereninsuffizienten Patienten, bei denen eine Hämodialyse nicht ausreichend ist

Peritonealdialyse

  • Kurzbeschreibung: Intrakorporales Dialyseverfahren, das dem Entzug harnpflichtiger Substanzen dient und das Peritoneum als semipermeable Membran zur Eliminierung v.a. niedermolekularer Stoffe nutzt.
  • Durchführung/Prinzip
    • Ähnlich der Hämodialyse, aber intrakorporal
    • Spülung des Peritonealraums über Katheter , wobei das Peritoneum als semipermeable Membran fungiert
    • Mechanisch unterstützt oder manuell durchführbar
  • Anwendung: Häusliche Selbstversorgung und Durchführung durch den Patienten möglich!
    • Nächtliche intermittierende Peritonealdialyse: Vorteil der Unabhängigkeit von Dialysezentren (z.B. für berufstätige Patienten) Tagsüber erfolgt keine Dialyse, da bei diesem Verfahren die Behandlung ausschließlich nachts stattfindet (der Patient schließt sich nachts selbst für 8 Stunden an die spülende Maschine an)

Nierentransplantation

Komplikationen

Hämodialyse Peritonealdialyse

Sonderfall: Dysäquilibrium-Syndrom

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Patienteninformationen