• Klinik

Proteinurie

Abstract

Das Auftreten größerer Proteinmengen als 150 mg pro 24 Stunden im Harn bedarf einer weitergehenden Abklärung. Differentialdiagnostisch gibt es zwar benigne Formen der Proteinurie, eine pathologische Genese gilt es aber auszuschließen. Dabei ermöglicht die Analyse der Proteinarten eine Zuordnung der Genese. Besondere Bedeutung besitzt der Nachweis einer Mikroalbuminurie als früher Hinweis auf eine diabetische oder hypertensive Nierenschädigung.

Definition

  • Proteinurie = Auftreten von >150 mg Protein/24 h im Harn

Untersuchung

Eine Proteinurie kann zu schäumendem Urin führen!

Formen

Benigne Proteinurie

  • Wichtige, harmlose Differentialdiagnose in Abgrenzung zu pathologischen Ursachen
  • Vor allem jüngere Menschen, Vorkommen nicht selten
  • Isolierte Proteinurie <2 g/d
  • Verschiedene Formen
  • (Bei Frauen geringe Proteinurie durch Fluor möglich)
  • Wiederholte Untersuchungen, Verlaufskontrolle zum Ausschluss einer pathologischen Genese
  • Nicht behandlungsbedürftig, sehr gute Prognose

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • R80: Isolierte Proteinurie
  • N06.-: Isolierte Proteinurie mit Angabe morphologischer Veränderungen
    • Inklusive: Proteinurie (isoliert) (orthostatisch) (persistierend) mit morphologischen Veränderungen, wie unter .0–.8
    • Exklusive: Proteinurie: Bence-Jones- (R80); isoliert o.n.A. (R80); orthostatisch o.n.A. (N39.2); persistierend o.n.A. (N39.1); Schwangerschafts- (O12.1); o.n.A. (R80)
  • N39.-: Sonstige Krankheiten des Harnsystems
  • O12.-: Gestationsödeme und Gestationsproteinurie [schwangerschaftsinduziert] ohne Hypertonie
    • O12.1: Schwangerschaftsproteinurie
    • O12.2: Schwangerschaftsödeme mit Proteinurie

Morphologische Veränderungen bei glomerulären Krankheiten

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.