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Kolorektales Karzinom

Letzte Aktualisierung: 29.7.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Das kolorektale Karzinom (KRK) umfasst Karzinome des Kolons und des Rektums. Prädisponierend sind neben zunehmendem Lebensalter insb. genetische Faktoren (bspw. HNPCC) sowie modifizierbare Faktoren wie Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum und eine fleischreiche, ballaststoffarme Ernährung. Klinisch zeigen sich meist nur unspezifische oder gar keine Symptome, wobei bei rektalem Blutabgang immer an die Möglichkeit eines kolorektalen Karzinoms gedacht werden sollte. Da KRKs über die Adenom-Karzinom-Sequenz meist langsam über Jahre entstehen, ist eine regelmäßige Vorsorge ab einem Alter von 50 Jahren besonders wirksam. Geeignete Verfahren sind die Koloskopie, die Sigmoidoskopie und der immunologische Stuhlbluttest. Die Diagnose wird mittels kompletter Koloskopie mit Biopsie gesichert. Bei Karzinomnachweis sollte ein umfangreiches Staging inkl. molekularpathologischer Untersuchung des Biopsats angeschlossen werden. In der Therapie des Kolonkarzinoms steht die operative Resektion an erster Stelle, je nach Stadium gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie. Bei einem Rektumkarzinom des oberen Drittels wird primär oder nach neoadjuvanter Therapie immer eine operative Resektion durchgeführt. Bei einem Rektumkarzinom des mittleren und unteren Drittels rückt der Organerhalt zunehmend in den Fokus: Bei gutem Therapieansprechen und (nahezu) kompletter Remission durch eine neoadjuvante Therapie kann hier auf eine Operation verzichtet werden (Watchful Waiting).

Du möchtest diesen Artikel lieber hören als lesen? Wir haben ihn für dich im Rahmen unserer studentischen AMBOSS-Audio-Reihe vertont. Den Link findest du am Kapitelende in der Sektion „Tipps & Links“.

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Inzidenz: Ca. 55.000 Neuerkrankungen pro Jahr
  • Mittleres Erkrankungsalter: 75 Jahre () bzw. 71 Jahre ()
  • Lokalisation: Kolon (ca. ⅔), Rektum (ca. ⅓)

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

Lebensstilassoziierte Risikofaktoren

Prädisponierende genetische und familiäre Faktoren

Prädisponierende Grunderkrankungen

Symptomatiktoggle arrow icon

  • Keine auffälligen oder charakteristischen Frühsymptome!
  • Plötzliche Veränderung des Stuhlgangs
  • B-Symptomatik
  • Leistungsabfall, Müdigkeit
  • Tastbare Raumforderung
  • Blutungsanämie
  • Bauchschmerzen
  • Dauerhaft übel riechender Flatus
  • Spätsymptom: Ileussymptomatik

Altersbedingt haben etwa 50% der Patienten mit einem kolorektalen Karzinom gleichzeitig symptomatische Hämorrhoiden. Rektale Blutabgänge sollten daher immer an ein Karzinom denken lassen, auch bei bereits diagnostiziertem Hämorrhoidalleiden! [2]

Lokalisation und Metastasierungswegetoggle arrow icon

Lokalisation und Metastasierungswege des kolorektalen Karzinoms
Karzinom Abstand von der Anokutanlinie Lymphogene Metastasierung Hämatogene Metastasierung
Kolonkarzinom
  • ≥16 cm
Rektumkarzinom Oberes Drittel
  • 12–16 cm
Mittleres Drittel
  • 6–<12 cm
Unteres Drittel
  • <6 cm

Klassifikationtoggle arrow icon

TNM-Klassifikation

TNM-Klassifikation des kolorektalen Karzinoms (Stand 2025)
TNM Ausdehnung
TX
  • Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0
  • Kein Anhalt für Primärtumor
Tis
T1
  • Infiltration der Submukosa
  • Unterkategorien Rektumkarzinom [4]
    • sm1: Oberes Submukosadrittel
    • sm2: Mittleres Submukosadrittel
    • sm3: Unteres Submukosadrittel
T2
T3
T4
NX
  • Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N0
  • Keine regionären Lymphknotenmetastasen
N1
N2a
N2b
M0
  • Keine Fernmetastasen
M1a
  • Fernmetastasen: Nur ein Organ betroffen
M1b
  • Fernmetastasen: Mehr als ein Organ betroffen
M1c
  • Fernmetastasen im Peritoneum, mit oder ohne Befall anderer Organe
  • Veraltet: Dukes-Klassifikation (Stadium A–D), wird zunehmend verlassen

Stadieneinteilung der UICC

Vereinfachte Darstellung

Vereinfachte Stadieneinteilung des kolorektalen Karzinoms der UICC
UICC-Stadium TNM
0 Tis (Carcinoma in situ)
I Bis T2 N0 M0
II Ab T3 N0 M0
III Jedes T, N1–2 M0
IV Jedes T, jedes N, M1

Detaillierte Darstellung

Stadieneinteilung des kolorektalen Karzinoms der UICC
KRK-UICC-Stadium TNM
0 Tis (Carcinoma in situ)
I T1–2 N0 M0
II IIA T3 N0 M0
IIB T4a N0 M0
IIC T4b N0 M0
III IIIA T1–2 N1 M0 oder T1 N2a M0
IIIB T3–4a N1 M0 oder T2–3 N2a M0 oder T1–2 N2b M0
IIIC T4a N2a M0 oder T3–4a N2b M0 oder T4b N1–2 M0
IV IVA Jedes T, jedes N, M1a
IVB Jedes T, jedes N, M1b
IVC Jedes T, jedes N, M1c

Diagnostiktoggle arrow icon

Basis-Staging bei allen kolorektalen Karzinomen

Adenokarzinome treten in bis zu 5% der Fälle multipel auf, weshalb nach weiteren Tumoren gesucht werden sollte!

Spezielles Staging bei Rektumkarzinom

  • Starre Rektoskopie
    • Ermöglicht genaue Bestimmung des Abstandes vom Karzinom zur Anokutanlinie
    • Entscheidend für die Therapieplanung und den Kontinenzerhalt
    • Koloskopische Untersuchung mit flexiblem Endoskop kann keine exakte Höhenangabe liefern!
    • Siehe auch: Lokalisation und Metastasierungswege beim KRK
  • MRT des Beckens: Abstand des Tumors zu mesorektaler Faszie ermitteln, Angabe von
    • Tumorgröße und Infiltrationstiefe (T-Stadium), Befall lokaler und pelviner Lymphknoten (N-Stadium)
    • Beteiligung der mesorektalen Faszie (MRF): mrCRM+, bei radialer Entfernung ≤1 mm
    • Infiltration extramuraler Gefäße (EMVI): EMVI+ bei Infiltration
  • Rektale Endosonografie: Bei lokal begrenztem Tumor Infiltrationstiefe (T-Stadium) bestimmen
  • Ggf. gynäkologisches/urologisches Konsil: Bei Übergriff auf Vagina, Adnexe, Uterus oder Blase

Pathologietoggle arrow icon

90% aller Kolonkarzinome sind Adenokarzinome!

„Je villöser, desto böser!“

Zum Vergleich: Normalbefunde

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Dünndarmtumoren

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapietoggle arrow icon

Erstlinientherapie des kolorektalen Karzinoms

  • Vor Behandlungsbeginn: Beurteilung der Situation und des Therapieziels
  • Entscheidung über Erstlinientherapie abhängig von 3 Faktoren
    1. Allgemeinzustand
    2. Lokalisation und Ausdehnung des Tumors
    3. Molekularbiologie des Tumors
  • Interdisziplinäre Tumorkonferenz
    • Vorstellung nach Abschluss der Erstlinientherapie immer empfohlen
    • Prätherapeutische Vorstellung bei
      • Allen Rektumkarzinomen
      • Kolonkarzinomen im Stadium IV
      • Lokalrezidiven
      • Metachroner Metastasierung
      • Geplantem lokalablativen Verfahren
  • Weitere onkologische Aspekte

Jedes Rektumkarzinom sollte prätherapeutisch in einer Tumorkonferenz vorgestellt werden!

Stadiengerechte Therapie des Kolonkarzinoms

Behandlungsalternativen beim Kolonkarzinom
KRK-UICC-Stadium TNM Leitliniengerechte Therapieempfehlungen*
0–I Tis bis T1
  • Endoskopische Resektion
  • Weiteres Vorgehen abhängig von Histopathologie
    • Low-Risk-Situation und
      • Komplette Resektion (R0): Keine Nachresektion
      • Inkomplette Resektion: Komplette endoskopische/lokale chirurgische Nachresektion
    • High-Risk-Situation : Radikale chirurgische Resektion
  • Keine adjuvante Chemotherapie
T2
II Bis T4
III Jedes T, N1
IV Jedes T, jedes N, M1
  • Individuelles Vorgehen je nach Befund
  • MSI-positiv: Neoadjuvante Immuntherapie
* Zur Durchführung siehe: Therapie des nicht-metastasierten Kolonkarzinoms und Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms

Stadiengerechte Therapie des Rektumkarzinoms

Behandlungsalternativen beim Rektumkarzinom
Tumorlokalisation TNM Übersicht leitliniengerechter Therapieoptionen *
Oberes Drittel Jedes T, jedes N M0
  • Radikale chirurgische Resektion, ggf. adjuvante Therapie
  • Oder bei T4b oder mrCRM+ : (Totale) neoadjuvante Therapie plus radikale chirurgische Resektion
Mittleres und unteres Drittel T1 N0
  • Low-Risk : Lokale Exzision
  • High-Risk
    • Radikale chirurgische Resektion
    • Oder lokale Exzision plus Radio(chemo)therapie
  • Keine adjuvante Therapie
T2 N0
T1–2 N1–2 oder T3 –4 N0–2
Alle Drittel Jedes T, jedes N M1
  • Individuelles Vorgehen je nach Befund
  • MSI-positiv: Immuntherapie
* Für Details und zur Durchführung siehe Therapie des nicht-metastasierten Rektumkarzinoms und Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms

Rektumkarzinome können häufig organerhaltend und somit kontinenzerhaltend behandelt werden!

Grundsätze der chirurgischen Therapie

Nicht-metastasiertes Kolonkarzinomtoggle arrow icon

Neoadjuvante Therapie

Operative Therapie

  • Therapieziel: Primäre Resektion mit kurativer Intention
  • Lokal inoperable Tumoren: Anlage eines endständigen Stomas oder eines Bypasses als Umgehungsweg (bspw. Ileotransversostomie) zur Erhaltung der Darmpassage
  • Durchführung: Kombination mit kompletter mesokolischer Exzision (CME)
    • Prinzip: Komplette operative Entfernung des viszeralen mesokolischen Fettgewebes
    • Ziel: Erhalt der mesokolischen Schichten bei maximaler lokaler Radikalität mit maximaler LK-Entfernung
  • Für tiefergehende Informationen zu den einzelnen OP-Verfahren siehe: Kolorektale Eingriffe

OP-Verfahren abhängig von der Tumorlokalisation

OP-Verfahren bei nicht-metastasierten Kolonkarzinomen abhängig von der Tumorlokalisation
Tumorlokalisation OP-Verfahren
Zäkum Hemikolektomie rechts
Colon ascendens
Colon transversum Rechte Flexur Erweiterte Hemikolektomie rechts
Mittleres Colon transversum Transversumresektion
Linke Flexur Erweiterte Hemikolektomie links
Colon descendens Hemikolektomie links, ggf. radikuläre Sigmaresektion
Colon sigmoideum

Adjuvante Chemotherapie bei nicht-metastasiertem Kolonkarzinom

Nicht-metastasiertes Rektumkarzinomtoggle arrow icon

Neoadjuvante und organerhaltende Therapie [1][11][12]

Organerhaltende Intention

Chemotherapie

  • Indikationen: Lokal fortgeschrittene Karzinome
    • Oberes Drittel
      • T3 N0–1
      • T1–2 N1–2
      • mrCRM+
      • T4
    • Mittleres und unteres Drittel
      • T2 N1 mrCRM-
      • T3 N0–1 mrCRM-
  • Durchführung: FOLFOX oder CAPOX

Radiotherapie als Kurzzeitbestrahlung

  • Indikationen: Lokalisierte und lokal fortgeschrittene Karzinome im mittleren und unteren Drittel
    • T1 (high-risk ) N0
    • T2–3 N0–1
  • Durchführung: 5 Gy an 5 Tagen in Folge (Operation direkt im Anschluss oder im Intervall nach 4–8 Wochen)

Konventionell fraktionierte Radiochemotherapie

Totale neoadjuvante Therapie (TNT)

Immuntherapie

  • Indikation: MSI-positive Karzinome
    • Mittleres und unteres Drittel
      • T2 N1
      • T3 N0–1
    • Alle Drittel: M1
  • Durchführung: PD1-Inhibitor Dostarlimab über 6 Monate

Operative Therapie

Lokale Exzision

  • Indikation: T1 (endokopisch) ≤8 cm von der Anokutanlinie, Durchmesser <3 cm und <30% in der Zirkumferenz
  • Durchführung: Transanale chirurgische Vollwandexzision
  • Weiteres Vorgehen

Chirurgische Resektion

OP-Verfahren abhängig von der Tumorlokalisation

OP-Verfahren bei nicht-metastasierten Rektumkarzinomen abhängig von der Tumorlokalisation
Tumorlokalisation OP-Verfahren
Oberes Rektumdrittel
Mittleres und unteres Rektumdrittel
Unteres Rektumdrittel, Analkanal infiltriert

Multiviszerale Resektion

Metastasiertes kolorektales Karzinomtoggle arrow icon

Erstlinientherapie

Insb. der Allgemeinzustand entscheidet über die Erstlinientherapie. Ein hohes Lebensalter alleine rechtfertigt keine Festlegung der geeigneten Behandlungsstrategie!

Behandlungsstrategie bei gutem Allgemeinzustand

  • Therapieziel: Maximale Tumorreduktion
  • Durchführung
    • Gute Prognose und resektable Metastasierung : Primäre Metastasenresektion
    • Ungünstige Prognose und resektable Metastasierung: Primär systemische Therapie erwägen
      • Möglichst effektive Chemotherapie durchführen
      • Dynamik der Erkrankung unter Chemotherapie beobachten → Ermöglicht Entscheidung über weiteres Vorgehen
      • Bei erfolgreicher Stabilisierung: Zügige Resektion innerhalb von 2–3 Monaten anstreben
      • Sehr kleine Metastasen: Primäre Entfernung von Metastasen (≤1 cm) erwägen
    • Nicht-resektable Metastasierung: Primär systemische Therapie
      • Möglichst effektive Chemotherapie durchführen
      • Sekundäre Resektabilität bzw. lokalablative Verfahren in regelmäßigen Abständen von ca. 2–3 Monaten reevaluieren
      • Ausnahme: Bei stenosierendem Tumor bzw. Hb-relevanter Blutung ggf. Entfernung des Primärtumors
    • Oligometastasiertes kolorektales Karzinom: Lokalablative Verfahren oder lokoregionäre Verfahren erwägen
    • Dauer
      • 4–6 Monate, bei gutem Ansprechen ggf. verlängern
      • Bedarfsadaptiert pausieren oder deeskalieren
      • Sonderfall Immuntherapie: Bis zum Progress der Erkrankung bzw. max. 2 Jahre
  • Kriterien für die Resektabilität von Metastasen
  • Fong-Score zu Einschätzung der Prognose bei Lebermetastasen
    • Risikofaktoren
      • Lymphknotenpositiver Primärtumor
      • Krankheitsfreier Zeitraum zwischen Primärtumorresektion und Nachweis einer Lebermetastase <12 Monate
      • Größe der Metastase >5 cm
      • Metastasenanzahl >1
      • Präoperatives CEA >200 ng/mL
    • Beurteilung
      • 0 Risikofaktoren: Niedrigrisikogruppe
      • 1–2 Risikofaktoren: Intermediäre Risikogruppe
      • 3–5 Risikofaktoren: Hochrisikogruppe
Erstlinientherapie bei gutem Allgemeinzustand: Therapieregime molekularpathologischer Subgruppen
Linksseitiges Karzinom Rechtsseitiges Karzinom
RAS-Wildtyp und BRAF-Wildtyp
RAS-Mutation
BRAF-Mutation
MSI-positiv

Bei RAS- und BRAF-Wildtyp-Tumoren beeinflusst die Tumorlokalisation die Wahl des geeigneten Therapieregimes!

Bei (potenziell) resektablen Metastasen kann eine kurative Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms gelingen!

Behandlungsstrategie bei reduziertem Allgemeinzustand

Zweitlinientherapie und spätere Therapielinien

  • Entscheidung über Zweitlinientherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms abhängig von
    • Molekularbiologie des Tumors: Molekularpathologische Diagnostik wiederholen
    • Wahl, Ansprechen und Toxizität der Erstlinientherapie
Weitere Therapielinien bei metastasiertem kolorektalen Karzinom
Vortherapie / Molekularpathologie Zweitlinientherapie Drittlinientherapie Viertlinientherapie
FOLFOX oder CAPOX +/- EGFR-Inhibitor oder VEGF-Inhibitor
FOLFIRI +/- EGFR-Inhibitor oder VEGF-Inhibitor
MSI-positiv

Lokalablative Verfahren

Lokoregionäre Verfahren

Therapie der Peritonealkarzinose [1]

Perioperatives Managementtoggle arrow icon

Klinikeigene Standards sind zu beachten!

Präoperatives Management

Postoperatives Management

Nachsorgetoggle arrow icon

  • UICC-Stadium I–III nach R0-Resektion: 5 Jahre
    • Anamnese, körperliche Untersuchung
      • Alle 6 Monate für 2 Jahre
      • Alle 12 Monate für weitere 3 Jahre
    • Komplette Koloskopie
      • Wenn präoperativ nicht erfolgt: Innerhalb von 6 Monaten postoperativ
      • Nach 1 Jahr
      • Nach 5 Jahren
      • Bei Polypennachweis siehe: Nachsorge nach Polypektomie
    • Abdomensonografie: Alle 12 Monate für 5 Jahre
    • Alternativ: CT von Thorax und Abdomen [14][15]
    • CEA-Bestimmung: Kann bei prätherapeutisch erhöhten Werten erwogen werden
  • Nach kurativer Metastasentherapie
    • Bildgebung: CT von Thorax und Abdomen
      • Alle 3 Monate für 1 Jahr
      • Anschließend alle 6 Monate für 4 Jahre
Nachsorge des kolorektalen Karzinoms im UICC-Stadium I–III [14][15]
Maßnahmen Nach 6 Monaten Nach 1 Jahr Nach 18 Monaten Nach 2 Jahren Nach 3 Jahren Nach 4 Jahren Nach 5 Jahren
Anamnese, körperliche Untersuchung
Koloskopie (✓)
Abdomensonografie

Das Risiko für Rezidive liegt in den ersten 5 Jahren bei 15–20%. Davon treten 90% innerhalb der ersten 3 Jahre auf!

AMBOSS-Pflegewissen: Kolorektales Karzinomtoggle arrow icon

Beobachten/Überwachen

Medikamentöse Therapie

Hygiene

Ernährung

Spezielle präoperative Pflege

  • Allgemeine Maßnahmen
    • Anleitung zur Atemgymnastik
    • Haarentfernung
      • Von Mamillen bis Leisten, einschließlich Intimbehaarung
      • Bei (Teil‑)Entfernung des Rektums: Inkl. Anal- und Gesäßbereich
  • Präoperative Darmvorbereitung und Nahrungskarenz: Nach ärztlicher Anordnung oder hausinternen Standards
    • Abhängig vom betroffenen Darmabschnitt und Kontraindikationen
    • I.d.R. ballaststoffarme Kost
    • Ggf. parenterale Ernährung
  • Ernährung
    • Screening auf Mangelernährung
    • I.d.R. ballaststoffarme Kost
  • Perioperative Antibiose : Durchführung der Antibiotikatherapie nach ärztlicher Anordnung
  • Bei geplanter Stomaanlage, siehe auch: AMBOSS-Pflegewissen: Grundaspekte der Stomapflege
    • Kontakt zu Stomatherapeut:in herstellen
    • Betroffene zum Umgang mit Stoma anleiten
    • Stomagebiet wird i.d.R. von ärztlichem Personal angezeichnet
  • Siehe auch: AMBOSS-Pflegewissen: Präoperative Pflege

Spezielle postoperative Pflege

Prognosetoggle arrow icon

Die Qualität der operativen Versorgung beeinflusst die Prognose maßgeblich! [6]

Präventiontoggle arrow icon

Protektive Faktoren

ASS und COX2-Hemmer senken zwar das Karzinomrisiko, sind aber aufgrund heterogener Studiendaten und schwerer Nebenwirkungen nicht zur Prävention empfohlen!

Darmkrebsvorsorge in der Regelvorsorge

Vergleich der empfohlenen Verfahren zur Darmkrebsvorsorge
Verfahren Vorteile Nachteile
Koloskopie
  • ↑↑ Risiko für Komplikationen
  • Komplette Darmreinigung zur Vorbereitung erforderlich
Sigmoidoskopie
  • ↓ Zeitaufwand
  • ↓ Risiko für Komplikationen
  • Klysma zur Vorbereitung ausreichend
  • Vereint Diagnostik und Therapie
  • Proximales Kolon nicht beurteilbar
iFOBT
  • ↓↓ Hemmschwelle
  • Risikofrei
  • Keine Vorbereitung
  • Nicht-blutende Karzinome können übersehen werden
  • Bei positivem Ergebnis weiterhin Koloskopie erforderlich

Entscheidend für die Senkung der darmkrebsbedingten Sterblichkeit ist die Inanspruchnahme einer geeigneten Früherkennungsmaßnahme – unabhängig vom gewählten Verfahren!

Die Vorsorgekoloskopie bei Nicht-Risikopersonen wird ab 50 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen getragen!

Vorgehen nach Polypenentfernung im Rahmen der Darmkrebsvorsorge in der Regelversorgung

Nachsorge nach Polypektomie [1]
Histologie des/der entfernten Polypen Empfohlenes Intervall bis zur Kontroll-Koloskopie
Adenome
  • 7–10 Jahre
  • 3–5 Jahre
  • 3 Jahre
  • <3 Jahre
Sessile serratierte Läsionen
  • 5–10 Jahre
  • 3 Jahre
Besondere Resektion
  • Polypen 4–20 mm, die makroskopisch vollständig, histologisch aber nicht sicher vollständig abgetragen wurden
  • 12 Monate
  • Polypen >20 mm, die in mehreren Fragmenten („piecemeal“) abgetragen wurden
  • 6 und 18 Monate

Darmkrebsvorsorge bei Risikopersonen

  • Familiäre Belastung
    • Startalter: 10 Jahre vor dem Alterszeitpunkt des Adenom- oder Karzinomnachweises bei der Indexperson, bei KRK spätestens im Alter von 40 Jahren
    • Geeignete Verfahren
      • Koloskopie: Bei unauffälligem Befund alle 10 Jahre
      • iFOBT: Alle 1–2 Jahre
  • Bei prädisponierenden genetischen oder familiären Faktoren sowie Grunderkrankungen gelten individuelle Vorsorgeempfehlungen [1]

Meditrickstoggle arrow icon

In Kooperation mit Meditricks bieten wir durchdachte Merkhilfen an, mit denen du dir relevante Fakten optimal einprägen kannst. Dabei handelt es sich um animierte Videos und Erkundungsbilder, die auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend sind. Die Inhalte liegen meist in Lang- und Kurzfassung vor, enthalten Basis- sowie Expertenwissen und teilweise auch ein Quiz sowie eine Kurzwiederholung. Eine Übersicht aller Inhalte findest du im Kapitel „Meditricks“. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – für genauere Informationen empfehlen wir einen Besuch im Shop.

Kolorektales Karzinom

Kolorektales Karzinom – Teil 1

Kolorektales Karzinom – Teil 2

Kolorektales Karzinom – Teil 3

Kolorektales Karzinom – Teil 4

Kolorektales Karzinom – Teil 5

Inhaltliches Feedback zu den Meditricks-Videos bitte über den zugehörigen Feedback-Button einreichen (dieser erscheint beim Öffnen der Meditricks).

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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