• Klinik

Hormonelle Kontrazeption (Ovulationshemmer)

Abstract

Hormonelle Kontrazeption umfasst den Einsatz von Östrogen- und Gestagenkomponenten. Die Wirkung hängt zusammen mit der zentralen Rückkopplung sowie verminderter hypophysärer FSH- und LH-Sekretion. Aufgrund des somit fehlenden LH-Peaks setzt die Ovulation aus. Gestagene wirken zusätzlich negativ auf die Nidationsbedingungen (Verdickung des Zervixsekrets, verminderte Tubenmotilität, Hemmung der Endometriumproliferation). Man unterscheidet zwischen der Kombinationsmethode mit konstanter Dosierung von Östrogenen und Gestagenen, und der Sequenzmethode, bei der die Hormone in verschiedenen Dosierungen verabreicht werden. Die Sequenzmethode in der klassischen Form verzichtet auf Gestagene in der ersten Zyklushälfte und muss von den Stufenpräparaten abgegrenzt werden, bei denen über den gesamten Zyklus beide Hormone in unterschiedlicher Dosierung verabreicht werden. Die Klassifikation der Kontrazeptionspräparate wird allerdings nicht einheitlich angewandt.

Übersicht

Orale Applikation

Der Begriff Mikropille bezeichnet Östrogen-Gestagen-Präparate mit deutlich verringerter Hormondosis! Sie dürfen nicht mit der Minipille verwechselt werden!

Östrogene werden nicht ausschließlich, sondern nur in Kombination mit Gestagenen zur Zyklusstabilisierung angewendet. Gestagene können dagegen allein eingesetzt werden!

Weitere Applikationsformen

Die Postkoitalpille („Pille danach“) wird entweder als selektiver Progesteronrezeptor-Modulator (Ulipristal) oder als Gestagenmonopräparat (Levonorgestrel) angeboten und ist nur zur Notfallverhütung gedacht. Beide Varianten hemmen bzw. verschieben den Eisprung und sind am effektivsten, wenn die Einnahme innerhalb von zwölf Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgt!

Sicherheit der hormonellen Kontrazeptiva

Kontrazeptionsverfahren Pearl-Index
"Klassische Antibabypille" 0,1 - 0,9
Minipille 0,5 - 3
Verhütungspflaster 0,9
Vaginalring 0,65
Dreimonatsspritze 0,3 - 1,4
Hormonimplantat 0 - 0.08
Hormonspirale 0,16

Wirkung

Nebenwirkung

Allgemeine Nebenwirkungen

Präparat Östrogenwirkung Androgenwirkung
Levonorgestrel antiöstrogen androgen
Lynestrenol antiöstrogen androgen
Norethisteron antiöstrogen androgen
Desogestrel antiöstrogen androgen
Dienogest kaum antiöstrogen antiandrogen

Sofort abzusetzen bei

  • Sinnesstörungen
  • Raumforderungen
    • Myomwachstum
    • Wachstum von Knoten in der Brust
  • Ikterus
  • Schwangerschaft
  • Verdacht auf Thromboembolie oder -phlebitis

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Kontraindikation

Absolut

Relativ

Es werden die wichtigsten Kontraindikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Patienteninformationen