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Asplenie

Abstract

Die Milz ist der primäre Ort des Erythrozytenabbaus, kann in bestimmten Situationen auch Erythropoese betreiben und spielt v.a. im Immunsystem eine wichtige Rolle. Insb. für eine adäquate immunologische Reaktion gegen bekapselte Bakterien sowie Parasiten ist dieses Organ essentiell. Verschiedene Ursachen wie die traumatische Milzruptur (mit möglicherweise starker Blutung) oder die symptomatische Splenomegalie können eine notfallmäßige operative Entfernung des Organs notwendig machen. Bei fehlender Milz kann es aufgrund der immunologischen Funktion des Organs zum lebensgefährlichen Syndrom der "overwhelming postsplenectomy infection“ (OPSI) kommen, weshalb durch entsprechende Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen entgegenzuwirken ist. Zudem besteht im ersten Halbjahr nach einer Milzentfernung ein erhöhtes Risiko für eine Pfortaderthrombose.

Ursachen einer Asplenie

Zustand nach Splenektomie [1]

Funktionelle Asplenie bzw. Milzatrophie [1]

Folgen einer Asplenie

Erhöhte Infektanfälligkeit

  • Ätiologie: Ausfall der Milz als sekundäres lymphatisches Organ
  • Epidemiologie: Lebenslang erhöhtes Infektrisiko, wobei Säuglinge und Kleinkinder ein etwa 10-fach erhöhtes Infektionsrisiko haben verglichen mit Erwachsenen
  • Therapie: Frühe antibiotische Therapie bei Fieber bzw. Infektverdacht , bspw. mit Amoxicillin-Clavulansäure [1]

Laborveränderungen

Ein Fehlen von Howell-Jolly-Körperchen nach Splenektomie spricht für das Vorliegen einer Nebenmilz!

Prophylaxe bei elektiver Splenektomie [3]

Prävention von Infektionen

Patienten mit (funktioneller) Asplenie sollten gegen Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae Typ b geimpft werden sowie die jährliche Influenza-Impfung erhalten!
Splenektomierte Patienten müssen über das erhöhte Infektrisiko aufgeklärt werden!

Prävention von Thrombosen

Komplikation: OPSI (overwhelming postsplenectomy infection)

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2020

  • D73.-: Krankheiten der Milz
  • Q89.-: Sonstige angeborene Fehlbildungen, anderenorts nicht klassifiziert
    • Q89.0-: Angeborene Fehlbildungen der Milz
      • Exklusive: Vorhofisomerismus (mit Asplenie oder Polysplenie) (Q20.6)
      • Q89.00: Angeborene Splenomegalie
      • Q89.01: Asplenie (angeboren)
      • Q89.08: Sonstige angeborene Fehlbildungen der Milz
  • Q20.-: Angeborene Fehlbildungen der Herzhöhlen und verbindender Strukturen
    • Q20.6: Vorhofisomerismus
      • Vorhofisomerismus mit Asplenie oder Polysplenie

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2020, DIMDI.