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Meningeom

Letzte Aktualisierung: 18.11.2020

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Meningeome sind fast ausschließlich gutartige, langsam wachsende Tumoren, die von den Deckzellen der Arachnoidea ausgehen. Der Tumor bleibt lange symptomlos und ist deshalb nicht selten ein Zufallsbefund. In der Bildgebung zeigt sich der rundliche Tumor scharf begrenzt mit einer ausgeprägten Kontrastmittelanreicherung und erinnert damit an einen Schneeball. Bei alten Patienten mit langsam wachsenden Tumoren sind Verlaufskontrollen ausreichend, in allen anderen Fällen ist in der Regel eine operative Entfernung des Tumors indiziert.

Meningeome sind Tumoren, die von den Deckzellen der Arachnoidea ausgehen. Anhand ihrer Pathologie und ihres Wachstumsverhaltens werden sie gemäß der WHO-Einteilung von Hirntumoren in Grad I–III eingeteilt.

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

  • Zumeist solitäres Auftreten ohne erkennbare Ursache
  • Ionisierende Strahlung: Hochdosis (Atombomben, Schädelbestrahlung), aber auch Röntgenaufnahmen des Kopfes (z.B. für zahnärztliche Diagnostik)
  • Multiples Auftreten bei Neurofibromatose Typ II
  • CT/MRT
    • Rundliche, scharf begrenzte Raumforderung
    • Dural-Tail-Sign: Verdickung der Dura seitlich der eigentlichen Basis eines Meningeoms, so dass es aussieht, als hätte das Meningeom einen Ausläufer
    • Mit KM: Ausgeprägtes Enhancement, variable Ödemneigung → Bild eines Schneeballes
    • Nativ im CT meist leicht hyperdens, gelegentlich Verkalkungen
    • Nativ im MRT: T1 → isointens, T2 → iso- bis hyperintens
    • Sonderform Meningeom en plaque: Meningeom der mittleren Schädelgrube mit starker ossärer Komponente
  • In Ausnahmefällen: Probebiopsie mit Bestimmung der Histologie

Makroskopisch

  • Abgekapselt, rund, grau-weißlich
  • Prall-elastische bis derbe Konsistenz
  • Schnittfläche: grau-körnig

Mikroskopisch

  • Generell
  • Speziell
    • 15 histologische Subtypen, überwiegend WHO-Grad I
      • Mischtyp: Transitional
      • Klassisches Meningeom: Meningothelial
      • Fibroblastisch
      • Psammomatös
      • Angiomatös

  • Abwarten und Verlaufskontrolle
    • Indikation: Langsames Wachstum des Tumors insbesondere bei älteren Patienten
  • Präoperative Embolisation bei gefäßreichen Tumoren
  • Exstirpation = Standardtherapie; in der Regel Zugang gut möglich .
  • Radiatio (insb. bei schädelbasisnaher Lage)
    • Post-operativ bei inkomplett resezierten Tumoren
    • Bei inoperablen Tumoren
  • Strahlenchirurgie (Gamma-Knife)
  • D32.-: Gutartige Neubildung der Meningen
    • D32.0: Hirnhäute
    • D32.1: Rückenmarkhäute
    • D32.9: Meningen, nicht näher bezeichnet
      • Meningeom o.n.A.

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Schlegel: Neuroonkologie. Thieme 2003, ISBN: 978-3-131-09062-1 .
  2. Mumenthaler, Mattle: Neurologie. 12. Auflage Thieme 2008, ISBN: 978-3-133-80012-9 .
  3. Masuhr, Neumann: Duale Reihe Neurologie. 6. Auflage Thieme 2007, ISBN: 978-3-131-35946-9 .
  4. Claus et al.: Dental x-rays and risk of meningioma In: Cancer. Band: 118, Nummer: 18, 2012, doi: 10.1002/cncr.26625 . | Open in Read by QxMD p. 4530-4537.
  5. Wiemels et al.: Epidemiology and etiology of meningioma In: Journal of Neuro-Oncology. Band: 99, Nummer: 3, 2010, doi: 10.1007/s11060-010-0386-3 . | Open in Read by QxMD p. 307-314.