• Klinik

Lokalanästhetika (Örtliche Betäubung)

Abstract

Lokalanästhetika erfahren einen ubiquitären Einsatz in der Medizin und werden zur Infiltrationsanästhesie verwendet. Über eine Blockade von Na+-Kanälen wird durch Lokalanästhetika die Erregungsleitung der infiltrierten Nerven behindert. Die Folge ist eine lokale Blockade der Schmerzweiterleitung. In entzündetem Gewebe haben Lokalanästhetika eine eingeschränkte Wirkung, da sie über eine Protonierung im entzündeten, sauren Milieu ihre Lipophilität verlieren und nicht zum Wirkort vordringen. Lokale Nebenwirkungen sind selten – von Relevanz sind bei intravasaler Gabe und Überdosierungen jedoch beispielsweise eine Senkung der Krampfschwelle, Kardiodepression und Vasodilatation.

Übersicht

Wirkstoffe Wirkdauer
Ester-Typ Procain kurz
Tetracain lang
Amid-Typ Lidocain mittel
Prilocain mittel
Mepivacain mittel
Bupivacain lang
Etidocain lang
Ropivacain lang

Wirkung

  • Blockade von regionalen Na+-Kanälen an Nerven → Hemmung der Erregungsausbreitung → Schmerzempfinden↓
    • Wirkungsabschwächung in entzündetem Gewebe

Nebenwirkung

Intravasale Injektion / Überdosierung

ZNS

Herz

Kreislauf

Allergische Reaktionen

  • Insgesamt selten: Bei Estern erhöhte Inzidenz; Allergie gegen Konservierungsstoffe der Lokalanästhetika möglich

Bei der Gabe von Lokalanästhetika muss vor Injektion immer aspiriert werden, um eine intravasale Zuführung mit gefährlichen Nebenwirkungen zu vermeiden!

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Indikation

  • Lokal-/Infiltrationsanästhesie