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Reanimation - AMBOSS-SOP

Letzte Aktualisierung: 12.3.2021

Reanimation von Erwachsenentoggle arrow icon

Dieses Kapitel konzentriert sich auf den BLS- und ALS-Algorithmus. Für weitere Hintergrundinformationen siehe auch: Grundlagen der Reanimation

Algorithmus je nach Setting

  • Basic Life Support (BLS): Maßnahmen der grundlegenden Lebenserhaltung nach Auffinden einer bewusstlosen Person mit Kreislaufstillstand, die möglichst ohne jegliche Zeitverzögerung begonnen werden sollten
    • Setting/Anwender: Ambulante Ersthelfer
  • Advanced Life Support (ALS): Enthält neben grundlegenden Maßnahmen der CPR (wie bei BLS) weiterführende Maßnahmen wie Defibrillation, Medikamentengabe und ggf. Intubation
    • Setting/Anwender: Fachpersonal im Krankenhaus oder Rettungsdienst

Unverzügliche kardio-pulmonale Reanimation, Minimierung der Thoraxkompressionspausen und frühzeitige Defibrillation sind die wichtigsten Grundlagen einer erfolgreichen Reanimation!

Maßnahmen bei Auffinden eines bewusstlosen Patienten
Maßnahmen Erklärung
  • Ansprache, Testen der Reaktion
  • Ansprechen des Patienten und Schütteln an den Schultern → Keine Reaktion? → Um Hilfe rufen
  • Notruf absetzen (lassen): 112 und AED holen lassen
  • Möglichst zeitnaher Beginn!
  • 30 Thoraxkompressionen, danach zwei Beatmungen (30:2)
  • Sofern mehrere Helfer vorhanden: Regelmäßiger Wechsel
  • Anbringen der Elektroden und Analyse des Herzrhythmus
  • Anweisungen befolgen
  • Falls Schock empfohlen: Patienten nicht berühren, ggf. Schock auslösen und danach sofort CPR 30:2 fortführen
  • Fortführen der kardiopulmonalen Reanimation bis professionelle Hilfe eintrifft, der Patient reagiert oder der Ersthelfer erschöpft ist

Zu Beginn eines Kreislaufstillstandes findet sich in bis zu 40% der Fälle eine Schnappatmung, die jedoch wie eine fehlende Atmung bewertet werden sollte und somit eine Indikation für den Beginn einer CPR darstellt!

Erweiterte Reanimationsmaßnahmen

  1. Hilfe rufen (bspw. Rea-Team rufen)
  2. Reanimationsbeginn: CPR 30:2 (30 Thoraxkompressionen, danach 2 Beatmungen, Zyklus kontinuierlich wiederholen); i.d.R. kein Puls-Tasten
  3. Etablieren erweiterter Maßnahmen (parallel zur CPR)
  4. Notfall-EKG-Diagnostik und ggf. Schock- und Medikamentengabe
  5. Je nach Verlauf
    • Ggf. extrakorporale Unterstützungssysteme einsetzen (vaECMO oder ECLS)
    • Bei Wiedereinsetzen des Spontankreislaufs (ROSC) siehe: Postreanimationsphase
    • Bei nicht einsetzendem Spontankreislauf
      • Abarbeiten der reversiblen Ursachen eines Kreislaufstillstands (4 H und 4 T) oder
      • Beschluss zur Beendigung der CPR: Einzelfallentscheidung
    • Angehörige informieren

Die Thoraxkompressionen haben Priorität und sollten für die Atemwegssicherung und Medikamentengabe, wenn überhaupt, nur kurz unterbrochen werden (Richtwert <10 s)!

4 H und 4 T

  • 4 H: Hypoxie, Hypovolämie, Hypo-/Hyperkaliämie, Hypo- und Hyperthermie
  • 4 T: Tamponade, Toxine, Thrombose (der Lungenarterien oder Herzkranzgefäße), Tension (= (Spannungs‑)Pneumothorax)

Diagnostische Schritte zur Ursachenfindung

Erfolgen parallel zur CPR und sollen die Thoraxkompression so wenig wie möglich unterbrechen:

Notfallmanagement: Reversible Ursachen eines Kreislaufstillstands
Hinweisgebende Befunde

Erstmaßnahmen

Hypoxie
Hypovolämie Hämorrhagie
Hypovolämie
Hypo-/Hyperkaliämie
Hypothermie
Tamponade (Perikardtamponade)
Toxine
  • Zuordnung des Toxins über klinisches Bild
Thrombose Myokardinfarkt
  • Troponin: Nur bei früher Abnahme verwertbar
  • Ggf. anamnestische Hinweise, sofern bekannt
  • Empirisch: Häufigste Ursache für plötzlichen Herzstillstand
LAE
Tension (Spannungspneumothorax)

Während oder nach einer Reanimation soll schnellstmöglich eine Notfallsonographie zur Diagnostik behebbarer Ursachen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes erfolgen. (DGIM - Klug entscheiden in der Notaufnahme 2)

  1. Monsieurs et al.: Kurzdarstellung – Kapitel 1 der Leitlinien zur Reanimation 2015 des European Resuscitation Council In: Notfall + Rettungsmedizin. Band: 18, Nummer: 8, 2015, doi: 10.1007/s10049-015-0097-6 . | Open in Read by QxMD p. 655-747.
  2. Perkins et al.: Basismaßnahmen zur Wiederbelebung Erwachsener und Verwendung automatisierter externer Defibrillatoren – Kapitel 2 der Leitlinien zur Reanimation 2015 des European Resuscitation Council In: Notfall + Rettungsmedizin. Band: 18, Nummer: 8, 2015, doi: 10.1007/s10049-015-0081-1 . | Open in Read by QxMD p. 748-769.
  3. Soar et al.: Erweiterte Reanimationsmaßnahmen für Erwachsene („adult advanced life support“) – Kapitel 3 der Leitlinien zur Reanimation 2015 des European Resuscitation Council In: Notfall + Rettungsmedizin. Band: 18, Nummer: 8, 2015, doi: 10.1007/s10049-015-0085-x . | Open in Read by QxMD p. 770-832.
  4. Truhlář et al.: Kreislaufstillstand in besonderen Situationen - Kapitel 4 der Leitlinien zur Reanimation 2015 des European Resuscitation Council In: Notfall + Rettungsmedizin. Band: 18, Nummer: 8, 2015, doi: 10.1007/s10049-015-0096-7 . | Open in Read by QxMD p. 833-903.
  5. Perkins et al.: A Randomized Trial of Epinephrine in Out-of-Hospital Cardiac Arrest In: New England Journal of Medicine. Band: 379, Nummer: 8, 2018, doi: 10.1056/nejmoa1806842 . | Open in Read by QxMD p. 711-721.
  6. Pocket-Leitlinie: Kardiopulmonale Reanimation (Version 2015). Stand: 1. Januar 2015. Abgerufen am: 20. März 2020.
  7. Urman, Kodali: Capnography during cardiopulmonary resuscitation: Current evidence and future directions In: Journal of Emergencies, Trauma, and Shock. Band: 7, Nummer: 4, 2014, doi: 10.4103/0974-2700.142778 . | Open in Read by QxMD p. 332.
  8. Sandroni et al.: Capnography during cardiac arrest In: Resuscitation. Band: 132, 2018, doi: 10.1016/j.resuscitation.2018.08.018 . | Open in Read by QxMD p. 73-77.