• Klinik

Aortenaneurysma

Abstract

Das Aortenaneurysma bezeichnet eine Aussackung aller Schichten der Gefäßwand der Aorta. Es wird unterschieden in thorakale und abdominelle Aortenaneurysmen, wobei die häufigste Lokalisation infrarenal (distal des Abgangs der Aa. renales) ist. Häufig sind Aortenaneurysmen asymptomatisch und fallen erst durch Auftreten von Komplikationen wie Dissektion oder Ruptur als hochakutes, lebensbedrohliches Krankheitsbild auf. Diagnostisch werden je nach Lokalisation zunächst Sonographie, transthorakale oder transösophageale Echokardiographie, aber auch CT und MRT mit Kontrastmittel durchgeführt. Bei kleinen Aneurysmen kann ein konservatives, beobachtendes Prozedere indiziert sein, während ausgeprägte oder schnell voranschreitende Befunde operativ versorgt werden. Bei Dissektion oder frei rupturiertem Aneurysma besteht eine ausgesprochen schlechte Prognose.

Definition

Epidemiologie

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Risikofaktoren/Ätiologie

Klassifikation

Die Einteilung erfolgt entsprechend der Lokalisation:

Im Falle einer Aortendissektion wird die Klassifikation nach Stanford (Typ A und Typ B) je nach Dissektionsbeginn vorgenommen.

Pathophysiologie

  • Durch Aussackung der Gefäßwand kommt es zur Unterbrechung der laminaren Blutströmung und zu Verwirbelungen (auskultierbares Verwirbelungsgeräusch)
  • Ggf. Thrombenbildung im Aneurysma → periphere Thrombembolien

Symptome/Klinik

Aortenaneurysmen sind meist asymptomatisch oder weisen unspezifische Symptome auf. Sie werden daher häufig als Zufallsbefunde im Rahmen von Sonographien oder CT-Untersuchungen diagnostiziert. Erst bei Ruptur oder Aortendissektion kommt es zu einem hochakuten Krankheitsbild (siehe diesbezüglich: Aortendissektion).

Unspezifische Beschwerden

  • Druckgefühl in der Brust
  • Thorakale Rückenschmerzen
  • Abdominal- oder Flankenschmerz (kolikartig )

Spezifischere Beschwerden

Diagnostik

Körperliche Untersuchung

  • Evtl. pulsierender Tumor tastbar
  • Auskultation: Strömungsgeräusch über Aneurysma

Apparative Untersuchungen

  • CT / MRT mit Kontrastmittel (Angio-CT, Angio-MRT) → Wichtig zur Therapieplanung
    • Beurteilung der Weite des Aortenlumens
    • Beurteilung der abgehenden Äste
    • Ggf. randständiges, hypodenses thrombotisches Material
      Ggf. arteriosklerotische Verkalkungen der Gefäßwand
      • Zentral fließt das kontrastmittelangereicherte Blut
  • Sonographie (vor allem bei abdominellem Aneurysma)
    • Messung des Außendurchmessers
    • Ggf. Dissektionsmembran zu sehen
  • Weiterhin

Regelmäßige Verlaufskontrollen!

Für über 65 Jahre alte Männer soll ein Screening auf Bauchaortenaneurysma mittels Ultraschall erfolgen.

Therapie

Konservativ

  • Minimierung kardiovaskulärer Risikofaktoren

Chirurgisch

Komplikationen

Postoperative Komplikationen

  • Protheseninfektion
  • Aortointestinale Fistel → massive Blutabgänge über den Gastrointestinaltrakt
  • Komplikationen durch Ischämie

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prävention

  • Konsequente Hypertoniebehandlung
  • Nikotinkarenz
  • Screening des abdominellen Aortenaneurysma durch Ultraschalluntersuchung
    • Männer ab 65 Jahren
    • Frauen mit Raucheranamnese ab 65 Jahren
    • Alle familiär vorbelasteten Personen

Patienteninformationen

Fahrtauglichkeit bei Aortenaneurysma (asymptomatisch)

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.