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Lungenfunktionsuntersuchung

Abstract

Mit Hilfe der Lungenfunktionsuntersuchung (umgangssprachlich auch „Lufu“) werden die verschiedenen Lungenvolumina gemessen, um eine pathologische Lungenventilation detektieren zu können. Dabei gilt es, obstruktive von restriktiven Ventilationsstörungen zu unterscheiden. Die meist mit einem Pneumotachographen durchgeführte Spirometrie misst am Mund partielle und maximal mobilisierbare Lungenvolumina sowie die Atemflussgeschwindigkeiten. Die Untersuchung ist zwar einfach und kostengünstig, bedarf aber der aktiven Mitarbeit des Patienten.

Die Ganzkörperplethysmographie ist eine Spirometrie in einem abgeschlossenen Raum und liefert errechnete Werte wie das Residualvolumen und die totale Lungenkapazität. Besteht der Verdacht auf eine Gasaustauschstörung wie beispielsweise bei Lungenfibrose durch Verlängerung der Diffusionsstrecke für CO2 und O2 zwischen Alveole und Kapillare, wird zusätzlich der sogenannte Transferfaktor bestimmt.

Lungenvolumina

Die Lungenvolumina sind abhängig von Geschlecht, Körpergröße und Alter. Angegeben sind näherungsweise die Messwerte eines jungen, gesunden Erwachsenen.

Spirometrie (Ruhespirometrie)

Routineuntersuchung mit einem handlichen Pneumotachographen zur Bestimmung der Atemvolumina und Luftflussgeschwindigkeiten

Diagnostisch relevante Werte der Spirometrie
Parameter Abkürzung Definition der Atemvolumina Normwerte
Peak expiratory flow PEF Maximale Atemstromstärke bei forcierter Exspiration (in L/s) ≥90% des alters- und geschlechtsspezifischen Normwertes

Einsekundenkapazität

FEV1

Das Atemvolumen, das nach maximaler Inspiration mit voller Kraft innerhalb der ersten Sekunde ausgeatmet werden kann ≥90% des alters- und geschlechtsspezifischen Normwertes

Vitalkapazität

  • Inspiratorisch
  • Exspiratorisch
  • Forciert

VC

  • IVC
  • EVC
  • FVC

Volumendifferenz zwischen maximaler Ein- und Ausatmung; Messung als:

Alters- und geschlechtsabhängig; bei jungen, gesunden Erwachsenen ca. 4,5–5,0 L

Tiffeneau-Index

FEV1/VC Verhältnis von Einsekundenkapazität zu Vitalkapazität = (FEV1 : VC) × 100% ≥70%
Mean expiratory flow 75/50/25% MEF 75/50/25% Mittlere Atemstromstärke, wenn noch 75/50/25% der Vitalkapazität in der Lunge sind. ≥90% des alters- und geschlechtsspezifischen Normwertes

Ergospirometrie

Vor allem in der Leistungsdiagnostik eingesetztes spezielles Verfahren zur objektiven Messung der körperlichen kardio-pulmonalen Leistungsfähigkeit bei Belastung. Neben den durch ein Spirometriegerät gemessenen Ventilationsgrößen werden Sauerstoffaufnahme, Kohlenstoffdioxidabgabe und Atemminutenvolumen gemessen

Ganzkörperplethysmographie (Bodyplethysmographie)

Restriktive Ventilationsstörungen

Restriktive Ventilationsstörungen führen erst spät zu Blutgasveränderungen!

Obstruktive Ventilationsstörungen

Der Tiffeneau-Index ist der entscheidende Wert für obstruktive Ventilationsstörungen!

Der Methacholin-Provokationstest kann einen lebensbedrohlichen Asthmaanfall auslösen! Deshalb muss immer(!) eine Bronchodilatation im Anschluss erfolgen.

Differentialdiagnose obstruktive/restriktive Ventilationsstörung

Obstruktion Restriktion
FEV1 n/↓
Tiffeneau-Index (FEV1%VC) n(!)
Vitalkapazität n/↓
Residualvolumen n/↑
Totale Lungenkapazität n/↑
Resistance n
Compliance n

Diffusionskapazität