• Klinik

Aortenklappeninsuffizienz

Abstract

Die Aortenklappeninsuffizienz stellt eine Schlussunfähigkeit der Aortenklappe dar, die einen Rückstrom von Blut aus der Aorta in den linken Ventrikel während der Diastole zur Folge hat. Es gibt akute (meist nach bakterieller Endokarditis) und chronische (z.B. angeborene bikuspide Klappe) Verlaufsformen, wobei akute Varianten meist zu einer raschen Verschlechterung mit Lungenödem und kardialer Dekompensation führen. Eine chronische Aortenklappeninsuffizienz bleibt oft lange kompensiert, symptomatisch wird sie erst durch die Entwicklung einer zunehmenden Linksherzinsuffizienz. Auskultatorisch zeigt sich typischerweise ein Protodiastolikum („Sofortdiastolikum“). Ein wegweisender diagnostischer Hinweis ist außerdem die große Blutdruckamplitude. Die Therapie der Erkrankung kann bei asymptomatischen Patienten konservativ durchgeführt werden, wohingegen eine höhergradige Einschränkung der Pumpfunktion – wenn möglich – durch operativen Klappenersatz behandelt werden sollte.

Ätiologie

Pathophysiologie

Symptome/Klinik

Diagnostik

Für detailliertere Informationen siehe: Körperliche Untersuchung in der Kardiologie.

Therapie

Konservativ [1][2]

  • Indiziert bei asymptomatischen Patienten oder bei Vorliegen einer Kontraindikation für die OP
  • Therapie der Herzinsuffizienz (Nachlast↓→ Regurgitationsvolumen↓, Ejektionsfraktion↑)
  • Körperliche Aktivität, aber keine schwere Belastung

Operativ [3][1][2]

  • Indikation
    • Symptomatische Patienten
    • Asymptomatische Patienten mit deutlich eingeschränkter Pumpfunktion
    • Asymptomatische Patienten mit LVEF >50% und schwerer linksventrikulärer Dilatation
  • Operationsverfahren: Klappenersatz (unter Umständen Klappenrekonstruktion möglich)
    • Durchführung
      • Sternotomie → Extrakorporale Zirkulation gewährleisten (mittels Herz-Lungen-Maschine) → Kardioplegie (Herzstillstand) durch kaliumreiche Lösung auslösen Aorta ascendens eröffnen → Taschen der Aortenklappe vom Klappenring absetzen → Aortenprothese an den Klappenring annähen
  • Alternative: TAVI
    • Bei erhöhtem OP-Risiko oder Inoperabilität [4]
  • Endokarditisprophylaxe beachten!

Prognose

  • Asymptomatische Patienten haben eine gute Prognose
  • Bei hochgradiger bzw. symptomatischer Aortenklappeninsuffizienz ist die Prognose (auch nach operativer Therapie) deutlich schlechter [2]

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • I35.-: Nichtrheumatische Aortenklappenkrankheiten
    • Exklusive: Als angeboren bezeichnet (Q23.0, Q23.1, Q23.4Q23.9); Als rheumatisch bezeichnet (I06.‑); Hypertrophische Subaortenstenose (I42.1); Nicht näher bezeichnete Ursache, jedoch mit Angabe von Mitralklappenkrankheiten (I08.0)
    • I35.1: Aortenklappeninsuffizienz
      • Aortenklappen:
        • Insuffizienz o.n.A. oder näher bezeichnete Ursache, ausgenommen rheumatisch
        • Regurgitation o.n.A. oder näher bezeichnete Ursache, ausgenommen rheumatisch
    • I35.2: Aortenklappenstenose mit Insuffizienz
  • I06.-: Rheumatische Aortenklappenkrankheiten Exklusive: Nicht als rheumatisch bezeichnet (I35.‑)
  • Q23.-: Angeborene Fehlbildungen der Aorten- und der Mitralklappe
    • Q23.1: Angeborene Aortenklappeninsuffizienz

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.