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Aortenklappeninsuffizienz

Letzte Aktualisierung: 22.3.2022

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Die Aortenklappeninsuffizienz stellt eine Schlussunfähigkeit der Aortenklappe dar, die einen Rückstrom von Blut aus der Aorta in den linken Ventrikel während der Diastole zur Folge hat. Es gibt akute (meist nach bakterieller Endokarditis) und chronische (z.B. angeborene bikuspide Klappe) Verlaufsformen, wobei akute Varianten meist zu einer raschen Verschlechterung mit Lungenödem und kardialer Dekompensation führen. Eine chronische Aortenklappeninsuffizienz bleibt oft lange kompensiert, symptomatisch wird sie erst durch die Entwicklung einer zunehmenden Linksherzinsuffizienz. Auskultatorisch zeigt sich typischerweise ein Protodiastolikum („Sofortdiastolikum“). Ein wegweisender diagnostischer Hinweis ist außerdem die große Blutdruckamplitude. Bei nur geringen bis moderaten Befunden kann unter regelmäßigen echokardiografischen Kontrollen zunächst abgewartet werden, wohingegen eine hochgradige Klappeninsuffizienz – insb. wenn sie Symptome verursacht – durch operativen Klappenersatz behandelt werden sollte.

Für detailliertere Informationen siehe: Körperliche Untersuchung in der Kardiologie

Konservativ [1][2]

Operativ [1][2]

  • Indikation: Hochgradige Aortenklappeninsuffizienz
  • Operationsverfahren: Klappenersatz (unter Umständen Klappenrekonstruktion möglich)
  • Alternative: TAVI
    • Bei erhöhtem OP-Risiko oder Inoperabilität [3]
  • Endokarditisprophylaxe beachten!

  • Betroffene mit nur leichter oder moderater Klappeninsuffizienz haben eine gute Prognose
  • Bei hochgradiger bzw. symptomatischer Aortenklappeninsuffizienz ist die Prognose (auch nach operativer Therapie) deutlich schlechter [1]
  • I35.-: Nichtrheumatische Aortenklappenkrankheiten
    • Exklusive: Als angeboren bezeichnet (Q23.0, Q23.1, Q23.4Q23.9); Als rheumatisch bezeichnet (I06.‑); Hypertrophische Subaortenstenose (I42.1); Nicht näher bezeichnete Ursache, jedoch mit Angabe von Mitralklappenkrankheiten (I08.0)
    • I35.1: Aortenklappeninsuffizienz
      • Aortenklappen:
        • Insuffizienz o.n.A. oder näher bezeichnete Ursache, ausgenommen rheumatisch
        • Regurgitation o.n.A. oder näher bezeichnete Ursache, ausgenommen rheumatisch
    • I35.2: Aortenklappenstenose mit Insuffizienz
  • I06.-: Rheumatische Aortenklappenkrankheiten Exklusive: Nicht als rheumatisch bezeichnet (I35.‑)
  • Q23.-: Angeborene Fehlbildungen der Aorten- und der Mitralklappe
    • Q23.1: Angeborene Aortenklappeninsuffizienz

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2022, DIMDI.

  1. Daniel et al.: Klappenvitien im Erwachsenenalter In: Clinical Research in Cardiology. Band: 95, Nummer: 11, 2006, doi: 10.1007/s00392-006-0458-8 . | Open in Read by QxMD p. 620-641.
  2. Vahanian et al.: 2021 ESC/EACTS Guidelines for the management of valvular heart disease In: European Heart Journal. Band: 43, Nummer: 7, 2021, doi: 10.1093/eurheartj/ehab395 . | Open in Read by QxMD p. 561-632.
  3. Overbeck: Ist TAVI auch bei isolierter Insuffizienz der nativen Aortenklappe eine Option? In: Kardiologie.org. 2017, .
  4. Herold et al.: Innere Medizin 2020. Herold 2020, ISBN: 978-3-981-46609-6 .