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Hereditäre Störungen im Abbau komplexer Moleküle

Letzte Aktualisierung: 21.4.2026

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Hereditäre Störungen im Abbau komplexer Moleküle werden meist autosomal-rezessiv vererbt und sind durch verschiedene Enzym- oder Proteindefekte gekennzeichnet. Die klinisch relevantesten Erkrankungen dieser Gruppe führen zu einer Akkumulation komplexer Moleküle in Lysosomen und werden deshalb als lysosomale Speicherkrankheiten bezeichnet. Je nach zugrunde liegender Pathophysiologie können dabei u.a. Abbaustörungen von Glykosaminoglykanen (sog. Mukopolysaccharidosen), Sphingolipiden (sog. Sphingolipidosen) und Glykoproteinen (sog. Oligosaccharidosen) unterschieden werden.

Für das Management einer akuten metabolischen Dekompensation siehe: Stoffwechselnotfall - AMBOSS-SOP!

Für allgemeine Informationen über angeborene Stoffwechselstörungen siehe: Hereditäre Stoffwechselerkrankungen!

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Mukopolysaccharidosentoggle arrow icon

Störungen des Glykosaminoglykanabbaus (sog. Mukopolysaccharidosen) sind lysosomale Speicherkrankheiten, die durch verschiedene Enzymdefekte zu einer kontinuierlichen Akkumulation von Glykosaminoglykanen in Lysosomen führen.

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Mukopolysaccharidose Typ 1toggle arrow icon

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Mukopolysaccharidose Typ 2toggle arrow icon

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Mukopolysaccharidose Typ 3toggle arrow icon

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Mukopolysaccharidose Typ 4toggle arrow icon

  • Synonyme: Morquio-Syndrom, Morbus Morquio
  • Prävalenz
    • Typ A: Ca. 1:200.000–1:640.000 [10]
    • Typ B: Unbekannt [11]
  • Ätiologie: Autosomal-rezessiv vererbte Genmutationen [12]
    • Typ A: GALNS-Gen (16q24.3) [10]
    • Typ B: GLB1-Gen (3p21.33) [11]
  • Pathophysiologie: Defekt verschiedener Enzyme des lysosomalen Keratansulfat- und Chondroitin-6-sulfat-Abbaus → Akkumulation in Lysosomen verschiedener Gewebearten (v.a. Knorpel, Knochen, Skelettmuskulatur, Hornhaut)
  • Klinisches Bild [12]
    • Skelettal: Kleinwuchs, progrediente Skelett- und Gelenkdeformitäten , faziale Dysmorphien
    • Respiratorisch: Infektanfälligkeit, eingeschränkte Lungenkapazität, Trachealobstruktion, OSAS
    • Weitere: Hepatomegalie, Herzklappenerkrankungen, Hörverlust, Hornhauttrübung, Zahnhypoplasie
  • Typische Befunde [10][12]
    • Gesamt-Glykosaminoglykane↔︎/↑ (Urin)
    • Keratansulfat↔︎/↑ (Urin)
    • Chondroitin-6-sulfat↔︎/↑ (Urin)
    • Enzymaktivität↓ (Blut, Hautbiopsat)
    • Mutationsnachweis (Blut)
  • Therapie [12]
  • Prognose [12]
    • Unbehandelt deutlich reduzierte Lebenserwartung (bei Typ A i.d.R. <30 Jahre)
    • Bei adäquater Therapie Überleben bis ins höhere Erwachsenenalter möglich
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Sphingolipidosentoggle arrow icon

Störungen des Sphingolipidabbaus (sog. Sphingolipidosen) sind lysosomale Speicherkrankheiten, die durch verschiedene Enzymdefekte zu einer kontinuierlichen Akkumulation von Sphingolipiden in Lysosomen führen.

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Morbus Gauchertoggle arrow icon

  • Synonyme: Glucocerebrosidase-Mangel, Saure-β-Glucosidase-Mangel [13][14]
  • Prävalenz: Ca. 1:100.000 [13]
  • Ätiologie: Autosomal-rezessive Mutation im GBA-Gen (1q21) [13][14]
  • Pathophysiologie: Defekt der sauren β-Glucosidase (Glucocerebrosidase) in Lysosomen → Störung des lysosomalen Sphingolipidabbaus → Akkumulation von Glucosylceramid und Glucosylsphingosin in Makrophagen (sog. „Gaucher-Zellen“) → Schädigung verschiedener Organe (insb. Milz, Leber, Knochenmark, ggf. ZNS) [13][14]
  • Klinisches Bild [13][14]
    • Typ 1 (nicht-neurologisch): Hepatomegalie, Splenomegalie, Zytopenie, Knochenschmerzen, pathologische Frakturen, Osteonekrosen
    • Typ 2 (akut-neurologisch): Rasch progrediente Hirnstammdysfunktion (zusätzlich zum klinischen Bild von Typ 1)
    • Typ 3 (subakut-neurologisch): Enzephalopathie (zusätzlich zum klinischen Bild von Typ 1)
  • Typische Befunde [13][14]
  • Therapie [13][14]
    • Enzymersatztherapie (Imiglucerase, Velaglucerase alfa, Taliglucerase alfa)
    • Substratreduktionstherapie (Miglustat, Eliglustat)
  • Prognose [13][14]
    • Typ 1: Bei adäquater Therapie normale Lebenserwartung möglich
    • Typ 2: Häufig bereits im ersten Lebensjahr letal
    • Typ 3: Unbehandelt innerhalb weniger Jahre letal
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Morbus Fabrytoggle arrow icon

Allgemein [15]

  • Einordnung: Seltene lysosomale Speicherkrankheit
  • Ätiologie
    • Veränderte/Fehlende Enzymaktivität der α-Galactosidase A (AGLA)
    • X-chromosomale Vererbung (insb. männliches Geschlecht betroffen )
  • Epidemiologie: Manifestationsalter abhängig von Geschlecht
    • : Typischerweise im Alter von 3–10 Jahren
    • : Typischerweise im Alter von 6–15 Jahren
  • Pathophysiologie: Mangel an α-Galactosidase AAkkumulation von Glykosphingolipiden → Ablagerung in Zellen verschiedener Körperregionen, u.a.

Symptomatik [15]

Typische Symptome unterscheiden sich je nach Lebensalter. I.d.R. verschlechtert sich das klinische Bild zunehmend.

Diagnostik [15]

Therapie [15]

Neben der ambulanten Behandlung sollte stets eine Vorstellung in einem interdisziplinären Fabry-Zentrum erfolgen.

  • Kausal: Enzymersatztherapie mit
    • Agalsidase alfa
    • Agalsidase beta
  • Bei Missense-Genvariante (Enzymrestaktivität erhalten): Chaperon-Therapie
  • Ergänzend: Symptomorientierte Maßnahmen, bspw. NSAIDs bei Schmerzen
  • Verlaufskontrollen (in interdisziplinärem Fabry-Zentrum) mind. 1×/Jahr empfohlen

Verlauf und Prognose [15]

  • Fortschreitender Krankheitsprogress
  • Ohne Behandlung: Deutlich verringerte Lebenserwartung
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Saure-Sphingomyelinase-Mangeltoggle arrow icon

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GM1-Gangliosidosetoggle arrow icon

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GM2-Gangliosidosetoggle arrow icon

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Globoidzell-Leukodystrophietoggle arrow icon

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Metachromatische Leukodystrophietoggle arrow icon

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Oligosaccharidosentoggle arrow icon

Störungen des Glykoproteinabbaus (sog. Oligosaccharidosen) sind lysosomale Speicherkrankheiten, die durch verschiedene Enzymdefekte zu einer kontinuierlichen Akkumulation von Oligosacchariden in Lysosomen führen.

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α-Mannosidosetoggle arrow icon

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Neuronale Ceroidlipofuszinosentoggle arrow icon

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AMBOSS-Podcast zum Thematoggle arrow icon

Von Kolibris und Zebras: Seltene Erkrankungen (Februar/2022)

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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