• Klinik

Sammelsurium der Dermatologie

Acrodermatitis papulosa eruptiva infantilis (Gianotti-Crosti-Syndrom)

Angiokeratom

  • Definition: Ektasie der oberen Dermisgefäße mit hyperkeratotischer Epidermis
  • Angiokeratoma zirkumscriptum: Warzenartige, bläulich-schwarze Plaques meist an den Extremitäten
  • Auflichtmikroskopie: Rötlich-tiefschwarze Areale mit scharfer Begrenzung

Atherom

Definition: Atherome sind benigne Hornzysten der Haut, die von mehrschichtigem Plattenepithel ausgekleidet sind und infolge einer Verstopfung des Ausführungsganges für das Talgdrüsensekret entstehen. Unterschieden werden können Epidermoidzysten und Trichilemmalzysten.

Epidermoidzyste

  • Klinik
    • Dermaler, prallelastischer und nicht schmerzhafter Knoten
    • Zentraler Ausführungsgang, der mit der Hautoberfläche verbunden ist
    • Langsame Größenprogredienz
  • Lokalisation: Meist Gesicht oder Rücken
  • Therapie: Bei Infektion der Zyste: Exzision in toto

Trichilemmalzyste

  • Klinik
    • Wie Atherom, jedoch ohne zentralen Ausführungsgang zur Epidermis
    • Fast immer multiple Zysten
    • Inhalt hart, fest und ohne Geruch
  • Lokalisation: Fast immer am Capillitium, vereinzelt auch an Extremitäten oder Genitalien
  • Therapie: Bei störender Kosmetik oder Beschwerden Exzision in toto

Dyshidrotisches Ekzem

Erythema ab igne (e calore)

  • Übersetzung: "Rötung durch Feuer (und Wärme)" (von altgriech. erythros = "rot"; lat. ignis = "Feuer" und calor = "Wärme", "Hitze")
  • Definition: Netzartige Rötung der Haut mit Teleangiektasien
  • Ätiologie: Chronische Wärmeanwendung (Rotlicht, Wärmflasche, Lagerfeuer)
  • Verlauf: Bei Fortführung der Wärmeexposition → Pigmentatio reticularis e calore
    • Marmorierte, bräunliche Hyperpigmentierung durch erhöhte Melaninproduktion

Kallus/Klavus

  • Kallus = Hornhautschwiele durch mechanische Druckschädigung
  • Klavus = Schmerzender hyperkeratotischer Pfropf ("Hühnerauge") im Zentrum des Kallus

Katzenkratzkrankheit

  • Definition: Selbstheilende, durch Katzen (kratzen, beißen, lecken) übertragene Infektionskrankheit
  • Erreger: Bartonella henselae
  • Epidemiologie: Betroffen sind hauptsächlich junge Erwachsene oder Kinder
  • Klinik
    • Allgemeinbeschwerden
    • Fieber
    • Lokal: 4-6 Tage nach dem Kontakt mit der infizierten Katze entsteht eine etwa 5-10mm große kutane Papel oder ein Nodus (bei etwa der Hälfte der Patienten)
    • Anschließend starkes Anschwellen regionärer Lymphknoten, die einschmelzen können → Weiche und schmerzhafte Lymphknotenschwellung
  • Diagnostik
  • Therapie
    • In der Regel keine, da meist spontane Heilung nach einigen Wochen (selten bis 6 Monate)
    • Evtl. antibiotische Therapie (z.B. Azithromycin), wenn schwerer Verlauf oder keine Ausheilung

Keratoma sulcatum (Keratolysis sulcata plantaris)

  • Definition: Grübchenförmiger Hornhautdefekt der Fußsohle mit starkem Brennen
  • Epidemiologie: Vor allem Sportler, Arbeiter oder Soldaten betroffen

Livedo-Syndrome

Definition: Heterogene Gruppe vaskulärer Syndrome. Während der Livedo reticularis eine vegetative Dysregulation der Hautdurchblutung zugrunde liegt (funktionelle, harmlose Störung), ist die Livedo racemosa immer auf einen pathologischen Prozess zurückzuführen.

Livedo reticularis (Synonym: Cutis marmorata)

  • Pathophysiologie: Äußere Einflüsse wie Kälte verlangsamen aufgrund einer vegetativen Dysregulation die Hautdurchblutung (= funktionelle Störung)
  • Epidemiologie: Insb. junge Frauen betroffen
  • Klinik: Symmetrische Livedo (regelmäßig, klein, kreisförmig) an den Extremitäten, evtl. auch am Stamm; durch Kältereize getriggert, regredient nach Wärmeapplikation
  • Therapie: Wärme, Wechselbäder, Sauna
  • Prognose: Besserung mit zunehmenden Alter

Livedo racemosa

  • Pathophysiologie: Lokale Strömungshindernisse verlangsamen den Blutfluss (organische Störung = pathologischer Prozess)
  • Ätiologie: Vaskuläre Erkrankungen (Cholesterinembolie, Arteriosklerose, Vaskulitis)
  • Klinik: Unregelmäßige, bizarre Livedo (nicht regelmäßig und kreisförmig wie Livedo reticularis) an Extremitäten, evtl. auch am Stamm, auch nach Erwärmung der Haut persistierend
  • Therapie: Abhängig von der Grunderkrankung

Eine Livedo racemosa ist nicht regredient nach Wärmeapplikation und als Warnsignal für eine vaskuläre Erkrankung zu werten! Eine Livedo reticularis bezeichnet dagegen eine harmlose Störung, die meist keiner weiteren Behandlung bedarf.

Lokalisierte Lipoatrophie

  • Definition: Lokalisierte Rückbildung des subkutanen Fettgewebes
  • Auftreten unter anderem nach Subkutaninjektion, aber auch druckinduziert und idiopathisch

Mastozytose (Urticaria pigmentosa)

Miliaria

  • Definition: Papulöses Exanthem nach Hitzeexposition
  • Ätiologie: Verschluss des Schweißdrüsen-Ausführungsganges bei Überwärmung
  • Lokalisation: Meist an Stamm, Hals und intertriginös
  • Epidemiologie: Auftreten meist bei Neugeborenen, auch im weiteren Kindesalter

Naevus flammeus (Feuermal)

  • Definition: Angeborene benigne Fehlbildung und Erweiterung der Kapillargefäße unterhalb der Epidermis
  • Epidemiologie: Gehäuftes Auftreten bei bestimmten Phakomatosen
  • Klinik: Umschriebene, rotlivide Färbung
  • Prognose: Harmlos, ggf. kosmetische Behandlung

Nummuläres Ekzem (mikrobielles Ekzem)

  • Ätiologie: Bakterielle Genese
  • Klinik
    • 2-5cm große, nummuläre (=münzförmige), scharf begrenzte Herde
    • Rötung, Juckreiz, Krusten
    • Meist Extremitäten betroffen

Periorale Dermatitis (rosazeaartige Dermatitis, Stewardessen-Krankheit)

  • Definition: Papulopustulöse Erkrankung mit perioraler Ausbreitung
  • Epidemiologie: Überwiegend Frauen im Alter zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr betroffen
  • Ätiologie: Unbekannt, Applikation von (Glucocorticoid‑)Cremes, Kosmetika (Stewardessen-Krankheit)
  • Lokalisation: Perioral, teilweise auch periokulär
  • Klinik
    • Erythem mit gruppiert stehenden Papeln und Pusteln
    • Schmerzhaftes Brennen und Spannungsgefühl der trockenen Haut
    • Narbenlose Abheilung
  • Therapie
    • Expositionsprophylaxe durch Verzicht auf Kosmetika, corticoidhaltige Medikamente
    • Ggf. Tetrazyklin lokal oder systemisch

SAPHO-Syndrom

  • Definition und Klinik: Rheumatologisches Krankheitsbild aus der Gruppe der Spondarthritiden mit gleichzeitigem Auftreten von:
  • Ätiologie: Unbekannt
  • Diagnostik: Meist klinische Diagnose; ggf. zusätzlich Röntgen , Szintigraphie , MRT
  • Therapie: Vorwiegend symptomatisch

Toxische (Kontakt-)Dermatitis

  • Definition: Nicht-infektiöse/-kontagiöse, entzündliche Dermatose mit Veränderung v.a. in Epidermis und oberem Korium [2]
  • Ätiologie: Einwirkung durch eine primär die Haut schädigende Noxe [2]
    • Chemische Noxen: Bspw. Säuren oder Laugen
    • Physikalische Noxen: Bspw. UV-Strahlung, Wärme oder Kälte, mechanische Reize
    • Aerogene Noxen: Stäube oder Dämpfe
  • Klinik [2][3]
    • Allgemein: Schmerzen, seltener Juckreiz
    • Hautbefund: U.a. abhängig von Hautbeschaffenheit , individuellem Hauttyp , Alter des Patienten , Vorschädigung der Haut
      • Ausbildung innerhalb von 24 Stunden nach Exposition, bei sehr starker Irritation bereits innerhalb weniger Minuten
      • Scharf begrenztes, auf den Kontaktort beschränktes Erythem
      • Starke Irritation: Blasenbildung bis hin zu Gewebenekrosen
      • Schwächere Irritation: Sehr unterschiedliche Ausprägungen möglich, u.a. Einblutungen, Blasen, Pusteln, Schuppen oder Erosionen
    • Häufige Manifestationen
      • Windeldermatitis
      • Sog. „Waschhände“ durch häufigen Kontakt mit Seifen und Wasser oder Desinfektionsmitteln
  • Therapie: Insb. lokale Maßnahmen [2][3]
    • Sofortige Beseitigung der schädigenden Noxe
    • Feuchte Umschläge zur Kühlung
    • Topische Antiseptika bei Schädigung der Hautbarriere
    • Ggf. topische Antiphlogistika
    • Systemische Glucocorticoide bei ausgeprägtem Befund
  • Differentialdiagnosen [2]

Xeroderma pigmentosum