• Klinik

Karpaltunnelsyndrom (Brachialgia paraesthetica nocturna)

Abstract

Das Karpaltunnelsyndrom bezeichnet eine chronische Kompression des Nervus medianus unter dem Retinaculum flexorum im Karpaltunnel. Die Symptome ergeben sich aus der Funktion des N. medianus peripher des Karpaltunnels. Früh zeigen sich nächtliche Schmerzen in Zeige- und Mittelfinger sowie im Daumen; im Verlauf kommt es zu einer Atrophie des Daumenballens. Verschiedene klinische Tests geben erste Verdachtshinweise, entscheidend ist aber die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit mittels Elektroneurographie. Beschränkt sich die Symptomatik auf nächtliche Schmerzen, kann ein Therapieversuch mit Ruhigstellung des Arms in der Nacht und kurzzeitiger medikamentöser Schmerztherapie erfolgen. Im Allgemeinen wird jedoch eine frühzeitige operative Dekompression durch Spaltung des Retinaculum flexorum angestrebt.

Epidemiologie

  • Geschlecht: >
  • Alter: Häufigkeitsgipfel 40.–50. Lebensjahr

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Symptome/Klinik

  • Frühsymptom: Nächtliche Schmerzen und Parästhesien vor allem der volaren Hand und den Fingern I–III
    • Besserung der Symptomatik durch Schütteln oder Massieren der Hände
  • Hypästhesie im Nervenversorgungsgebiet (Digiti 1–3)
  • Beidseitiger Befall ca. 30–40%
  • Spätsymptom: Thenarmuskelatrophie (Daumenballenatrophie)

Die Schwurhand gehört nicht zu den Symptomen! Diese tritt lediglich bei proximalen Medianusläsionen auf!

Verlaufs- und Sonderformen

Diagnostik

Die klinischen Zeichen haben eine geringe Spezifität, entscheidend ist deshalb die Elektroneurographie!

Therapie

  • Konservativ
    • Indikation: Nächtliche Schmerzen bzw. geringe Beschwerdesymptomatik
    • Nächtliche Ruhigstellung durch gepolsterte, volare Unterarmschiene
    • Kurzzeitig analgetische Therapie (NSAR)
  • Operativ
    • Indikation: Zeichen der Nervenschädigung (bspw. dauerhafte Dysästhesie, Thenarmuskelatrophie), Versagen der konservativen Therapie
    • Operative Spaltung des Retinaculum flexorum (Ligamentum carpi transversum)

Komplikationen

  • Rezidive nach Operation: 0,5–3% der Fälle

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prognose

  • Symptomverbesserung nach OP bei >80%

Patienteninformationen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • G56.-: Mononeuropathien der oberen Extremität

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.