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Hydrozephalus

Abstract

Mit dem Begriff Hydrozephalus wird eine von der Norm abweichende Erweiterung der Liquorräume bezeichnet, die auf ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Resorption von Liquor zurückzuführen ist. Ursache hierfür sind i.d.R. mechanische Abflussstörungen, aber auch eine Liquorüberproduktion ist möglich. Therapeutisch wird der überschüssige Liquor über einen Shunt meist in das Peritoneum abgeleitet.

Formen des Hydrozephalus

Bei Säuglingen und Kleinkindern entwickelt sich aufgrund der offenen Schädelnähte die Hirndrucksymptomatik erst sehr spät!

Shunt-Therapie

  • Indikation: Kindliche Hydrozephali, Normaldruck-Hydrozephalus, Syringomyelie
  • Verfahren
    • Ableitung v.a. in den Peritonealraum (ventrikulo-peritonealer Shunt)
    • Wichtige Bestandteile eines Shunts:
      • Verstellbare Differenzdruckventile
      • Reservoir

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

G91.-: Hydrozephalus

G94.-:* Sonstige Krankheiten des Gehirns bei anderenorts klassifizierten Krankheiten

  • G94.0*: Hydrozephalus bei anderenorts klassifizierten infektiösen und parasitären Krankheiten (A00–B99†)
  • G94.1*: Hydrozephalus bei Neubildungen (C00–D48†)
  • G94.2*: Hydrozephalus bei sonstigen anderenorts klassifizierten Krankheiten
  • G94.8*: Sonstige näher bezeichnete Krankheiten des Gehirns bei anderenorts klassifizierten Krankheiten

Q03.-: Angeborener Hydrozephalus

Besondere Formen und Situation bei Hydrozephalus des Fetus/Neugeborenen

  • O33.-: Betreuung der Mutter bei festgestelltem oder vermutetem Missverhältnis zwischen Fetus und Becken
    • Inklusive: Aufgeführte Zustände als Grund für Beobachtung, stationäre Behandlung oder sonstige geburtshilfliche Betreuung der Mutter oder für Schnittentbindung vor Wehenbeginn
    • Exklusive: Aufgeführte Zustände im Zusammenhang mit Geburtshindernis (O65-O66)
    • O33.6: Betreuung der Mutter bei Missverhältnis durch Hydrozephalus des Fetus
  • O66.-: Sonstiges Geburtshindernis
    • O66.3: Geburtshindernis durch sonstige Anomalien des Fetus
      • Dystokie durch: Doppelfehlbildung [zusammengewachsene Zwillinge], fetal: Aszites, Hydrops, Myelomeningozele, Steißteratom, Tumor, Hydrozephalus beim Fetus
  • P37.-: Sonstige angeborene infektiöse und parasitäre Krankheiten
  • P91.-: Sonstige zerebrale Störungen beim Neugeborenen

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.