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Infektiöse Mononukleose (Epstein-Barr-Virus-Infektion…)

Abstract

Die infektiöse Mononukleose (Pfeiffer-Drüsenfieber) wird durch die zu den humanen Herpes-Viren gehörenden und hochkontagiösen Epstein-Barr-Viren (EBV) übertragen. Nach einer Inkubationszeit von einer oder mehreren Wochen kommt es zu einer fieberhaften Angina tonsillaris mit weiß-gräulichen Belägen, einer generalisierten Lymphknotenschwellung und häufig auch zu einer Splenomegalie. Im Blutbild findet sich eine Lymphozytose und im Blutausstrich aktivierte mononukleäre Lymphozyten, die auch Pfeiffer-Zellen genannt werden. Die Therapie ist rein symptomatisch. Zu bedenken ist dabei (zumal häufig die Fehldiagnose der bakteriellen Angina tonsillaris gestellt wird), dass die Gabe von Amoxicillin bzw. Ampicillin zu einem Arzneimittelexanthem führen kann. Komplikationen sind zwar selten, die Epstein-Barr-Viren werden aber mit zahlreichen Malignomen (Morbus Hodgkin, Burkitt-Lymphom, etc.) und chronischer Fatigue in Verbindung gebracht.

Epidemiologie

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Symptome/Klinik

  • Inkubationszeit: 1–7 Wochen
  • Leitsymptome
    • Fieberhafte Angina tonsillaris (gerötete, vergrößerte Tonsillen mit weiß-gräulichen konfluierenden Belägen) oder Pharyngitis
    • Generalisierte Lymphknotenschwellungen [1]
    • Im Kleinkindesalter verläuft die Infektion dagegen meist asymptomatisch
  • Organbeteiligung
  • Verlauf: Häufig ausgeprägte Fatigue (Abgeschlagenheit) über mehrere Wochen

Bei einer Splenomegalie kann es auch immer zu einer lebensbedrohlichen Milzruptur kommen!

Diagnostik

Die Verdachtsdiagnose Infektiöse Mononukleose wird meist klinisch gestellt und kann laborchemisch, mikroskopisch und serologisch untermauert werden.

Pathologie

Lymphknoten-Histologie

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

Symptomatische Therapie

  • Körperliche Schonung
  • Gabe von Flüssigkeit (ggf. i.v.)
  • Analgesie und Antipyrese (z.B. Paracetamol)

Die bakterielle Angina tonsillaris (wichtige Differentialdiagnose) kann mit Aminopenicillinen behandelt werden. Bei einer bestehenden infektiösen Mononukleose ist dies jedoch kontraindiziert, da die Gabe zu einem Arzneimittelexanthem führen kann!

Komplikationen

Bei immunkompetenten Patienten

Komplikationen sind zwar selten, aber schwerwiegend:

Bei immunsupprimierten Patienten

Assoziierte Malignome

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.