ambossIconambossIcon

Verbrennung

Letzte Aktualisierung: 28.4.2026

Allgemeinmedizin kompakt: Verbrennungtoggle arrow icon

Initiales Vorgehen

Bei Arbeits-/Wegeunfall: D-Arzt-Verfahren einleiten!

Warnzeichen

Bei Warnzeichen: Notfallmäßige Einweisung!

Wichtige Ursachen

  • Verbrühungen: Heiße Flüssigkeiten, Wasserdampf
  • Kontaktverbrennungen: Herdplatten, Bügeleisen, heiße Backbleche
  • Flammenverbrennungen: Offenes Feuer, Grillen

Ursache/Unfallhergang immer erfragen und für evtl. juristische Fragen dokumentieren!

Weiteres Prozedere

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Verbrennungen sind thermisch bedingte Gewebeschäden infolge von Hitzeeinwirkung (bspw. Flammen, heiße Flüssigkeiten, Dampf). Vergleichbare Gewebeschädigungen können jedoch auch durch elektrische Einwirkung (Stromunfall), mechanische Reibung, UV-Strahlung oder chemische Substanzen (Säuren, Laugen) entstehen.

Je nach Tiefe der Schädigung werden Verbrennungen in 4 Grade eingeteilt. Das Ausmaß der Verbrennung kann u.a. über die Neunerregel oder die Handflächenbestimmung abgeschätzt werden.

Durch die Entwicklung eines Kapillarlecks und die fehlende Barrierefunktion der Haut kann es im Rahmen von umfangreichen thermischen Verletzungen zu relevanten Flüssigkeits- und Eiweißverlusten sowie zum Volumenmangelschock, SIRS und zur Sepsis kommen (Verbrennungskrankheit). Neben der lokalen Therapie ist daher eine gezielte, kontrollierte Flüssigkeitssubstitution sehr wichtig. Je nach Ausmaß der Verbrennung kann ein chirurgisches Vorgehen mit Nekrosenabtragung, Hautspaltung und sogar Hauttransplantation notwendig sein.

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Inzidenz [1]
    • Leichte Verbrennungen (Grad 1–2a): Ca. 600/100.000 Einwohner/Jahr
    • Schwere Verbrennungen (großflächige Grad 2b–3): Ca. 2/100.000 Einwohner/Jahr
  • Geschlechterverhältnis: >

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Ätiologietoggle arrow icon

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Pathophysiologietoggle arrow icon

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Symptomatiktoggle arrow icon

Lokale Symptome

Lokale Symptome und Schädigung je nach Verbrennungsgrad

Verbrennungsgrad

Symptome

Schädigung

Verbrennung 1. Grades

Verbrennung 2. Grades (2a)

Verbrennung 2. Grades (2b)

  • Tiefe Schichten der Dermis mitbetroffen
  • Abheilung mit Narben
  • Wundgrund schlecht durchblutet

Verbrennung 3. Grades

Verbrennung 4. Grades

  • Verkohlung
  • Tiefer liegende Schichten mitbetroffen (bspw. Muskeln, Fett, Faszien, Knochen)

Das Schmerzempfinden nimmt bei tieferen Verletzungen bis hin zur Analgesie durch die Verletzungen der Nervenenden ab!

Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist Schmerz subjektiv und daher nur begrenzt zur klinischen Beurteilung geeignet!

Intoxikationen (bspw. durch Rauchgas oder Alkohol) können Bewusstseinsstörungen verursachen und dadurch die klinische Statusbeurteilung einschränken!

Ausmaß der Verbrennung (Oberflächenbestimmung)

Die Berechnung der Körperoberfläche kann nach verschiedenen Formeln mithilfe der Größe und des Körpergewichts erfolgen. Bei einem Erwachsenen beträgt sie ca. 1,5–2 m2.

Neunerregel nach Wallace

  • Zur Einschätzung des Ausmaßes der Verbrennung beim Erwachsenen
  • Abweichende Zahlen für Kopf und untere Extremität bei Kindern
  • Abweichende Zahlen auch für stark adipöse Erwachsene (bspw. WHO Grad III)
Neunerregel nach Wallace
Körperteil Körperoberfläche
Erwachsene Kleinkind Säugling
Kopf 9% 16% 18%
Rumpf 36% (4×9%)
Arme 18% (2×9%)
Beine 36% (2×18%)

29%

27%

Genitalregion 1%

Körperoberfläche (Rechner)

Handflächenregel

Bestimmung und Dokumentation der verbrannten Körperoberfläche mittels Schema nach Lund und Browder

  • Genauere Bestimmung als mit der Neunerregel möglich
  • Eintragung des prozentualen Anteils der thermischen Verletzung in die entsprechende Spalte
Schema nach Lund und Browder
Lokalisation 0–12 Monate 1–3 Jahre 4–8 Jahre 9–13 Jahre 14 Jahre Erwachsene
Kopf 19% 17% 13% 11% 9% 7%
Hals 2% 2% 2% 2% 2% 2%
Rumpf 13% 13% 13% 13% 13% 13%
Rücken 13% 13% 13% 13% 13% 13%
Rechte Gesäßhälfte 2,5% 2,5% 2,5% 2,5% 2,5% 2,5%
Linke Gesäßhälfte 2,5% 2,5% 2,5% 2,5% 2,5% 2,5%
Genitalien 1% 1% 1% 1% 1% 1%
Rechter Oberarm 4% 4% 4% 4% 4% 4%
Linker Oberarm 4% 4% 4% 4% 4% 4%
Rechter Unterarm 3% 3% 3% 3% 3% 3%
Linker Unterarm 3% 3% 3% 3% 3% 3%
Rechte Hand 2,5% 2,5% 2,5% 2,5% 2,5% 2,5%
Linke Hand 2,5% 2,5% 2,5% 2,5% 2,5% 2,5%
Rechter Oberschenkel 5,5% 6,5% 8% 8,5% 9% 9,5%
Linker Oberschenkel 5,5% 6,5% 8% 8,5% 9% 9,5%
Rechter Unterschenkel 5% 5% 5,5% 6% 6,5% 7%
Linker Unterschenkel 5% 5% 5,5% 6% 6,5% 7%
Rechter Fuß 3% 3,5% 3,5% 3,5% 3,5% 3,5%
Linker Fuß 3% 3,5% 3,5% 3,5% 3,5% 3,5%
Summe der Gesamtverbrennung

Systemische Symptome (Verbrennungskrankheit)

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

Chemische Verletzungen

Verätzungen durch Säuren und Laugen

  • Gewebeschädigungen
    • Säuren erzeugen Koagulationsnekrosen: Trockene und brüchige Nekrose
    • Laugen erzeugen Kolliquationsnekrosen
  • Erstmaßnahmen bei chemischen Verletzungen durch Säuren und Laugen
    • Allgemein
      • Kleidung der betroffenen Person entfernen, ggf. adäquate persönliche Schutzausrüstung anlegen [3]
      • Ggf. Diphoterine®-Spülung
    • Calciumoxid (Zement): Abbürsten
    • Natriumoxid (Rohrreiniger): Langes Abspülen mit kühlem Wasser
    • Natriumhypochlorit (Bleiche und Desinfektionsmittel): Sofortiges Einseifen und Abspülen mit Wasser
    • Flusssäure
      • Allgemeines Vorgehen
        • Abspülen mit Wasser
        • EKG- und Elektrolyt-Monitoring
        • Verätzungen von >4% Körperoberfläche: Systemische Calciumsubstitution
        • Wundmanagement: Auftragen von Calciumgluconat-Gel und Unterspritzung mit Calciumgluconat
      • Verletzungen im Extremitätenbereich: Zusätzlich intraarterielle Infusion von Calcium möglich
      • Verätzungen im Bereich der Augen: Spülung mit Anti-HF®- oder Hexafluorine®-Speziallösung (beide Substanzen nur auf Grundlage experimenteller Daten)
    • Chromsäure: Abspülen mit Wasser und Auftragen von Phosphat sowie chirurgisches Debridement
    • Phenol: Abspülen mit Polyethylenglykol

Thermische Verletzungen durch andere chemische Substanzen

  • Weißer Phosphor
    • Abspülen mit kaltem Wasser
    • Chirurgisches Debridement
    • EKG- und Elektrolyt-Monitoring
  • Teer und Bitumen
    • Schonende Entfernung mittels Polysorbat (bspw. Tween 80®)
    • Anwendung von Polysorbat auch im Augenbereich möglich

Strahlenbedingte Wunden (Strahlendermatitis)

  • Schweregrad abhängig von der Strahlendosis
    • Grad 1: Früherythem
    • Grad 2: Dermatitis erythematodes
    • Grad 3: Dermatitis bullosa
    • Grad 4: Dermatitis gangraenosa
  • Spätschaden: Strahlenulkus

Inhalationstrauma

Steroide haben beim Inhalationstrauma keinen klinischen Vorteil, sondern erhöhen möglicherweise das Infektionsrisiko!

Das Inhalationstrauma ist primär eine klinische Diagnose, die ggf. durch eine Bronchoskopie bestätigt wird!

Blast Injury [4]

  • Definition: Komplexes Trauma als direkte oder indirekte Folge einer Explosion, in Deutschland meist Feuerwerksdetonation
  • Differenzierung
    • Deflagration: Verpuffung, schnelles Brennen
    • Explosion: Niedriggradiger Sprengstoff
    • Detonation: Hochgradiger Sprengstoff
  • Vorgehen
Einteilung der Blast Injury
Einteilung Verletzungsmechanismus Mögliche Folge Verletzungsbeispiele
Primär
  • Druckwelle
  • Pulmonales Barotrauma
  • Trommelfellruptur
  • Darmperforation
Sekundär
  • Splitter, Fragmente, Trümmer
  • Stumpfe und penetrierende Verletzungen
  • Penetration des Auges
  • Offene Verletzungen von Thorax und Abdomen
Tertiär
  • Beschleunigung des Körpers durch die Druckwelle und den Aufprall auf ein solides Objekt
  • Stumpfe Traumata
Quartär
  • Exposition gegenüber Hitze, Rauch, giftigen Stoffen
Quintär
  • Hyperinflammatorischer Zustand
  • Strahlenverbrennungen
  • Akute Strahlenkrankheit
Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Diagnostiktoggle arrow icon

Während der diagnostischen Maßnahmen muss ein Auskühlen der Brandverletzten konsequent verhindert werden!

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Präklinisches Managementtoggle arrow icon

Erstversorgung von Verbrennungen [5]

Eine Hypothermie verschlechtert die Prognose bei Schwerbrandverletzten!

Großflächige Verbrennungen erhöhen das Risiko eines generalisierten Ödems mit respiratorischer Insuffizienz!

Transport in ein Brandverletztenzentrum [1]

  • Indikationen
    • Thermische Verletzungen
    • Chemische Verätzungen
    • Stromunfall (inkl. Blitzschlag)
    • Alter <8 Jahre und >60 Jahre
    • Begleitverletzung oder -erkrankung
      • Mit anschließend erschwerter Behandlung
      • Bei speziellen psychotherapeutischen, psychiatrischen oder physischen Begleiterkrankungen
  • Sekundäre Zuweisung bedenken
  • Qualitätssicherung und verbessere Versorgung: Eintrag der in einem Brandverletztenzentrum versorgten Personen mit thermischen Verletzungen in das Verbrennungsregister

Verbrennungen mit Indikation zur Behandlung in einem Brandverletztenzentrum werden derzeit noch häufig entgegen den Empfehlungen in Kliniken ohne Zentrumsstatus versorgt!

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Therapietoggle arrow icon

Allgemeinmaßnahmen

Flüssigkeitstherapie bei Verbrennungen [8]

  • Empfehlung
  • Berechnungen für Menge der Infusionslösung
    • Rule of Ten zur Berechnung der initialen Flüssigkeitsmenge in mL/h: Prozent VKOF × 10
      • Beispielrechnung bei 15% VKOF und 80 kg Körpergewicht: 15 × 10 = 150 mL/h
      • Beachte: Je 10 kg über 80 kg+100 mL
    • Parkland-Formel nach Baxter zur Berechnung des Volumens pro 24 h: 4 mL Infusionslösung × Prozent VKOF × kg Körpergewicht
      • Beispielrechnung bei 15% VKOF und 80 kg Körpergewicht: (4 × 15 × 80) mL = 4.800 mL
      • Beachte: 50% des errechneten Volumens sollten in den ersten 8 h gegeben werden, je 25% in den darauffolgenden 8 h
    • Modifizierte Brooke-Formel zur Berechnung des Volumens pro 24 h: 2 mL Infusionslösung × VKOF × kg Körpergewicht
      • Beispielrechnung bei 15% VKOF und 80 kg Körpergewicht: (2 × 15 × 80) mL = 2.400 mL
      • Beachte: 50% des errechneten Volumens sollten in den ersten 8 h gegeben werden
  • Durchführung: Kontinuierliche Gabe empfohlen
Zielwerte der Infusionstherapie
Parameter Zielwert
Diurese 0,3–0,5 mL/kgKG/h (bei Starkstromverbrennung 2 mL/kgKG/h)
Lactat <2 mmol/L, BE >-2 mmol/L
Herzfrequenz <110/min
Arterieller Mitteldruck >65 mmHg
Intrathorakaler Blutvolumenindex (ITBVI) <600–800 mL/m2
Herzindex >2,2–3,0 L/min/m2
Zentralvenöse Sauerstoffsättigung (szvO2) >70%
Albumin >25 g/L
Intraabdomineller Druck <16 mmHg

Eine Wiederherstellung des intravasalen Volumens in den ersten 24 h durch Flüssigkeitstherapie sollte aufgrund des kapillären Lecks nicht angestrebt werden!

Eine Blasendruckmessung (intraabdomineller Druck) ist bei >30% VKOF oder einem Infusionsvolumen von >250 mL/kgKG (in den ersten 24 h) durchzuführen!

Eine tägliche Gewichtskontrolle ist in der ersten Woche zwecks Flüssigkeitsbilanzierung empfohlen!

Analgesie

Eine möglicherweise veränderte Pharmakokinetik und -dynamik von Medikamenten durch u.a. Nieren- und Leberfunktionsstörungen im Rahmen der Verbrennungskrankheit ist zu beachten!

Ernährungs- und Hypermetabolismusmanagement

Ernährung

  • Durchführung
    • Frühzeitig enteral: Spätestens innerhalb von 24 h
    • Supplementär parenteral: Bei Nicht-Erreichen der Kalorien- bzw. Proteinvorgabe
  • Kalorienbedarf
    • Bestimmung: Indirekte Kalorimetrie bevorzugt
    • Steigerung: 75% bis Ende der frühen Akutphase → 100% bis Ende der Akutphase (4–7 Tage nach Beginn)
  • Makronährstoffe
  • Mikronährstoffe
  • Monitoring
    • Täglich: Gewicht, Blutzucker, Gastroresidualvolumen, Phosphat
    • Regelmäßig: Spiegelbestimmungen bei Substitution von Mikronährstoffen

Hypermetabolismus

  • Nicht-pharmakologische Therapie
  • Pharmakologische Therapie
    • Propranolol
      • Ziel: Senkung der Ausgangsherzfrequenz (nach Schockphase) um 15–20%
      • Effekte: Myokardialer Sauerstoffverbrauch ↓, Blutverlust↓, Energieverbrauch↓, Wundheilung
    • Insulin (low-dose): Kontinuierlich
      • Effekt: Muskelkatabolismus↓

Perioperatives Management

Wundmanagement

Kleine Verbrennungsareale des Grades 2a können ambulant und konservativ behandelt werden, bspw. mit Fettgaze, antiseptischen Topika und Analgetika!

Bei einer Verbrennungserkrankung mit ausgedehnten Verbrennungen ist die chirurgische Therapie die einzige kausale Behandlung!

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Komplikationentoggle arrow icon

Überblick der Komplikationen nach thermischen Verletzungen [1]
Bereich Komplikationen
Infektionen
Körpertemperatur
Verbrennungskrankheit
Haut
Muskulatur und Skelett
Lymphsystem
Lunge
Abdomen
Urogenitaltrakt
Sinnesorgane
Neurologie
Psyche

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Nachsorgetoggle arrow icon

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Prognosetoggle arrow icon

ABSI-Score (Abbreviated Burn Severity Index) zur Abschätzung des Letalitätsrisikos [1]

Anwendung und Auswertung des ABSI-Scores
Parameter Verbrannte Körperoberfläche (in %) Alter (in Jahren) Weitere Parameter
Punktevergabe
  • 1–10 = 1 Punkt
  • 11–20 = 2 Punkte
  • 21–30 = 3 Punkte
  • 31–40 = 4 Punkte
  • 41–50 = 5 Punkte
  • 51–60 = 6 Punkte
  • 61–70 = 7 Punkte
  • 71–80 = 8 Punkte
  • 81–90 = 9 Punkte
  • 91–100 = 10 Punkte
  • 0–20 = 1 Punkt
  • 21–40 = 2 Punkte
  • 41–60 = 3 Punkte
  • 61–80 = 4 Punkte
  • >80 = 5 Punkte
Auswertung Punkte Überlebensrate in %
2–3 99
4–5 90–99
6–7 80–90
8–9 50–70
10–11 20–40
12–13 <10
>13 <1
Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Thermische Verletzungen im Kindesaltertoggle arrow icon

Epidemiologie und Ätiologie

  • Typische Altersgruppe: Überwiegend Kleinkind- bis Schulkindalter
  • Ätiologie

Bis zu 10% der thermischen Verletzungen im Kindesalter werden durch Kindesmisshandlung verursacht!

Symptomatik

Präklinische Erstversorgung von Verbrennungen

Therapie

Besonderheiten bei Verlaufs- und Sonderformen

Unterschiede in der Therapie thermischer Verletzungen zwischen Erwachsenen und Kindern
Aspekt Kinder Erwachsene
Erstversorgung Schmerztherapie Bei fehlendem intravenösen Zugang
Erstversorgung Volumentherapie Indikation für Zugang
  • Nicht definiert
Intraossärer Zugang
  • Nur bei großflächigen Verletzungen erwägen
Volumen präklinisch initial
  • Max. 10 mL/kgKG/h
  • 1.000 mL in den ersten 2 h nach Trauma
Klinische Flüssigkeitstherapie Schwelle
  • Ab >10% VKOF → Grundbedarf, wenn unbeatmet und Trinkmenge nicht ausreichend
  • Ab >15% VKOF → Zusätzlicher Bedarf
  • Ab >15% VKOF formelbasiert
Parkland-Formel
  • 4 mL/kgKG/% VKOF in 24 h
Grundbedarf
  • Berechnung nach Holliday-Segar
  • Kein separater Grundbedarf
Ziel-Diurese
  • Säuglinge und Kleinkinder: 1–2 mL/kgKG/h
  • Schulkinder: 0,5–1 mL/kgKG/h
  • 0,5 mL/kgKG/h
Anästhesie – perioperativ Prämedikation
  • Keine Angaben
Mivacurium
  • Verlängerte Wirkung
  • Keine Angaben
Propofol
  • Keine Angaben
Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

  • Im ICD-10-GM werden Verbrennungen im Kapitel XIX abgehandelt
    • T20T25: Verbrennungen oder Verätzungen der äußeren Körperoberfläche, Lokalisation bezeichnet
    • T95: Folgen von Verbrennungen, Verätzungen oder Erfrierungen
  • Aufgrund des großen Umfangs verweisen wir auf die Seite des BfArM für weitere Angaben zur Kodierung

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

Icon of a lock

Anmelden oder Einloggen , um den ganzen Artikel zu lesen.

Probiere die Testversion aus und erhalte 30 Tage lang unbegrenzten Zugang zu über 1.400 Kapiteln und +17.000 IMPP-Fragen.
disclaimer Evidenzbasierte Inhalte, von festem ärztlichem Redaktionsteam erstellt & geprüft. Disclaimer aufrufen.