• Klinik
  • Arzt

Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Abstract

Die Sinusitis ist eine häufige entzündliche Veränderung der Nasennebenhöhlenschleimhaut, die meist von einer Entzündung der Nasenhöhle begleitet wird (Rhinosinusitis). In der Regel heilt sie spontan aus; hält die Erkrankung hingegen länger als 12 Wochen an, ist sie definitionsgemäß als chronisch zu bezeichnen. Leitsymptome sind eitriges Nasenlaufen und bewegungsabhängige Gesichtsschmerzen (v.a. beim Beugen des Körpers nach vorne). Viren sind die häufigsten Auslöser, weshalb nur bei heftigem Krankheitsverlauf mit Verdacht auf bakterielle Sekundärinfektion eine Antibiotikatherapie sinnvoll ist. Nur in Ausnahmefällen kann bei chronischen Verläufen eine chirurgische endoskopische Intervention notwendig sein.

Definition

Epidemiologie

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Pathophysiologie

Symptome/Klinik

  • Akute Rhinosinusitis
    • Leitsymptom: Gesteigerte eitrige Nasensekretion und retronasale Sekretion
    • Verstopfung und Engegefühl der Nase
    • Riechstörung
    • Allgemeines Krankheitsgefühl, evtl. Fieber
    • Sinusitis maxillaris und frontalis: Gesichtsschmerz mit Druckgefühl in der betroffenen Nasennebenhöhle (in der Kiefer- bzw. Stirnhöhle)
    • Sinusitis ethmoidalis: Schmerzen im Bereich der Nasenwurzel oder zwischen den Augen
    • Sinusitis sphenoidalis: Dumpfer Druckschmerz in der Mitte des Schädels
  • Chronische Rhinosinusitis
    • Wie bei akuter Rhinosinusitis, jedoch häufig schwächer ausgeprägt und/oder weniger charakteristisch

Diagnostik

Diagnosestellung nach Verlaufsform

Bei der akuten und rezidivierenden akuten Rhinosinusitis ist i.d.R. keine(!) Bildgebung indiziert!

Untersuchungsmethoden

  • Körperliche Untersuchung
    • Klopfschmerzhaftigkeit über Kiefer- und Stirnhöhle (bei Sinusitis maxillaris bzw. frontalis)
    • Ggf. Gesichts- und/oder Kopfschmerzen beim Vornüberbeugen verstärkt
    • Rhinoskopie (Untersuchung des vorderen Nasenabschnitts mit Nasenspekulum)
  • Labordiagnostik
    • Entzündungsparameter: CRP und/oder BSG ggf. erhöht
    • Weitergehende Labordiagnostik: Routinemäßig nicht indiziert, ggf. bei Verdacht auf systemische Grunderkrankungen
    • Mikrobiologische Diagnostik: Keine Routine, optional zur kalkulierten antibiotischen Therapie bei:
      • Therapierefraktären Verläufen
      • Immunsupprimierten Patienten
  • Apparative Diagnostik
  • Allergologische Testung: Keine Routine, aber zu erwägen bei:
    • Rezidivierenden Verläufen ungeklärter Genese
    • Anamnestischen oder klinischen Hinweisen auf allergische Genese

Therapie

Therapie der akuten Sinusitis [2]

Therapie der chronischen Sinusitis

Bei einem Eingriff im Sinus sphenoidalis ist eine Verletzung der A. carotis interna möglich!

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prognose

  • Akute Rhinosinusitis: Hohe Spontanheilungsraten (>50% nach 1 Woche, >90% nach 4 Wochen) [2]
  • Chronische Rhinosinusitis: Häufig langwierige Verläufe, teilweise mit Einschränkungen der Lebens- und Schlafqualität

Verlaufs- und Sonderformen

Polyposis nasi et sinuum (Chronisch-polypöse Sinusitis)

Kartagener-Syndrom (Primäre ziliäre Dyskinesie)

Patienteninformationen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.