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Erkrankungen durch Staphylokokken

Letzte Aktualisierung: 24.3.2021

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Staphylokokken gehören zu den klinisch bedeutendsten Erregern und können nahezu in allen Organsystemen Infektionen auslösen. Besonders häufig kommt es zu Manifestationen der Haut und/oder der inneren Organe (bspw. Endokarditis und Osteomyelitis). Als Toxinbildner kann Staphylococcus aureus weiterhin zu selbstlimitierenden Lebensmittelvergiftungen bis hin zu lebensbedrohlichen Krankheitsbildern (Staphylococcal Scalded Skin Syndrome, Toxic Shock Syndrome) führen.

Zur Vermeidung nosokomialer Infektionen von Wunden und Fremdmaterial (wie Katheter, Shunts) durch Staphylokokken sind hygienische Maßnahmen extrem wichtig. Insbesondere der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) stellt für immungeschwächte oder multimorbide Patienten eine große Bedrohung und für die Hygiene eine Herausforderung dar.

Bei der Therapie von Staphylokokken-Infektionen kommen penicillinasefeste Penicilline (z.B. Flucloxacillin) zum Einsatz; im Falle einer MRSA-Infektion muss auf Reserveantibiotika wie Vancomycin und Linezolid zurückgegriffen werden.

Staphylokokken sind unbewegliche grampositive Kokken (Haufenkokken), die sich bevorzugt im Trockenen vermehren (Trockenkeim). Sie können über Wochen auch außerhalb ihres optimalen Nährbodens überleben (Übertragung über die Raumluft, hohe Widerstandsfähigkeit=Tenazität) und sich daher begünstigt in Krankenhäusern vermehren. Man unterscheidet Staphylokokken unter anderem nach dem Vorhandensein der Koagulase.

Koagulasepositive Staphylokokken (insb. Staphylococcus aureus)

  • Vorkommen: Keim der transienten Hautflora, häufige Besiedlung des Nasen-Rachen-Raums
  • Nachweismethoden
    • Mikrobiologisch (Kultur): Nachweis einer Koagulase und des Clumping-Faktors A sprechen für koagulasepositive Staphylokokken
    • Laborchemisch: Nachweis von durchgemachten Staphylokokkeninfekten (Antistaphylolysin-Titer)

Methicillin-sensibler Staphylococcus aureus (MSSA)

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)

Virulenzfaktor: Panton-Valentin-Leukozidin (PVL)

Bei gehäuften Wundinfektionen bzw. rezidivierenden Hautinfektionen ansonsten gesunder Patienten ist ggf. das Vorliegen eines PVL zu prüfen!

Koagulasenegative Staphylokokken (KNS; insb. Staphylococcus epidermidis)

Meist durch Staphylococcus aureus bedingt

Bei einer S.-aureus-Blutstrominfektion soll eine konsequente Therapie sowie Fokussuche und Fokussanierung erfolgen (DGIM - Klug entscheiden in der Infektiologie)

Meist durch koagulasenegative Staphylokokken bedingt

  • Arztmeldepflicht
    • Nach § 6 IfSG
      • Der Verdacht auf und die Erkrankung an einer mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder einer akuten infektiösen Gastroenteritis ist namentlich zu melden, wenn
        • eine Person gewisse Tätigkeiten ausübt (Lebensmittel-, Gaststätten-, Küchenbereich, Einrichtungen mit/zur Gemeinschaftsverpflegung) oder
        • ≥2 gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist
      • MRSA-Infektionen sind zu melden, sofern
        • es sich um eine Sepsis oder Meningitis handelt oder
        • ≥2 gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist
  • Labormeldepflicht
  • Meldepflicht für Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 und § 34 IfSG

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

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  3. Suerbaum et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 8. Auflage Springer 2016, ISBN: 978-3-662-48677-1 .
  4. Bassetti et al.: Haut- und Weichteilinfektionen: Zellulitis, Erysipel und nekrotisierende Fasziitis In: Curriculum. Band: 13, Nummer: 35, 2013, p. 672-677.
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  8. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie Staphylococcus aureus bedingter Infektionen der Haut und Schleimhäute. Stand: 1. April 2011. Abgerufen am: 30. Oktober 2017.