• Klinik

Mitralklappeninsuffizienz

Abstract

Die Mitralklappeninsuffizienz (syn. Mitralinsuffizienz) ist das zweithäufigste behandlungsbedürftige Vitium nach der Aortenklappenstenose und stellt eine Schlussunfähigkeit der Mitralklappe aufgrund von Veränderungen des Klappenapparates dar. Sie ist meist degenerativ bedingt und bewirkt durch einen Blutrückstrom während der Kammersystole eine Volumenbelastung des linken Vorhofs. Leichte Formen sind häufig asymptomatisch. Die schwere Mitralinsuffizienz kann zu linksatrialer Dilatation, pulmonalvenöser Hypertonie, Dyspnoe und insb. bei akuten Verläufen (bspw. bei einem Sehnenfadenabriss) auch zu einem Lungenödem führen. Therapiert wird interventionell oder operativ mittels Mitralklappenrekonstruktion bzw. -ersatz.

Epidemiologie

  • Prävalenz
    • Altersabhängig, starker Anstieg im höheren Alter [1]
    • Häufigstes Vitium, zweithäufigstes behandlungsbedürftiges Vitium

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Klassifikation

  • Primäre Mitralklappeninsuffizienz: Schädigung der Klappenstrukturen → Klappenschluss nicht mehr adäquat
  • Sekundäre Mitralklappeninsuffizienz (auch funktionelle Insuffizienz): Missverhältnis zwischen Klappe und linkem Ventrikel, das zu einem inadäquaten und unvollständigen Klappenschluss führt

Pathophysiologie

Symptome/Klinik

Bei chronischer Mitralinsuffizienz treten erst spät Symptome auf, bei akuter Insuffizienz sind hingegen fulminante Verläufe möglich.

Diagnostik

Therapie

Chronische Mitralinsuffizienz

  • Asymptomatische Patienten
    • Ejektionsfraktion >60%: Follow-up, körperliche Schonung und Behandlung von Grund-/Begleiterkrankung
    • Ejektionsfraktion ≤60% oder linksventrikulärer endsystolischer Durchmesser ≥45 mm oder systolischer Pulmonalarteriendruck >50 mmHg oder neu aufgetretenes Vorhofflimmern: Frühzeitige operative Rekonstruktion oder Klappenersatz
  • Symptomatische Patienten

Akute Mitralinsuffizienz

  • Notfall!
  • Überwachung, ggf. intensivmedizinische Therapie und notfallmäßige Operation

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • I34.-: Nichtrheumatische Mitralklappenkrankheiten
  • I05.-: Rheumatische Mitralklappenkrankheiten
    • Inklusive: Zustände, die unter I05.0 und I05.2I05.9 klassifizierbar sind, unabhängig davon, ob als rheumatisch bezeichnet oder nicht
    • Exklusive: Als nichtrheumatisch bezeichnet (I34.‑)
    • I05.1: Rheumatische Mitralklappeninsuffizienz
  • Q23.-: Angeborene Fehlbildungen der Aorten- und der Mitralklappe
    • Q23.3: Angeborene Mitralklappeninsuffizienz

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.