Zusammenfassung
Die mechanische Kreislaufunterstützung (MCS) bezeichnet die mechanische Unterstützung oder den Ersatz der kardialen Pumpfunktion. Je nach Indikation kommt sie links-, rechts- oder biventrikulär zum Einsatz. Unterschieden werden die temporäre mechanische Kreislaufunterstützung (tMCS) bei akuter Herzinsuffizienz oder kardiogenem Schock von der dauerhaften mechanischen Kreislaufunterstützung (dMCS) bei chronischer Herzinsuffizienz.
Die tMCS kommt als Therapieeskalation bei therapierefraktärem Herz-Kreislauf-Versagen zum Einsatz, etwa bei akutem Myokardinfarkt, akuter Myokarditis oder im Rahmen der extrakorporalen kardiopulmonalen Reanimation. Sie dient typischerweise als Bridge-to-Recovery (Überbrückung bis zur Erholung der Herzfunktion) oder Bridge-to-Decision (Überbrückung bis zur endgültigen Therapieentscheidung), ist auf den stationären Bereich begrenzt und wird über Tage bis Wochen eingesetzt. Bevorzugt kommen dabei die Impella® sowie die veno-arterielle ECMO zum Einsatz.
Die dMCS wird bei chronischer Herzinsuffizienz unter Berücksichtigung der INTERMACS-Klassifikation entweder als Bridge-to-Transplantation (Überbrückung bis zur Herztransplantation) oder als Destination Therapy (langfristige bzw. definitive Therapie) eingesetzt. Im Gegensatz zur tMCS ermöglicht sie eine Krankenhausentlassung mit ambulanter Weiterbehandlung über Monate bis Jahre. In den allermeisten Fällen wird ein linksventrikuläres Unterstützungssystem (LVAD) in Form einer intrakorporalen Zentrifugalpumpe verwendet. Andere Systeme spielen klinisch eine untergeordnete Rolle.
Im Zusammenhang mit der mechanischen Kreislaufunterstützung kann es zu einer Vielzahl von Komplikationen kommen. Das individuelle Risikoprofil hängt dabei maßgeblich von dem jeweils verwendeten System sowie der Therapiedauer ab.
Definition
- Mechanische Kreislaufunterstützung (MCS): Mechanische Unterstützung oder Ersatz der kardialen Pumpfunktion [1][2]
- Mechanische Kreislaufunterstützungssysteme: Mechanische Pumpensysteme zur MCS [3][4]
- Intrakorporale Mikroaxialpumpen (mAFPs)
- Extrakorporaler Life Support (ECLS)
- Intraaortale Ballonpumpe (IABP)
- Ventricular Assist Devices (VADs)
- Intrakorporale Systeme
- Parakorporale Systeme
- Total artificial Heart (TAH)
Eine mechanische Kreislaufunterstützung wird primär zur Unterstützung oder zum Ersatz der kardialen Pumpfunktion durchgeführt! Systeme mit integriertem Oxygenator wie die ECMO erlauben jedoch gleichzeitig die Unterstützung oder den Ersatz des pulmonalen Gasaustausches! [1]
Mechanische Kreislaufunterstützungssysteme unterscheiden sich teilweise sehr deutlich im Aufbau und Anwendungsbereich! Bei der konkreten Auswahl müssen neben Verfügbarkeit und Expertise insb. die gewünschte Art der Unterstützung (links-, rechts-, biventrikulär) sowie das angestrebte Therapiekonzept (tMCS, dMCS) berücksichtigt werden! [5][6]
Temporäre mechanische Kreislaufunterstützung
- Synonyme
- Kurzfristige mechanische Kreislaufunterstützung (kurzzeitige MCS, Kurzzeit-MCS)
- Passagere mechanische Kreislaufunterstützung
- Temporary mechanical Circulatory Support (tMCS)
- Definition: Mechanische Kreislaufunterstützung bei akuter Herzinsuffizienz oder kardiogenem Schock [2][7]
- Überbrückend bis zur Erholung der Herzfunktion („Bridge-to-Recovery“)
- Überbrückend bis zur endgültigen Therapieentscheidung („Bridge-to-Decision“)
- Überbrückend bis zum Wechsel auf ein anderes/dauerhaftes Unterstützungssystem („Bridge-to-Bridge“)
- Wesentliche Therapieziele [1][6]
- Hämodynamische Stabilisierung (Vermeidung hypoperfusionsbedingter Organschäden)
- Entlastung des Herzens (Ermöglichung einer myokardialen Erholung)
- Therapiedauer: Typischerweise Tage bis Wochen [6][8]
- Besonderheit: Ausschließlich stationäre Durchführung
- Typische Indikationen [3][9]
- Akuter Myokardinfarkt
- Akute Myokarditis [10]
- Therapierefraktäre Herzrhythmusstörungen
- Extrakorporale kardiopulmonale Reanimation [11][12]
- Postoperatives Low-Cardiac-Output-Syndrom
- Akutes Rechtsherzversagen nach LVAD-Implantation [13]
- Primäre Transplantatdysfunktion nach Herztransplantation [14]
- Periinterventionelle Prophylaxe bei Hochrisikopatient:innen
- Kontraindikationen: Abhängig vom verwendeten System
- Mögliche Unterstützungssysteme [7][15]
- Intrakorporale Mikroaxialpumpen (mAFPs)
- Extrakorporaler Life Support (ECLS)
- Parakorporale Zentrifugalpumpen [5][16]
- Intraaortale Ballonpumpe (IABP)
Die temporäre mechanische Kreislaufunterstützung ist eine Therapieoption bei therapierefraktärer akuter Herzinsuffizienz oder kardiogenem Schock. Bei Hochrisikopatient:innen kann sie zudem auch prophylaktisch eingesetzt werden, um Prozeduren wie eine perkutane Koronarintervention oder Katheterablation zu ermöglichen!
Zur temporären mechanischen Kreislaufunterstützung werden bevorzugt die Impella® sowie die veno-arterielle ECMO eingesetzt! Grundsätzlich können jedoch auch parakorporale Zentrifugalpumpen mit oder ohne Oxygenator als temporäres ventrikuläres Unterstützungssystem oder eine intraaortale Ballonpumpe zur Unterstützung der Koronarperfusion eingesetzt werden!
Intrakorporale Mikroaxialpumpen (mAFPs)
Übersicht
| Intrakorporale Mikroaxialpumpen (mAFPs) | ||
|---|---|---|
| System | Varianten | Indikation |
| Impella® | ||
| ||
| HeartMate PHP™ |
| |
Nachdem die Anwendung der HeartMate PHP™ aufgrund von Sicherheitsbedenken eingestellt wurde, steht aktuell nur die Impella® als intrakorporale Mikroaxialpumpe zur temporären mechanischen Kreislaufunterstützung zur Verfügung!
Intrakorporale Mikroaxialpumpen (mAFPs) [1][19][20]
- Prinzip: Intravaskuläres Unterstützungssystem
- Antrieb über einen perkutan eingebrachten Katheter mit integrierter Mikroaxialpumpe
- Erzeugung eines kontinuierlichen antegraden Blutflusses entlang der Katheterachse
- Vom linken Ventrikel in die Aorta (Impella CP® und Impella 5.5®)
- Von der V. cava inferior in den Truncus pulmonalis (Impella RP®)
- Besonderheiten
- Einstellen der Flussrate über Drehzahl der Mikroaxialpumpe
- Systemische Antikoagulation zur Vermeidung einer Gerinnungsaktivierung erforderlich [21]
- Zusätzlich kontinuierliche Spülung der Pumpe zur Vermeidung einer Thrombenbildung [22]
- Kombination mit veno-arterieller ECMO zur Entlastung des linken Ventrikels möglich („ECMELLA“, syn. „ECPELLA“)
- Biventrikuläre Unterstützung durch parallele Anlage von zwei Systemen möglich („BiPella“) [23]
- Kontraindikationen
- Bei linksventrikulärer Unterstützung
- Mechanischer Aortenklappenersatz
- Schwere Aortenklappenstenose oder Aortenklappeninsuffizienz
- Wandständiger linksventrikulärer Thrombus
- Hochgradige pAVK
- Bei rechtsventrikulärer Unterstützung
- Schwere Trikuspidal- oder Pulmonalklappeninsuffizienz
- Wandständiger Thrombus der V. cava oder des rechten Herzens
- Einliegender Vena-cava-Filter
- Bei linksventrikulärer Unterstützung
Intrakorporale Mikroaxialpumpen können sowohl alleine (zur Unterstützung des linken oder rechten Ventrikels) als auch in Kombination (zur biventrikulären Unterstützung) eingesetzt werden! Eine Unterstützung der Lungenfunktion ist jedoch im Gegensatz zur ECMO nicht möglich!
Impella CP® und Impella 5.5®
- Anlage
-
Impella CP®: Interventionell (typischerweise via A. femoralis)
- Einlassöffnung (Inflow): Linker Ventrikel
- Auslassöffnung (Outflow): Aorta ascendens
- Impella 5.5®: Chirurgisch (typischerweise via A. axillaris) [7]
-
Impella CP®: Interventionell (typischerweise via A. femoralis)
- Klinisches Management
- Antikoagulation gemäß lokalem Standard [21]
- Flussrate schrittweise auf erforderliches Niveau steigern
- Zusätzliche medikamentöse Kreislaufunterstützung nach individuellem Bedarf
- Auf ausreichende Perfusion distal der Zugangsstelle achten [24]
- Regelmäßige echokardiografische Kontrollen durchführen
- Schrittweises Weaning nach standardisiertem Protokoll sinnvoll [25][26]
- Max. Anwendungsdauer: 5 Tage (Impella CP®) bzw. 10 Tage (Impella 5.5®) [24]
Impella RP® [3][5]
- Anlage: Interventionell (typischerweise via V. femoralis)
- Einlassöffnung (Inflow): V. cava inferior
- Auslassöffnung (Outflow): Truncus pulmonalis
- Klinisches Management
Extrakorporaler Life Support (ECLS)
Übersicht [27]
| Extrakorporaler Life Support (ECLS) | ||
|---|---|---|
| System | Varianten | Indikation |
| Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) | ||
| ||
| Extrakorporale CO2-Elimination (ECCO2R) |
| |
Gemäß der von der Extracorporeal Life Support Organization vorgeschlagenen Nomenklatur ist „Extrakorporaler Life Support (ECLS)“ der Oberbegriff für die beiden Systeme „Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO)“ und „Extrakorporale CO2-Elimination (ECCO2R)“ inkl. sämtlicher Varianten. In der Literatur und im klinischen Sprachgebrauch ist mit einer „ECLS“ aber häufig eine veno-arterielle ECMO gemeint!
Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) [1][28][29]
- Prinzip: Extrakorporaler Kreislauf mit eingebautem Oxygenator
- Antrieb über eine miniaturisierte Zentrifugalpumpe
- Entnahme venösen Blutes vor dem rechten Herzen
- Durchfließen des mit einer Frischgasquelle verbundenen Oxygenators
- Rückgabe oxygenierten und decarboxylierten Blutes
- Ins arterielle System zur temporären mechanischen Kreislaufunterstützung = Veno-arterielle ECMO
- Ins venöse System zur temporären Lungenunterstützung = Veno-venöse ECMO
- Besonderheiten
- Einstellen der Flussrate über Drehzahl der Zentrifugalpumpe
- Steuerung der Oxygenatorfunktion über einen Gasmischer
- Regulierung der Körpertemperatur über Wärmetauscher möglich
- Systemische Antikoagulation zur Vermeidung einer Gerinnungsaktivierung erforderlich
- HZV-Bestimmung mittels Pulskonturanalyse und Thermodilution bei laufender ECMO nicht sinnvoll [30]
- Kontraindikationen [29][31]
- Maschinelle Beatmung mit FiO2 >0,9 und Plateaudruck >30 mbar für >7 Tage
- Intrakranielle Blutung
- Hochgradige chronische Organdysfunktion
- Hochgradige anatomische Pathologien
- Geringe Lebenserwartung
- Unbeobachteter Kreislaufstillstand
- Prolongierte Reanimation
- Hohes Lebensalter
- Multiorganversagen
Wesentliches Merkmal einer ECMO ist der im Gegensatz zu anderen kardialen Unterstützungssystemen standardmäßig integrierte Oxygenator, der eine gleichzeitige Unterstützung oder einen Ersatz des pulmonalen Gasaustauschs erlaubt!
Grundsätzlich wird bei der ECMO zwischen einer veno-arteriellen und einer veno-venösen Variante unterschieden! Erstere wird primär zur temporären mechanischen Kreislaufunterstützung, letztere zur temporären Lungenunterstützung eingesetzt!
Veno-arterielle ECMO
- Typische Kanülierung
- Entnahmekanüle: Rechter Vorhof (via V. femoralis)
- Rückgabekanüle: Aorta abdominalis (via A. femoralis) [3]
- Distale Perfusionskanüle: A. femoralis (optional)
- Klinisches Management
- Antikoagulation mit Heparin bereits während der Kanülierung beginnen [29]
- Kontinuierliche Heparingabe bei laufender ECMO (Steuerung meist nach aPTT) [32]
- Thrombozyten >80.000/μL sowie normwertiges Antithrombin und Fibrinogen anstreben
- Flussrate initial auf 3–4 L/min einstellen und dann bedarfsweise anpassen [30][33][34]
- Auf ausreichende Perfusion distal der Rückgabekanüle achten
- Arterielle Druckmessung und Pulsoxymetrie an der rechten oberen Extremität durchführen [35]
- Medikamentöse Kreislaufunterstützung primär mit Noradrenalin
- Einsatz von Inotropika möglichst vermeiden (kardialer Sauerstoffverbrauch↓)
- Regelmäßige echokardiografische Kontrollen durchführen
- Schrittweises Weaning nach standardisiertem Protokoll sinnvoll [36]
| Mögliche Kanülierungen für eine veno-arterielle ECMO | ||
|---|---|---|
| Kanülierung | Entnahme | Rückgabe |
| Peripher |
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| Zentral |
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Bei der veno-arteriellen ECMO kann grundsätzlich zwischen einer peripheren Kanülierung mit retrogradem Blutfluss und einer zentralen Kanülierung mit antegradem Blutfluss unterschieden werden!
Die Überlebenswahrscheinlichkeit nimmt mit der Laufzeit der ECMO ab und erreicht nach 12 Tagen ihr Minimum! Bei ausbleibender Erholung der Herzfunktion sollten daher Therapieziele und -optionen frühzeitig reevaluiert werden!
Veno-venöse ECMO
- Typische Kanülierung
- Entnahmekanüle: V. cava inferior (via V. femoralis)
- Rückgabekanüle: Rechter Vorhof (via V. jugularis interna)
- Klinisches Management
- Antikoagulation im Wesentlichen analog zur veno-arteriellen ECMO
- Flussrate initial auf mind. 60% des HZV einstellen und dann bedarfsweise anpassen [37]
- Atemwegsspitzendruck, Atemfrequenz und FiO2 bei laufender ECMO so weit wie möglich reduzieren
- Schnelle Korrektur einer vorbestehenden Hyperkapnie vermeiden [38]
- Bei unzureichender Verbesserung der Oxygenierung an mögliche Rezirkulation denken [39]
- Frühestmöglich (assistierte) Spontanatmung anstreben
- Regelmäßige echokardiografische Kontrollen durchführen
- Bedarfsadaptierte medikamentöse Kreislaufunterstützung durchführen
- Bei rechtskardialer Dekompensation Inhalation von NO oder Iloprost erwägen
- Schrittweises Weaning nach standardisiertem Protokoll sinnvoll [40][41]
| Mögliche Kanülierungen für eine veno-venöse ECMO | ||
|---|---|---|
| Kanülierung | Entnahme | Rückgabe |
| Separat |
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| Kombiniert |
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Im Gegensatz zur veno-arteriellen ECMO ist der Blutfluss bei veno-venöser ECMO immer antegrad! Das Blut kann zudem grundsätzlich auch kombiniert über einen bikavalen Doppellumenkatheter entnommen und zurückgegeben werden!
Da die veno-venöse ECMO ausschließlich der temporären Lungenunterstützung dient, müssen relevante Einschränkungen der rechts- oder linksventrikulären Pumpfunktion vor der Anlage ausgeschlossen werden!
Extrakorporale CO2-Elimination (ECCO2R) [42][43][44][45]
- Grundprinzip: Extrakorporaler Kreislauf mit eingebautem Oxygenator
- Besonderheiten
- Deutlich niedrigere Flussrate als bei ECMO (ca. 200–1.500 mL/min)
- Anwendung ausschließlich bei isolierter hyperkapnischer respiratorischer Insuffizienz [46]
- Systemische Antikoagulation zur Vermeidung einer Gerinnungsaktivierung erforderlich
- Integration in ein System zur Nierenersatztherapie möglich
ECCO2R ist ein extrakorporales Unterstützungssystem mit niedriger Flussrate, das bei isolierter hyperkapnischer respiratorischer Insuffizienz zur Unterstützung der Decarboxylierung eingesetzt werden kann! Grundsätzlich kann dabei zwischen einer pumpengetriebenen und einer pumpenlosen Variante unterschieden werden!
Dauerhafte mechanische Kreislaufunterstützung
- Synonyme
- Langfristige mechanische Kreislaufunterstützung (Langzeit-MCS)
- Permanente mechanische Kreislaufunterstützung
- Durable mechanical Circulatory Support (dMCS)
- Definition: Mechanische Kreislaufunterstützung bei chronischer Herzinsuffizienz (unter Berücksichtigung der INTERMACS-Klassifikation) [2][3]
- Überbrückend bis zur Herztransplantationslistung („Bridge-to-Candidacy“)
- Überbrückend bis zur Herztransplantation („Bridge-to-Transplantation“) [47]
- Langfristige bzw. definitive Therapie („Destination Therapy“)
- Wesentliche Therapieziele [6][48]
- Reduktion von Krankenhausaufnahmen und Mortalität
- Verbesserung der Lebensqualität
- Therapiedauer: Typischerweise Monate bis Jahre [5]
- Besonderheit: Krankenhausentlassung und ambulante Weiterbehandlung möglich [49]
- Typische Indikationen [6][48]
- Kontraindikationen [3]
- Absolut
- Schwere und irreversible neurologische oder neuromuskuläre Störungen
- Schwere und irreversible Endorganschäden (insb. Niere, Leber)
- Schwere rechtsventrikuläre Dysfunktion und fehlende Möglichkeit zur RVAD-Versorgung
- Akute psychiatrische Erkrankung bzw. Instabilität
- Unzureichende Therapieadhärenz
- Relativ
- Lebensalter >80 Jahre
- Starkes Über- oder Untergewicht
- Eingeschränkte Rehabilitationsmöglichkeit
- Systemische Infektion
- Langzeitbeatmung
- Unbehandelte Tumorerkrankung
- Hochgradige pAVK
- Aktiver Konsum von Drogen, Alkohol oder Tabak
- Absolut
- Mögliche Unterstützungssysteme [4]
- Ventricular Assist Devices (VADs) [51]
- Linksventrikuläres Unterstützungssystem (LVAD)
- Rechts- oder biventrikuläres Unterstützungssystem (RVAD, BiVAD)
- Total artificial Heart (TAH)
- Ventricular Assist Devices (VADs) [51]
Die dauerhafte mechanische Kreislaufunterstützung ist eine Therapieoption bei chronischer Herzinsuffizienz! Bei der Indikationsstellung sollte insb. die INTERMACS-Klassifikation berücksichtigt werden!
Zur dauerhaften mechanischen Kreislaufunterstützung wird in den allermeisten Fällen eine intrakorporale Zentrifugalpumpe als linksventrikuläres Unterstützungssystem verwendet! Andere Systeme (rechts- oder biventrikuläres Unterstützungssystem, Total artificial Heart) sind grundsätzlich möglich, spielen klinisch aber eine untergeordnete Rolle! [48][52]
Ventricular Assist Devices (VADs)
Übersicht [3][4][53]
| Ventricular Assist Devices (VADs) | ||
|---|---|---|
| System | Varianten | Indikation |
| Intrakorporale Zentrifugalpumpe |
|
|
| Parakorporale Verdrängerpumpe |
|
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| Parakorporale Zentrifugalpumpen [5][16] |
|
|
Mit dem Begriff „Ventricular Assist Device“ bzw. der Abkürzung „VAD“ wird in der Literatur und im klinischen Sprachgebrauch typischerweise ein permanent implantierbares System zur dauerhaften mechanischen Kreislaufunterstützung bezeichnet! Je nach Kontext kann jedoch auch ein System zur temporären mechanischen Kreislaufunterstützung gemeint sein!
Ventricular Assist Devices (VADs) [1][4]
- Prinzip: Permanent implantierbare Unterstützungssysteme
- HeartMate 3™: Elektromagnetisch angetriebene, direkt in den linken Ventrikel implantierte Zentrifugalpumpe mit kontinuierlichem Blutfluss
- EXCOR®: Pneumatisch angetriebene, über ein Kanülensystem mit dem Herzen verbundene Verdrängerpumpe mit pulsatilem Blutfluss
- Besonderheiten
- Einteilung nach Art der Unterstützung als LVAD, RVAD oder BiVAD [48][52]
- Anlage über einen chirurgischen Eingriff mit Herz-Lungen-Maschine an spezialisierten Zentren [59]
- Systemische Antikoagulation zur Vermeidung einer Gerinnungsaktivierung erforderlich [5][51][60]
- Strukturierte, interdisziplinäre Nachbehandlung mit regelmäßigen Kontrollen erforderlich [5][48]
- Kontraindikationen, siehe: Dauerhafte mechanische Kreislaufunterstützung
Nach der Art der Unterstützung werden ventrikuläre Unterstützungssysteme in LVAD, RVAD und BiVAD eingeteilt, wobei das LVAD die mit Abstand häufigste Form ist!
Permanent implantierbare Unterstützungssysteme erfordern eine strukturierte, interdisziplinäre Nachbehandlung mit regelmäßigen Kontrollen!
Linksventrikuläres Unterstützungssystem (LVAD) [1][61]
HeartMate 3™
- Implantation (orientierende Darstellung der wesentlichen Operationsschritte) [62]
- Zugang über eine Sternotomie oder eine/mehrere Minithoraktomie(n)
- Fixierungsring an der Spitze des linken Ventrikels einnähen
- Gewebezylinder in der Mitte des Fixierungsrings ausstanzen
- Einflusskanüle in den linken Ventrikel einführen
- Pumpengehäuse mit dem Fixierungsring verbinden
- Gefäßprothese in die Aorta ascendens einnähen
- Gefäßprothese mit der Pumpe verbinden
- Driveline transkutan ausleiten
- Klinisches Management
- Intraoperative Anlage eines Pulmonaliskatheters sinnvoll
- Pumpendrehzahl initial unter TEE-Kontrolle einstellen
- Arteriellen Mitteldruck von 70–80 mmHg anstreben
- Regelmäßige echokardiografische Kontrollen durchführen
- Antikoagulation gemäß lokalem Standard und individuellen Besonderheiten
- Bei Anstieg des Stromverbrauchs an mögliche Pumpenthrombose denken
- Konsequente Prävention bzw. Therapie einer Driveline-Infektion [63][64]
Das HeartMate 3™ ist das bei Erwachsenen und Jugendlichen am häufigsten implantierte ventrikuläre Unterstützungssystem und daher in den meisten Fällen gemeint, wenn in der Literatur oder im klinischen Sprachgebrauch von einem LVAD die Rede ist!
Die „Achillesferse“ der LVAD-Therapie ist die rechtsventrikuläre Funktion – entsprechend wichtig ist es, eine Dekompensation möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln!
EXCOR®
- Implantation (orientierende Darstellung der wesentlichen Operationsschritte) [62]
- Ventrikulotomie an der Spitze des linken Ventrikels
- Einflusskanüle in den linken Ventrikel einnähen
- Einflusskanüle transkutan ausleiten
- Ausflusskanüle in die Aorta ascendens einnähen
- Ausflusskanüle transkutan ausleiten
- Ein- und Ausflusskanüle mit der Pumpe verbinden
- Klinisches Management: Nach lokalem Standard des jeweiligen Zentrums
Rechtsventrikuläres Unterstützungssystem (RVAD) [1][65]
- Temporäre mechanische Kreislaufunterstützung
- TandemHeart™, CentriMag™, Rotaflow™ [66]
- Impella RP®
- Dauerhafte mechanische Kreislaufunterstützung
- HeartMate 3™ [55]
- EXCOR®
Rechtsventrikuläre Unterstützungssysteme werden insb. zur temporären mechanischen Kreislaufunterstützung eingesetzt! Die Anwendung zur dauerhaften mechanischen Kreislaufunterstützung ist dagegen sehr selten!
Biventrikuläres Unterstützungssystem (BiVAD) [1][5]
- Temporäre mechanische Kreislaufunterstützung
- Biventrikuläre CentriMag™ [67]
- Biventrikuläre Impella® („BiPella“) [23]
- Dauerhafte mechanische Kreislaufunterstützung
- HeartMate 3™ [56]
- EXCOR® [51]
Biventrikuläre Unterstützungssysteme sind eine Kombination aus einem LVAD und einem RVAD! Es handelt sich also um zwei separate Kreisläufe mit jeweils eigener Pumpe!
Komplikationen
- Technische Probleme
- Fehlfunktion von Pumpe, Steuereinheit oder Stromversorgung
- Dislokation, Dekonnektion oder Thrombose von Systemkomponenten
- Einschränkung des Blutflusses durch Ansaugphänomen
- Infektionen
- Hämatologische Komplikationen
- Hämolyse, Thrombozytopenie
- Blutungen , Anämie
- Kardiovaskuläre Komplikationen
- Arrhythmien
- Strukturelle Schädigungen
- Periphere Durchblutungsstörungen
- Neurologische Komplikationen
Neben den hier orientierend aufgelisteten allgemeinen Komplikationen müssen weitere systemspezifische Komplikationen beachtet werden!
Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.