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Sepsis erkennen, einschätzen und behandeln

Letzte Aktualisierung: 12.1.2026

Allgemeinwissen - Was ist eine Sepsis?toggle arrow icon

Eine Sepsis (im Volksmund auch fälschlicherweise als „Blutvergiftung“ bekannt) ist die schlimmste Verlaufsform einer Entzündung und ein lebensbedrohlicher Notfall, der schnelles Erkennen und Handeln erfordert. Dabei beginnt jede Sepsis mit einer einfachen Infektion. Was jedoch einen schwerwiegenden Unterschied ausmacht: Bei einer Sepsis gerät die komplette körpereigene Abwehr außer Kontrolle. Die Immunreaktion fällt übermäßig stark aus, sodass auch gesunde Zellen absterben und Organe ausfallen. Dies führt zu einem septischen Schock, der ohne schnelle professionelle Hilfe zum Tode führt.Sepsis ist weltweit verbreitet. Pro Jahr gibt es knapp 48,9 Millionen Fälle! Trotz aller Bemühungen bleibt die Sterblichkeit bei einer Sepsis hoch! Ca. 30 % der Erkrankten sterben an einer Sepsis!

Da jedes Jahr sehr viele Menschen von einer Sepsis betroffen sind, ist es wichtig, dass nicht nur medizinisches und pflegerisches Personal geschult wird. Auch möglichst viele Menschen in der Allgemeinbevölkerung sollten über diese lebensbedrohliche Notfallsituation informiert sein. Nicht selten wird eine Sepsis von den Betroffenen, den Angehörigen, den Hausärzt:innen und schlussendlich dem Klinikpersonal gar nicht als solche erkannt, denn das ist aufgrund der Vielzahl an möglichen Symptome oft gar nicht so leicht. Ziel ist es, eine Sepsis schnellstmöglich zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Ohne Behandlung endet eine Sepsis immer tödlich!

In diesem Kurs lernst du:

  • Welche Personen besonders für eine Sepsis gefährdet sind
  • Wie man eine Sepsis durch Präventivmaßnahmen vermeiden kann
  • Wieso es so schwer sein kann, eine Sepsis zu erkennen
  • Wie man bei einem Verdacht handeln sollte
  • Wie eine Sepsis behandelt wird
  • Welche Unterstützungsangebote Betroffene auch langfristig brauchen
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Riskofaktoren und -gruppen - Wer kann betroffen sein?toggle arrow icon

Besondere Patientengruppen

Besondere Situationen

Auch Personen ohne bekannte Risikofaktoren können eine Sepsis entwickeln. Der Ausgangspunkt ist immer eine Infektion, auch wenn sie noch so marginal erscheint!

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Symptome - Wie erkenne ich eine Sepsis?toggle arrow icon

Eine Sepsis direkt zu erkennen, ist oft gar nicht so einfach. Die Symptome können – von Fall zu Fall – kaum unterschiedlicher ausfallen. Je nachdem, welche Körperregion oder welches Organ bereits betroffen ist, stehen ganz verschiedene Beschwerden im Vordergrund. Bekannte allgemeine Symptome sind:

Das in der Bevölkerung weit verbreitete Vorurteil, dass ein „schwarzer Strich am Arm“ eine Sepsis ist, ist falsch! In Wirklichkeit handelt es sich dabei um eine Entzündung der Lymphbahnen (Lymphangitis), die durch Bakterien in einer Haut- oder Wundinfektion ausgelöst wird

Am schwersten kann man eine Sepsis bei kleinen Kindern, Personen mit kognitiven Einschränkungen oder Menschen mit einer starken Schmerzmedikation erkennen! Diese können bspw. (je nach Personengruppe) körperliche Beschwerden, ein Unwohlsein oder Verwirrtheit nicht klar äußern und die Symptome sind somit leicht zu übersehen!

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Sepsis-Scoring-Instrumentetoggle arrow icon

Mittlerweile gibt es einige Scoring-Instrumente, mit deren Hilfe viele dieser Symptome gelabelt werden können. So kann das Risiko für eine mögliche Sepsis systematisch eingeschätzt werden.

Bekannte Bögen sind u.a.:

Jemand hat bereits einen Infekt und weist verschiedene Symptome auf? Wie soll man da differenzieren? Der Grundsatz lautet: Wenn das Gesamtbild nicht stimmt, oder ein eher ungewöhnliches Symptom dazukommt, ist das bereits ein Warnsignal

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Beispiele - Sepsis, oder doch nur falscher Alarm?toggle arrow icon

Diese folgenden Beispiele spiegeln wider, wie unterschiedlich sich eine Sepsis äußern kann. Gehe kurz in dich und überlege: Würdest du sofort eine Sepsis vermuten?

Der Mann, der vom Hund gebissen wurde

Ein Patient kommt zur Notaufnahme, da sich eine Bisswunde an seinem Arm entzündet hat. Wie man es von dieser Art von Verletzungen kennt, ist diese gerötet, geschwollen und schmerzt. Nach einiger Zeit meldet er sich und klagt zusätzlich über Luftnot, Herzrasen und plötzliche Schmerzen im ganzen Körper. Beim Äußern der Symptome fällt auf, dass er teils verwaschen spricht ...

Lediglich ein kleiner Kratzer?

Eine pflegende Angehörige versorgt ihren Vater (81 Jahre, Diabetes mellitus Typ II) zu Hause. Er hatte sich vor zwei Tagen beim Gartenarbeiten aus Versehen mit einer Hake das Bein zerkratzt. Die Wunde sah zunächst harmlos aus. Doch heute wirkt er ungewöhnlich müde, schwitzt stark und klagt über starke Schmerzen. Seine Haut fühlt sich kalt an, und er hat das Gefühl total erschöpft zu sein ...

Ein „ganz normaler“ Harnwegsinfekt?

Eine ältere Dame wird wegen eines Harnwegsinfekts behandelt. Zunächst verspürte sie nur Brennen beim Wasserlassen. Am Nachmittag wirkt sie plötzlich stark verwirrt, sehr schläfrig und ihre Haut ist auffallend blass und kalt. Zudem lässt die Urinausscheidung nach ...

Der kleine Schnitt im OP-Saal

Einer jungen Frau wurde erst vor wenigen Tagen der Blinddarm entfernt. Die Operation verlief komplikationslos. Zunächst war alles in Ordnung. Bei einem Rundgang fällt jedoch auf: Die OP-Wunde ist stark gerötet und warm. Es tritt ungewöhnlich viel Wundflüssigkeit aus. Schon kurz darauf hat sie Fieber, plötzliche Kopfschmerzen und Schwindel ...

Pflegebedürftiger mit chronischem Dekubitus

Eine pflegebedürftige Person wurde heute neu aufgenommen. Bei der Anamnese fällt sofort ein Dekubitus dritten Grades auf. Das Druckgeschwür riecht stark und zeigt vermehrt Exsudat. Gleichzeitig wirkt die Person ungewöhnlich teilnahmslos und reagiert verzögert auf Ansprache. Der Blutdruck: 90/55 mmHg! Während der Vitalzeichenkontrolle wird seine Atmung plötzlich schneller ...

„Es ist nichts, nur eine Erkältung

Eine Mutter versorgt ihr dreijähriges Kind zu Hause. Es war am Vortag wegen eines Infekts kurz als Notfall in der Kinderklinik, musste dort aber gar nicht erst aufgenommen werden. Anfangs schien es zu Hause wieder besser zu gehen. Am Abend bekommt das Kind jedoch plötzlich starken Schüttelfrost, atmet deutlich schneller und wirkt ungewöhnlich schläfrig. Es trinkt kaum und wirkt sehr leidend. Der Mutter ist klar: So hat sie ihr Kind noch nie erlebt ...

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Handeln im Verdachtsfall - Was tun, wenn man eine Sepsis vermutet?toggle arrow icon

Es gibt einen berechtigten Sepsisverdacht? Was muss nun getan werden?

Vorgehen im klinischen Umfeld (Krankenhaus, Pflegeeinrichtung mit ärztlicher Anbindung)

  1. Sofort handeln: Keine Zeit verlieren
  2. Vitalzeichen vollständig erfassen: Atemfrequenz, Puls, Temperatur, Blutdruck, SpO2, Bewusstsein, Urinausscheidung
    • Patient:in nicht alleine lassen – Sepsis kann sich innerhalb von Minuten dramatisch verschlechtern
  3. Einschätzung: mit einem Scoring-System
    • Bei Verschlechterung oder erhöhtem Score: Sepsisverdacht klar äußern
  4. Sofort die zuständigen Mediziner:innen informieren (ggf. auch Notfallteam)
  5. Klare Weitergabe aller Auffälligkeiten, am besten strukturiert
  6. Behandlungspfade nutzen
  7. Jede Veränderung sofort dokumentieren
  8. Frühzeitig informieren, wenn der Zustand sich weiter verschlechtert

Vorgehen im häuslichen Umfeld

Patient:innen sollten über das Vorgehen bei einem Sepsisverdacht im außerklinischen Setting ausreichend informiert werden, da:

  • Medizinische Hilfe nicht sofort vor Ort ist
  • Pflegende (bspw. aus Pflegediensten oder pflegende Angehörige) meist nur begrenzt vor Ort sind
  • Angehörige oft Symptome nicht richtig deuten können
  1. Alarmzeichen ernst nehmen
  2. Sofort ärztliche Abklärung anstoßen
    • Umgehend Hausärzt:in, Bereitschaftsdienst oder zuständige Praxis kontaktieren
    • Ungewöhnliches oder plötzlich verschlechtertes Befinden immer als Warnsignal sehen
    • Wenn niemand erreichbar ist: 112 anrufenSepsis ist ein absoluter Notfall
    • Wichtig: nicht abwimmeln lassen – klar betonen, dass der Verdacht auf eine Sepsis besteht
    • Alternativ: sofortige Vorstellung in der nächstgelegenen Klinik/Notaufnahme
  3. Vitalzeichen prüfen, falls möglich (ggf. ist eine automatische Blutdruckmanschette vor Ort, die auch Laien bedienen können)
  4. Bis Hilfe eintrifft: Beobachtungen und Verschlechterung merken/notieren
  5. Betroffene beruhigen, warm halten, nicht allein lassen
  6. Keine orale Flüssigkeit erzwingen bei Bewusstseinsveränderungen oder Schluckstörungen (Aspirationsgefahr).
  7. Angehörige mit einbeziehen
    • Angehörige können helfen, Warnzeichen früh zu melden („Wissen rettet Leben“)
  8. Sichere Umgebung schaffen

Angehörige und Patient:innen sollte immer über die Symptome und die nötigen Schritte bei einem Verdacht aufgeklärt werden, selbst wenn noch keine Gefahr besteht! Sie sind im häuslichen Umfeld i.d.R. die ersten vor Ort, die reagieren können!

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Diagnostik und Therapie - Wie wird Sepsis behandelt?toggle arrow icon

Diagnostik und Therapie laufen immer parallel! Es muss nicht auf Laborbefunde gewartet werden – die Behandlung beginnt sofort. Frühe Volumentherapie und eine schnelle Antibiotikagabeinnerhalb einer Stunde ab Verdacht auf Sepsis kann Leben retten!

  1. Blutkulturen vor Antibiotikagabe
  2. Gabe von Breitband-Antibiotika: unbedingt erst nach Blutkulturentnahme
    • Antibiotika helfen jedoch nur bei einer bakteriellen Ursache
    • Wichtig: Innerhalb der ersten Stunde („1-Hour-Bundle“) nach Einlieferung oder Verdacht auf Sepsis beginnen
  3. Kreislauf stabilisieren
  4. Atmung stabilisieren und Sauerstoff zuführen
    • Sauerstoffgabe bei niedriger Sättigung
    • Bei zunehmender Atemnot oder Erschöpfung: frühzeitig ärztliche Entscheidung über Eskalation
  5. Eine zielgerichtete Behandlung der Infektion einleiten
    • Erregerquelle (Infektionsherd) möglichst schnell finden
    • Fokusversorgung
  6. Blutentnahmen durchführen (sofort, nicht zeitversetzt)
  7. Bildgebung erwägen (zur Fokus- bzw. Erregersuche)
  8. Patient:in engmaschig überwachen
    • Vitalzeichen
    • Urinausscheidung
    • Bewusstsein
    • Kreislaufsituation
    • Sofort reagieren, wenn sich der Zustand verändert

Auch bei einer nicht-bakteriellen Sepsis gilt: zuerst stabilisieren, dann Erreger finden! Antibiotika werden anfänglich trotzdem gegeben, bis klar ist, ob der Erreger bakteriell, viral, fungal oder parasitär ist! Danach wird die Therapie gezielt angepasst!

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Folgen und Komplikationen - Was kann nach einer Sepsis passieren?toggle arrow icon

Eine Sepsis ist nicht nur in der akuten Phase gefährlich. Selbst wenn jemand die Erkrankung überlebt, können schwere Folgeprobleme auftreten. Diese betreffen sowohl den Körper als auch die Psyche und können Wochen bis Monate anhalten – oder für den Rest des Lebens. Je schwerer die Sepsis war, desto höher ist das Risiko für bleibende Schäden.

Im Folgenden die wichtigsten Komplikationen:

Organversagen während der akuten Sepsis

Diese Schäden entstehen durch die gestörte Mikrozirkulation und die überschießende Immunreaktion.

Critical-Illness-Polyneuropathie (CIP)

Sepsisüberlebende können eine Schädigung der Nerven und Muskulatur entwickeln. Typische Folgen sind u.a.:

  • Ausgeprägte Muskelschwäche an Armen und Beinen
  • Schwierigkeiten beim Stehen, Gehen oder Greifen
  • Verzögerte Beatmungsentwöhnung
  • Verminderte Reflexe
  • Starke Müdigkeit und reduzierte Belastbarkeit

Psychische Folgen / Post-Sepsis-Syndrom

Immunschwäche nach der Sepsis

Nach einer Sepsis ist das Immunsystem oft lange geschwächt, wodurch Patient:innen anfälliger sind für:

Auch das Risiko für eine erneute Sepsis ist erhöht!

Weitere mögliche Komplikationen

Sterblichkeit – auch nach der Akutphase erhöht

Auch wenn die Betroffenen die Intensivphase überstehen, bleibt das Risiko für:

Sepsis beeinträchtigt den Körper nachhaltig! 12,3 % der Betroffenen entwickeln innerhalb von 60 Tagen einen neuen oder höheren Pflegegrad! Die Nachsorge ist daher besonders wichtig!

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Nachsorge - Wo brauchen Betroffene Hilfe?toggle arrow icon

Nach einer Sepsis ist die akute Behandlung zwar abgeschlossen, aber viele Patient:innen sind noch lange nicht wieder belastbar. Es gibt keine standardisierte Nachsorge, weil die Beschwerden sehr unterschiedlich sein können. Die Nachsorge ist multiprofessionell und muss individuell angepasst werden. Die Maßnahmen orientieren sich an den entstandenen körperlichen, psychischen und kognitiven Problemen.

Mögliche allgemeine Nachsorgebehandlungen

  • Rehabilitationsmaßnahmen
    • Stationär oder ambulant
    • Häufig über mehrere Wochen bis Monate
    • In schweren Fällen bis zu einem Jahr sinnvoll
  • Physiotherapie
    • Mobilisation
    • Kraftaufbau
    • Gangschule
    • Atemtherapie (nach Lungenproblemen)
  • Ergotherapie
    • Motorische Übungen
    • Alltagstraining
    • Kognitionsübungen (Gedächtnis, Aufmerksamkeit)
  • Logopädie
  • Psychotherapie
  • Sozialdienst / Case Management
    • Organisation von Reha
    • Anträge für Hilfsmittel, Pflegegrade, Haushaltshilfen
    • Beratung der Angehörigen

Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS)

Viele Patient:innen entwickeln nach Intensivaufenthalten ein sog. Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS). Die Folgen des Syndroms lauten:

  • Einschränkung der Beweglichkeit
  • Kognitive Störungen
  • Psychische Belastungen
  • Überforderung im sozialen Umfeld

In einigen Regionen gibt es auch spezielle PICS-Ambulanzen, die interprofessionell behandeln und nach schweren Verläufen sehr hilfreich sind!

Wichtige Nachsorgemaßnahmen durch Hausärzt:innen

Nach einer Entlassung sollten Hausärzt:innen:

  • Den Impfstatus überprüfen
  • Grunderkrankungen stabilisieren
  • Weitere Therapien verordnen
  • Symptome ernst nehmen und ggf. an Spezialambulanzen überweisen
  • Frühzeitig Reha-Maßnahmen einleiten
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Sepsisprävention - Was schützt vor einer Sepsis?toggle arrow icon

Grundsätzliche Präventionsmaßnahmen

  • Grundimmunisierung: Impfungen gemäß STIKO-Empfehlung
  • Gesunder Lebensstil: Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Chronische Erkrankungen behandeln: Regelmäßige ärztliche Kontrolle und Therapie bspw. bei Diabetes mellitus, COPD oder Herzinsuffizienz
  • Haut- und Wundenschutz: Eintrittspforten wie Wunden oder Läsionen frühzeitig abdecken
  • Gesundheitsbildung: Schulungen für Fachpersonal und Aufklärung von Patient:innen und Angehörigen

Für Betroffene im häuslichen Umfeld und in der ambulanten Pflege ist die Sepsis besonders gefährlich, denn der Weg bis zur professionellen Hilfe ist lang und/oder der Pflegedienst kommt i.d.R. nur einmal am Tag vorbei. Nicht alle Laien (und ebenfalls nicht alle aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich) sind in der Lage, die Warnsignale der Sepsis zu erkennen und entsprechend zu handeln. Die Beratung hat daher einen hohen Stellenwert!

Wissen rettet Leben! Die Beratung der Patient:innen und ihren Angehörigen ist wichtig, da sie oft die ersten sind, die eine Sepsis vermuten können!

Medizinische und pflegerische Präventionen

  • Händehygiene: Konsequente hygienische Händedesinfektion nach WHO-Standard
  • Schutzkleidung bei Bedarf: Tragen von Mund-Nasen-Schutz, Handschuhen und ggf. Schutzkittel
  • Aseptisches Arbeiten: Insbesondere bei der Anlage, Pflege und Entfernung invasiver Zugänge
  • Sterile Technik: Einhaltung der Non-Touch-Technik und aseptischen Arbeitsmethoden bei invasiven Maßnahmen
  • Entfernung von Kathetern: So früh wie möglich entfernen, wenn medizinisch vertretbar
  • Harnableitung korrekt handhaben: Blasenkatheter nur bei klarer Indikation und möglichst geschlossen halten
  • Wundbeobachtung: Engmaschige Kontrolle und hygienische Versorgung
  • Mundpflege: Regelmäßig durchführen, um Infektionen im Mundraum zu vermeiden
  • Aspirationsprophylaxe: Besonders bei Menschen mit Dysphagie oder neurologischen Erkrankungen
  • Thromboseprophylaxe: Ggf. medikamentös oder durch Mobilisation und Kompression
  • Dekubitusprophylaxe: Druckentlastung durch regelmäßige Lagerung und Hautpflege

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