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Tracheotomie

Letzte Aktualisierung: 2.4.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Tracheotomie ist ein operativer Zugang zur Luftröhre, der entweder chirurgisch oder mittels dilatativer Punktion erfolgt. Die plastisch-chirurgische Tracheotomie bietet Vorteile wie einen erleichterten Kanülenwechsel, bessere Sekretentfernung sowie ein geringeres Risiko für Gefäßschäden und Spontanverschluss. Die dilatative Punktionstracheotomie hingegen ist weniger invasiv, verursacht seltener Infektionen und Spätkomplikationen und ist schneller sowie kostengünstiger durchführbar. Nicht geeignet ist sie jedoch bei Notfällen, Gerinnungsstörungen, unklaren anatomischen Verhältnissen oder wenn eine dauerhafte Tracheotomie erfolgen soll. Der Eingriff kann in Lokalanästhesie oder unter Intubationsnarkose durchgeführt werden. Mögliche anatomische Besonderheiten wie ein hochstehender Truncus brachiocephalicus oder eine große Struma sollten bereits vor dem Eingriff erkannt werden.

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Übersichttoggle arrow icon

Orientierenden Übersicht der verschiedenen Tracheotomievarianten
Variante Besonderheiten
Plastisch-chirurgische Tracheotomie
  • Erheblich vereinfachter Kanülenwechsel
  • Erleichterte Tracheobronchialtoilette
  • Reduziertes Risiko der Gefäßarrosion
  • Seltener Spontanverschluss bei nicht getragener Kanüle
Dilatative Punktionstracheotomie
  • Geringere Trauma- und Infektinzidenz
  • Weniger Spätkomplikationen
  • Schneller und kostengünstiger durchführbar
  • Zügiger spontaner Verschluss nach Dekanülierung
  • Nicht geeignet zur notfallmäßigen Tracheotomie oder zur dauerhaften Tracheostomaversorgung
  • Kontraindiziert bei Gerinnungsstörung und unklaren anatomischen Verhältnissen

Präoperativ sollte ein hochstehender Truncus brachiocephalicus (bzw. V. brachiocephalica) sowie eine große Struma multinodosa mittels Palpation oder Bildgebung antizipiert werden!

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Plastisch-chirurgische Tracheotomietoggle arrow icon

Vorbereitung

Durchführung

  1. Zugang: Rechtshändige Personen stehen rechts vom Patienten
  2. Horizontaler Hautschnitt: Zwischen Jugulum und Schildknorpel
  3. Präparation: Subkutanes Fettgewebe sowie Lamina superficialis der Halsfaszie durchtrennen
  4. Darstellung der Trachea und Präparation der Schilddrüse
    1. Linea alba darstellen, mittlere Halsfaszie spalten und Mm. sternohyoidei bzw. sternothyroidei auseinanderdrängen
    2. Schilddrüsenisthmus darstellen und vom Ringknorpel ablösen
    3. Durchtrennung des Isthmus nach fortlaufender Umstechung der beiden lateralen Schilddrüsenstümpfe
  5. Tracheotomie
    1. Horizontale Inzision der Tracheavorderwand zwischen 1. und 2. Trachealspange
    2. Seitlich-vertikale Trachealinzision beidseits zur Anlage eines kaudal gestielten „U-Lappens" aus der Tracheavorderwand (sog. Björk-Lappen)
    • Variante: „Visierlappentracheotomie“, falls die Tracheotomie nur für wenige Tage benötigt wird
      1. Horizontale Inzision der Tracheavorderwand ohne seitlich-vertikale Inzisionen
      2. Mukokutane Anastomose zwischen mobilisierter Halshaut und kranialer sowie kaudaler Trachealspange
  6. Tracheostomaanlage
    • Epithelialisierung mittels mukokutaner Anastomose zu allen Seiten
    • Ggf. zusätzliche adaptierende Hautnähte lateral notwendig
  7. Einführung der Beatmungskanüle unter Schutz des Björk-Lappens mittels Spekulum

Bei Verlagerung der Trachea durch Raumforderungen sollte operativ stets eine Orientierung am Larynx erfolgen, insb. mit Darstellung des Ringknorpelbogens, um hiervon palpierend die Trachea aufzusuchen!

Nachsorge

  • Beatmungsverhältnisse nach Kanülierung überprüfen
  • Erster Kanülenwechsel nach ca. 3–5 Tagen
  • Fadenzug nach etwa 10 Tagen
  • Standardmäßig keine antibiotische Therapie erforderlich
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Dilatative Punktionstracheotomietoggle arrow icon

Vorbereitung

Durchführung

Vorgehen nach Ciaglia

  1. Bronchoskopisch kontrollierte, mittige Punktion der Trachea mit Punktionskanüle unter Aspiration ca. 1–2 cm oberhalb der Fossa jugularis
  2. Seldinger-Draht einführen und Punktionskanüle entfernen
  3. Präformation und Dilatation des Punktionskanals mit mehreren größer werdenden Dilatatoren nacheinander
  4. Trachealkanüle über die Drahtschiene in die Trachea einbringen

Durch Eindrücken der Tracheavorderwand in das Lumen mit den Dilatatoren kann es zur lebensgefährlichen Verletzung der Tracheahinterwand kommen!

Die Punktionssets unterscheiden sich zum Teil erheblich in der Handhabung und müssen dem Anwender vor ihrem Einsatz bekannt sein!

Alternatives Vorgehen nach Fantoni

  • Vorteil: Verhinderung einer Verletzung der Tracheahinterwand und geringere Trachealstenose
  • Anwendung: Insb. bei Kindern und Jugendlichen, da aufgrund der höheren Elastizität der Trachea ein größeres Risiko für eine Verletzung der Tracheahinterwand besteht
  • Vorgehen: Translaryngeale retrograde Punktionstracheotomie
    1. Punktion der Trachea von außen und retrogrades Einbringen eines Führungsdrahtes Richtung oral unter fiberoptischer Sicht
    2. Befestigung eines speziellen konischen Dilatators mitsamt Trachealkanüle am Führungsdraht
    3. Zurückziehen Richtung Larynx und translaryngeales Durchziehen
    4. Rotation intratracheal um 180° und orthograde Replatzierung

Nachsorge

  • Beatmungsverhältnisse nach Kanülierung überprüfen
  • Erster Kanülenwechsel nach ca. 7 Tagen in Intubationsbereitschaft
  • Wechsel der Trachealkanüle über Tube Exchanger
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Komplikationentoggle arrow icon

Eine akzidentelle Dekanülierung kann insb. in den ersten Wochen zu einem kulissenartigen Verschluss des Tracheostomas führen!

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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