• Klinik

Tubulo-interstitielle Nephritis

Abstract

Eine Schädigung des Tubulussystems der Nieren kann akut zu einem Nierenversagen führen. Bedeutsam ist hier neben einer medikamentösen/toxischen auch eine infektiöse Genese. Eine Hantavirus-Infektion mit dem Virustyp Puumala ist beispielsweise in Deutschland keine Seltenheit und äußert sich typischerweise durch grippale Beschwerden, einen Anstieg der Retentionsparameter und eine Thrombozytopenie. Analgetika können sowohl zu einem akuten oder auch chronischen Verlauf einer tubulo-interstitiellen Nephritis führen.

Letztere verursacht das Krankheitsbild der Analgetika-Nephropathie, die charakteristischerweise mit dem Auftreten von Papillennekrosen einhergeht. Weitere Medikamente und Toxine (Blei, Cadmium u.a.) können ebenso wie immunologische (Multiples Myelom, Lupus erythematodes) oder metabolische Vorgänge (Hyperurikämie, Hyperkalzämie) durch eine dauerhafte Schädigung in einer chronischen Niereninsuffizienz münden.

Definition

Akute und/oder chronische Entzündung der Tubuli und des Interstitiums der Nieren

Ätiologie

Akute tubulo-interstitielle Nephritis

Hantavirus-Infektion

  • Infektionsweg: Einatmen erregerhaltiger Aerosole von Ausscheidungen oder Bisse infizierter Nagetiere (vor allem Ratten und Mäuse)
Verlaufsform Virustypen Vorkommen
  • Europa (häufig in Deutschland)

Namentliche Meldepflicht bei Verdacht, Erkrankung, Nachweis und Tod

  • Europa
  • Südostasien
  • Weltweit
  • Sin Nombre, New York, Black Creek Canal, Bayou, Andes
  • Amerikanischer Kontinent

Chronische tubulo-interstitielle Nephritis

Pathophysiologie

  • Analgetika-Nephropathie
    • Ausgelöst vor allem durch Kombinationspräparate von Phenacetin , ASS , Paracetamol und Koffein
    • Es kommt insbesondere zur Ischämie der Papillenspitzen und dadurch zur Papillennekrose mit Hämaturie
  • Myelomniere (Cast-Nephropathie)
    • Beim multiplen Myelom kann es zur übermäßigen Produktion von Leichtketten kommen, die frei in den Primärharn filtriert werden. Normalerweise werden diese von den Tubuli rückresorbiert oder mit dem Urin ausgeschieden. Es kann aber auch zum Ausfall der Leichtketten innerhalb der Tubuli mit den Folgen einer Obstruktion kommen. Gleichzeitig üben die Leichtketten einen toxischen Effekt aus. Begünstigt wird dieser Pathomechanismus durch einen Flüssigkeitsmangel
    • Das vermehrte Vorkommen von Leichtketten kann auch zu Ablagerungen in den Glomeruli führen (→ Leichtkettenerkrankung)

Symptome/Klinik

Diagnostik

Therapie

Prognose

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Hantavirus

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • N10: Akute tubulointerstitielle Nephritis

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.