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Schleifendiuretika

Abstract

Schleifendiuretika sind aufgrund ihrer schnellen und starken Wirkung ein potentes Mittel in der Akuttherapie jeglicher Art von Ödemen. Sie finden sich in jedem Notarztkoffer, da sie bei einer kardialen Dekompensation mit Lungenödem rasch eine Linderung bewirken. Weitere Indikationen sind die Niereninsuffizienz und die Induktion einer forcierten Diurese. Bereits in der Monotherapie, aber insbesondere bei der Kombination von Schleifendiuretika mit anderen Diuretika droht eine Hypokaliämie. Um lebensgefährliche Arrhythmien zu verhindern, ist ein strenges Monitoring der Elektrolyte erforderlich.

Wirkstoffe und Dosierungshinweise

Furosemid

Wirkstoff Furosemid (z.B. Lasix®------, Furorese®---------)
Applikation
  • p.o.
  • i.v.
Standarddosierung
Indikationen
Zu beachten
Kontraindikationen
Dosisanpassungen
  • Niereninsuffizienz
    • Furosemid 250 mg/Tag soll nur ab GFR <20 mL/min angewendet werden
    • Notwendige Dosissteigerung einerseits und Verschlechterung der Nierenfunktion bei zu hohen Dosierungen andererseits beachten
  • Leberinsuffizienz
    • Kontraindikation bei mittlerer bis schwerer Leberinsuffizienz
Gravidität/Stillzeit
Anwendung bei Kindern
  • Furosemid 2 mg/kg KG bevorzugt p.o. bis höchstens 40 mg/Tag

Eine zeitgleiche Gabe von Schleifendiuretika und Flüssigkeit zur „Nierenspülung“ soll nicht erfolgen. (DGIM - Klug entscheiden in der Nephrologie)

Die Gabe von Schleifendiuretika beim oligo-anurischen Patienten mit ANV soll nicht erfolgen. (DGIM - Klug entscheiden in der Nephrologie)

Torasemid

Wirkstoff Torasemid (z.B. Torem®------)
Applikation
  • p.o.
  • i.v.
Standarddosierung
Indikationen
Zu beachten
Kontraindikationen
Dosisanpassungen
  • Niereninsuffizienz
    • Torasemid 100 mg/Tag soll nur ab GFR <30 mL/min angewendet werden
    • Notwendige Dosissteigerung einerseits und Verschlechterung der Nierenfunktion bei zu hohen Dosierungen andererseits beachten
  • Leberinsuffizienz: Kontraindikation bei schweren Leberfunktionsstörungen
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nicht empfohlene Substanz während der Schwangerschaft
  • Stillzeit: Unter Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
Anwendung bei Kindern
  • Kontraindikation bei Kindern unter 12 Jahren

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Übersicht

Wirkstoffe

Wirkung

  • Blockade des Na+-K+-2Cl--Kotransporters
  • Furosemid intravenös bewirkt eine Venodilatation (schnelles venöses Pooling) → Vorlastsenkung
    • Beruht auf einer verstärkten Prostaglandinsynthese, die auch zu einer Steigerung der renalen Perfusion führt

Nebenwirkung

Durch die Elektrolytverschiebungen (vorwiegend Hypokaliämie) kann es zu lebensbedrohlichen Arrhythmien kommen!

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Indikation

Erhöhte Gefahr der Hypokaliämie und -volämie! Strenge Überwachung!

Eine zeitgleiche Gabe von Schleifendiuretika und Flüssigkeit zur „Nierenspülung“ soll im akuten Nierenversagen nicht erfolgen. (DGIM - Klug entscheiden in der Nephrologie)
Die Gabe von Schleifendiuretika bei Oligurie bzw. Anurie bei Patienten mit akutem Nierenversagen soll nicht erfolgen. (DGIM - Klug entscheiden in der Nephrologie)

Kontraindikation

Es werden die wichtigsten Kontraindikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Pharmakokinetik

  • Furosemid intravenös wirkt für etwa 6 Stunden → Gabe sollte morgens und mittags erfolgen

Furosemid-Handelsname: Lasix®------ → „Lasts six hours“