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Dehydratation (Dehydrierung…)

Abstract

Eine Dehydratation beschreibt ganz allgemein einen Zustand des verringerten Wasserhaushalts, von dem oft ältere Menschen betroffen sind, die zu wenig trinken. Trockene Schleimhäute und eine Kreislaufinstabilität begünstigen dann Infektionen und Stürze. Ursächlich kommt neben mangelnder Zufuhr von Flüssigkeit auch ein übermäßiger Verlust oder Verbrauch in Frage. So kann bspw. das erste Symptom eines Diabetes mellitus eine Exsikkose sein, die durch eine Glucosurie mit osmotischer Diurese entsteht.

Therapeutisch ist ein Ausgleich unter Beachtung des Elektrolythaushalts und bestehender Grunderkrankungen wichtig. Liegt eine Abweichung des Serum-Natriumwertes vor, kann ein zu schneller Ausgleich zu einem Hirnödem bzw. einer pontinen Myelinolyse führen. Patienten mit Niereninsuffizienz können bei zu hoher Kaliumzufuhr eine lebensbedrohliche Hyperkaliämie entwickeln, bei Herzinsuffizienz droht durch eine zu schnelle Flüssigkeitssubstitution ein Lungenödem.

Ätiologie

Klassifikation

Formen der Dehydratation

Symptome/Klinik

Diagnostik

  • Körperliche Untersuchung
    • Tachykardie, verminderter Blutdruck
    • Schwacher Puls mit niedriger Druckamplitude
    • Verlangsamte Rekapillarisierungszeit (>2 Sekunden)
    • Reduzierter Hautturgor („Stehende Hautfalten“)
  • Urinmenge und -farbe
    • Quantifizierung der Harnmenge gibt Hinweise auf Genese der Exsikkose
  • Körpergewicht messen
    • Bei Kenntnis des normalen Gewichts kann so das Ausmaß der Dehydratation abgeschätzt werden
  • Labor
    • Hämatokrit
    • Serumnatriumwert
    • Kontrolle des Blutzuckerspiegels

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

  • Isotone Dehydratation: Ausgleich durch Gabe isotoner Flüssigkeiten (balancierte Vollelektrolytlösung)
  • Hypo- oder hypertone Dehydratation: Langsamer Ausgleich unter strenger Kontrolle des Serumnatriums wichtig! (→ Elektrolytstörung Natrium)
  • Allgemein
    • Initial ggf. intravenöse Flüssigkeitsgabe (insbesondere bei schwerer Dehydratation)
    • Optimalerweise orale Flüssigkeitsgabe
    • Subkutane Applikation möglich
    • Neben dem Natrium- muss auch der Kaliumwert engmaschig überwacht werden, insbesondere bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Vorsichtiger Ausgleich bei Herzinsuffizienz - zu rasche Flüssigkeitsgabe kann zu einer kardialen Dekompensation führen!

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.