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Reaktive Arthritis (Morbus Reiter…)

Abstract

Die reaktive Arthritis ist eine entzündliche Zweiterkrankung der Gelenke wenige Tage bis mehrere Wochen nach bakterieller Erkrankung des Magendarmtraktes oder der Harnröhre. Die Erreger sind in der Gelenkflüssigkeit jedoch nicht zu finden. Meist sind nur wenige Gelenke der unteren Extremität betroffen. Kommen eine Entzündung der Augenbindehaut und der Harnröhre hinzu, wird auch vom Reiter-Syndrom gesprochen. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung spontan aus.

Epidemiologie

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Symptome/Klinik

Reiter-Trias: Can't see, can't pee, can't climb a tree.

Diagnostik

  • Labor:
    • BSG und CRP
    • Assoziation zu HLA-B27 [1]
    • Stuhlkultur, Urinkultur, Urethralabstrich zur Erregerdiagnostik

Therapie

Prognose

  • In etwa 80% der Fälle selbstlimitierender Verlauf innerhalb eines Jahres
  • Übergang in eine chronische rheumatische Erkrankung ist möglich
  • Erhöhtes Risiko für einen längeren oder chronischen Verlauf bei HLA-B27-positiven Patienten [1]

Geschichte der Namensgebung

Der Terminus „Reiter-Trias“ ist umstritten. Der Namensgeber, Hans Reiter (1881–1969), war während der Zeit des Nationalsozialismus u.a. Präsident des Reichsgesundheitsamtes (1933–1945) und Mitglied des Sachverständigenbeirats für Bevölkerungs- und Rassenpolitik im Reichsinnenministerium. Er war auch an der Planung von Typhus-Experimenten an Häftlingen des Konzentrationslagers Buchenwald beteiligt. [2][3]

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • M02.-: Reaktive Arthritiden
  • M03.-*: Postinfektiöse und reaktive Arthritiden bei anderenorts klassifizierten Krankheiten

Lokalisation der Muskel-Skelett-Beteiligung

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.