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Schlafbezogene Atmungsstörungen

Letzte Aktualisierung: 30.1.2023

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Die häufigste Ursache einer schlafbezogenen Atemstörung ist eine Obstruktion der oberen Atemwege durch Kollaps der Schlundmuskulatur während des Schlafes, das sogenannte Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). Die Patienten sind meist adipös und leiden unter starker Tagesmüdigkeit. Fremdanamnestisch geben die Lebenspartner Atempausen und starkes Schnarchen während des Schlafens an. Die Lebenserwartung der Patienten ist durch kardiovaskuläre Folgen einer sekundären Hypertonie eingeschränkt, kann aber durch konsequente Gewichtsreduktion und nächtliche Überdruckbehandlung (nCPAP) normalisiert werden. Der Therapieerfolg bedarf einer hohen Therapieadhärenz mit regelmäßigen Kontrollen durch Schlafuntersuchungen.

  • Schlafapnoe-Syndrom: Nächtliche Atmungsstörung mit klinischer Beschwerdesymptomatik und/oder gesundheitlichen Risiken [1]
  • Apnoe: Atempausen von ≥10 Sekunden
  • Hypopnoe: Reduktion des Atemflusses um ≥30% für ≥10 Sekunden kombiniert mit Sauerstoffsättigungsabfall ≥3% oder Arousal
  • Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI): (Hypopnoen + Apnoen)/Stunde Schlafzeit
  • Respiratory Effort related Arousal (RERA): Sequenz von Atemzügen (≥ 10 Sekunden), die durch eine erhöhte Atemanstrengung zu einem Arousal führen
  • Respiratory disturbance index (RDI) (Hypopnoen + Apnoen + Respiratory Effort related Arousal)/Stunde Schlafzeit
Schweregrad leichtgradig mittelgradig schwergradig
AHI 5–15 15–30 >30
RDI 15–20 20–40 >40

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Klassifikation des Schlafapnoe-Syndroms

Typische Begleiterkrankungen und begünstigende Faktoren

Die meisten Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom sind adipös!

Allgemeines

  • Schlafmedizinische Anamnese
  • Epworth Sleepiness Scale (ESS) [3]
    • Fragebogen zur Beurteilung der Einschlafneigung in typischen Alltagssituationen
    • Positivwert bei Erwachsenen: >10 Punkte
    • Für Links zu den Fragebögen: Siehe Tipps&Links
  • 24-Stunden-Blutdruck-Messung

Schlafuntersuchung

Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine sehr häufige Ursache der sekundären Hypertonie!

Während physiologischerweise Dauer und Anteil der REM-Schlafphasen im Verlauf der Nacht zunehmen, kommt es beim Schlafapnoesyndrom zu einer Abnahme der REM-Schlafphasen.

Bei Adipösen, Diabetikern, Patienten mit Vorhofflimmern und Patienten mit Hypertonie, die über Schnarchen berichten, soll die Diagnostik zum Ausschluss eines Schlafapnoesyndroms erfolgen. (DGIM - Klug entscheiden in der Pneumologie)

Allgemein

Nächtliche Beatmung

Beim symptomatischen obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom ist die Überdruckbehandlung in der Nacht mittels nCPAP-Therapie das Mittel der Wahl. Für den Therapieerfolg bedarf es einer hohen Patientencompliance mit regelmäßiger Therapieüberwachung durch Schlafuntersuchungen!

Operative Verfahren beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom

Die wesentliche Engstelle beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom liegt zwischen Zungengrund und Rachenhinterwand. Bei unzureichendem konservativem Therapieerfolg ist eine operative Erweiterung möglich.

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Bei allen schlafbezogenen Atmungsstörungen: Hypertonie und erhöhte Mortalitätsrate an kardiovaskulären Erkrankungen
  • Bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom: Durch konsequente nCPAP-Beatmung Senkung des Mortalitätsrisikos auf das der Normalbevölkerung möglich
  • One-Minute Telegram (aus unserer englischsprachigen Redaktion)

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Schlafapnoe

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Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2023, DIMDI.

  1. DGSM: S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen – Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen“ In: Somnologie. Band: 20, Nummer: S2, 2016, doi: 10.1007/s11818-016-0093-1 . | Open in Read by QxMD p. 97-180.
  2. Zausig, Arzt: Perioperative Versorgung von Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe In: Der Pneumologe. Band: 11, Nummer: 5, 2014, doi: 10.1007/s10405-014-0791-y . | Open in Read by QxMD p. 386-393.
  3. Johns: A new method for measuring daytime sleepiness: the Epworth Sleepiness scale In: Sleep. Band: 14, 1991, p. 540–545.
  4. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2015, ISBN: 978-3-981-46605-8 .
  5. Schulz et al.: Obstruktive Schlafapnoe – ein wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor In: Deutsches Ärzteblatt. Band: 12, Nummer: 103, 2006, .
  6. Avidan, Barkoukis: Review of Sleep Medicine. Elsevier 2011, ISBN: 1-455-70319-2 .
  7. Schneider, Weber-Papen: Facharztwissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer 2011, ISBN: 978-3-642-17191-8 .
  8. Gerrig, Zimbardo: Psychologie. 18. Auflage Pearson 2008, ISBN: 978-3-827-37275-8 .
  9. Herold: Innere Medizin 2019. Herold 2018, ISBN: 978-3-981-46608-9 .