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Schlafbezogene Atmungsstörungen

Abstract

Die häufigste Ursache einer schlafbezogenen Atemstörung ist eine Obstruktion der oberen Atemwege durch Kollaps der Schlundmuskulatur während des Schlafes, das sogenannte Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). Die Patienten sind meist adipös und leiden unter starker Tagesmüdigkeit. Fremdanamnestisch geben die Lebenspartner Atempausen und starkes Schnarchen während des Schlafens an. Die Lebenserwartung der Patienten ist durch kardiovaskuläre Folgen einer sekundären Hypertonie eingeschränkt, kann aber durch konsequente Gewichtsreduktion und nächtliche Überdruckbeatmungstherapie (nCPAP) normalisiert werden. Der Therapieerfolg bedarf einer hohen Patientencompliance mit regelmäßiger Therapieüberwachung durch Schlafuntersuchungen.

Definition

Schweregrad leichtgradig mittelgradig schwergradig
AHI 5–15 15–30 >30
RDI 15–20 20–40 >40

Epidemiologie

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Die meisten Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom sind adipös!

Symptome/Klinik

Diagnostik

Allgemeines

  • Anamnese: Standardisierte Fragebögen mit Fremdanamnese (Partner nach Schnarchen und Atemaussetzern fragen)
  • 24-h-RR-Messung

Schlafuntersuchung

Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine sehr häufige Ursache einer sekundären Hypertonie!

Die Dauer und der Anteil der REM-Schlafphasen nimmt im Verlauf der Nacht zu!

Bei Adipösen, Diabetikern, Patienten mit Vorhofflimmern und Patienten mit Hypertonie, die über Schnarchen berichten, soll die Diagnostik zum Ausschluss eines Schlafapnoesyndroms erfolgen. (DGIM - Klug entscheiden in der Pneumologie)

Therapie

Allgemein

  • Behandlung der Grunderkrankung (z.B. die Herzinsuffizienz bei zentralem Schlafapnoe-Syndrom oder Operation einer Septumdeviation beim OSAS)
  • Risikofaktor reduzieren: Gewichtsreduktion, eventuell mittels bariatrischer Chirurgie
  • Meiden von Alkohol, Nikotin und Sedativa
  • Schlafhygiene: Regelmäßiger und ausreichender Schlaf, Schlaf auf der Seite und nicht auf dem Rücken
  • Einstellung des Blutdrucks

Nächtliche Beatmung

  • nCPAP (Nasal continuous positive airway pressure)
  • BIPAP (Biphasic positive airway pressure)

Beim symptomatischen obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom ist die Überdruckbehandlung in der Nacht mittels nCPAP-Therapie das Mittel der Wahl. Für den Therapieerfolg bedarf es einer hohen Patientencompliance mit regelmäßiger Therapieüberwachung durch Schlafuntersuchungen!

Operative Verfahren beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom

Die wesentliche Engstelle beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom liegt zwischen Zungengrund und Rachenhinterwand. Bei unzureichendem konservativem Therapieerfolg ist eine operative Erweiterung möglich.

Komplikationen

Genereller Pathomechanismus: Hypopnoe/Apnoe → pO2↓, pCO2↑ → Obstruktives Ersticken, Atemantrieb↑ → Stresshormone↑, Arousal↑ → RR↑

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prognose

  • Unbehandelt haben alle Patienten aufgrund der Hypertonie eine erhöhte Mortalitätsrate an kardiovaskulären Erkrankungen
  • Durch konsequente nCPAP-Beatmung kann das Mortalitätsrisiko bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom auf das der Normalbevölkerung gesenkt werden

Patienteninformationen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.