• Klinik
  • Arzt

Parkinson-Medikamente

Abstract

Die medikamentöse Therapie des Morbus Parkinson richtet sich nach dem Alter des Patienten. Bei jungen Patienten werden zunächst bevorzugt Dopaminagonisten eingesetzt, um das Auftreten späterer motorischer Komplikationen hinauszuzögern. L-Dopa ist aber an sich wirkungsstärker und nebenwirkungsärmer. Die Therapie kann in frühen Stadien eine Reihe der Symptome abmildern, wodurch sich die Patienten deutlich besser fühlen (sog. Honeymoon-Phase). Eine dopaminerge Therapie sollte frühzeitig erwogen werden, wenn die motorischen Symptome eine deutliche Einschränkung im Beruf, im sozialen Leben oder der subjektiven Lebensqualität bedeuten. Weitere relevante Pharmaka sind Amantadin, MAO-B- und COMT-Hemmer.

Übersicht

Substanzklasse Wirkstoffe Indikation
Dopaminvorstufen
  • 1. Wahl: Bei Patienten >70. Lebensjahr und bei multimorbiden Patienten jeden Alters
  • 2. Wahl: Bei Patienten <70. Lebensjahr
  • Bei Therapierefraktärität im Spätstadium: L-Dopa als Jejunalsonde
Dopaminagonisten Non-Ergot
  • 1. Wahl: Bei Patienten <70. Lebensjahr
  • 2. Wahl: Bei Patienten >70. Lebensjahr (oder multimorbiden Patienten jeden Alters) mit L-Dopa-Wirkfluktuationen als Kombinationstherapie
Ergot
  • 2. Wahl: Bei Patienten <70. Lebensjahr
COMT-Hemmer
  • Bei Wirkungsfluktuationen im fortgeschrittenen Stadium: In Kombination mit L-Dopa
NMDA-Antagonisten
MAO-B-Hemmer
  • Anfangsstadium: Als Monotherapeutikum bei milder Symptomatik
  • Spätstadium: In Kombination mit L-Dopa zur Verbesserung der Wirkfluktuationen
Anticholinergika
  • Ergänzend bei therapierefraktärem Tremor

L-Dopa (Levodopa)

Wirkstoffe

L-Dopa-Präparate stehen als Kombinationspräparate mit einem peripheren Decarboxylasehemmer zur Verfügung . Die folgenden Dosierungsvorschläge dienen der Orientierung; die differenzierte Einstellung in einem spezialisierten Zentrum ist dennoch insb. bei schwierigen Fällen sinnvoll.

Wirkung

Wichtige Nebenwirkungen

Zu beachten

L-Dopa wird optimalerweise zwischen Mahlzeiten eingenommen (z.B. 30 min vor einer Mahlzeit). Eine hohe Eiweißbindung führt zu verminderter Wirkung!

Indikationen

Kontraindikationen

Dopaminagonisten

Wirkstoffe

Wirkung

  • Agonistische Wirkung an postsynaptischen Dopaminrezeptoren → Direkte dopaminerge Wirkung, unabhängig vom Funktionszustand der präsynaptischen striatalen Neurone
  • Wirkung auf Akinese > Rigor > Tremor

Wichtige Nebenwirkungen

Bei IPS-Patienten mit kognitiver Leistungseinschränkung, Demenz und/oder psychotischem Erleben sollten Dopaminagonisten nicht eingesetzt werden.

Zu beachten

  • Ergot-Derivate: Vor Beginn einer Therapie und im Verlauf sollten echokardiographische Kontrolluntersuchungen zum Ausschluss kardialer Fibrosierungen erfolgen
  • Erhöhtes Psychoserisiko: Induktion von Psychosen, insb. bei Risikogruppen wie Demenzpatienten oder Patienten mit bereits bekannten, psychotischen Symptomen (z.B. Halluzinationen)

Indikationen

Kontraindikationen

COMT-Hemmer

Wirkstoffe

Wirkung

Wichtige Nebenwirkungen

  • Gastrointestinale Nebenwirkungen
  • Dyskinesien und psychische Störungen (z.B. Halluzinationen)

Indikationen

Kontraindikationen

NMDA-Antagonisten

Wirkstoffe

Wirkung

Wichtige Nebenwirkungen

Als Nebenwirkung sind QT-Zeit-Verlängerungen möglich! Daher ist die Gabe bei schweren kardialen Vorerkrankungen kontraindiziert!

Zu beachten

  • Wirkungsverlust nach einigen Monaten Behandlungsdauer

Indikationen

Kontraindikationen

  • Schwere kardiale Vorerkrankungen
  • Gravidität und Stillzeit: Relative Kontraindikationen (strenge Indikationsstellung)

MAO-B-Hemmer

Wirkstoffe

Wirkung

  • Hemmung des zentralnervösen Dopamin- und Katecholaminabbaus → Verlängerung der Dopaminwirkung → L-Dopa-Bedarf↓

Wichtige Nebenwirkungen

Zu beachten

Indikationen

Kontraindikationen

Anticholinergika

Wirkstoffe

Wirkung

  • Hemmung exzitatorischer cholinerger Neurone → Acetylcholinspiegel↓

Wichtige Nebenwirkungen

Zu beachten

  • Ungünstige Nebenwirkungen insb. bei alten oder kognitiv eingeschränkten Patienten → Gefahr der Verschlechterung einer Demenz, Entwicklung eines anticholinergen Delirs

Indikationen

Kontraindikationen