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Anlage supraglottischer Atemwegshilfen - AMBOSS-SOP

Material und Medikamente

Basismaterial

Material für das Management von Atemwegskomplikationen

Basismedikamente (Auswahl nach Situation und Klinikstandard)

Narkoseeinleitung und -aufrechterhaltung

Medikamente für die erweiterte Therapie und den Notfall

Vorbereitung

Material und Geräte

Patient

Ablauf/Durchführung

Präoxygenierung

  • Beatmungsmaske möglichst dicht anlegen (Kontrolle über Kapnographie)
  • FiO2 = 1,0 mit einem Fluss von >10 L/min
  • Spontanatmung über 3–5 min bzw. bis zum Erreichen einer FeO2 >0,9

Einleitung

Maskenbeatmung und Anlage der supraglottischen Atemwegshilfe

Maskenbeatmung

Anlage einer Larynxmaske

  1. Mund des Patienten mit nicht-dominanter Hand öffnen, ggf.
  2. Führende Hand fasst Larynxmaske wie einen Stift
    • Zeigefinger am Übergang zwischen Beatmungsschlauch und Cuff
    • Daumen und restliche Finger fixieren den Schlauch
  3. Anlegen der Spitze an den harten Gaumen
  4. Vorschieben unter Führung des Zeigefingers am Gaumen entlang nach kaudal
    • Kraftanwendung vermeiden
    • Anatomischem Verlauf folgen
  5. Möglichst weites Vorschieben bis zu federndem Widerstand
  6. Cuff blocken
  7. Lagekontrolle
  8. Einlage einer Magensonde (bei Larynxmasken der 2. Generation)
  9. Korrekte Position im Hypopharynx
    • Spitze liegt am Eingang zum Ösophagus
    • Cuff schließt Eingang zur Trachea ringförmig ab

Je nach Modell und Anatomie des Patienten sind auch alternative Methoden zur Platzierung üblich!

Für die präklinische Anwendung und im Notfall sollen Larynxmasken der 2. Generation verwendet werden!

Anlage eines Larynxtubus

  1. Mund des Patienten mit nicht-dominanter Hand öffnen, ggf.
  2. Führende Hand fasst Larynxtubus wie einen Stift über dem pharyngealen, oberen Cuff
  3. Anlegen der Spitze mittig am harten Gaumen
  4. Vorschieben am Gaumen entlang nach kaudal
    • Anatomischem Verlauf folgen
    • Beschädigung des Cuffs an Zähnen vermeiden
  5. Vorschieben über den Zungengrund bis zu federndem Widerstand
  6. Cuffs blocken
  7. Lagekontrolle
    • Ausreichende Insertionstiefe: Zielmarkierung auf dem Schaft
    • Kapnographie und Auskultation
  8. Einlage einer Magensonde (bei Larynxtuben der 2. Generation)
  9. Korrekte Position

Lagetests für Larynxmasken der 2. Generation

Die Lagetests sind für die Modelle LMA ProSeal®-------- und die LMA Supreme®-------- konzipiert und nicht zwingend auf andere Modell anwendbar.

Magen-Leckage-Test („Bubble-Test“)

  • Vorbereitung: Verschluss des Drainagekanals mit Geltropfen
  • Durchführung: Beatmung des Patienten
    • Positiver Test: Gel wird atemsynchron aus dem Kanal gedrückt oder wirft Blasen („Bubbles“)
    • Negativer Test: Gel verbleibt im Drainagekanal
  • Beurteilung
    • Test positiv → Fehllage der LMA
    • Test negativ → Lage wahrscheinlich korrekt oder falsch negativ bei umgeschlagener Spitze

Jugulum-Test („Suprasternal-Notch-Test“)

  • Vorbereitung: Verschluss des Drainagekanals mit Geltropfen
  • Durchführung: Druck mit dem Finger auf das Jugulum
    • Positiver Test: Gel bewegt sich synchron zum Fingerdruck im Drainagekanal
    • Negativer Test: Keine Bewegung des Gels
  • Beurteilung
    • Test positiv → Korrekte Lage der LMA-Spitze
    • Test negativ → Lage nicht beurteilbar

Anlage einer Magensonde

  • Durchführung: Platzierung einer Magensonde durch den Drainagekanal
  • Beurteilung: Widerstandsfreies Einlegen der Magensonde → Korrekte Lage der LMA-Spitze über dem Ösophagussphinkter

Dichtigkeitstests für Larynxmasken

Nach der Platzierung supraglottischer Atemwegshilfen ist neben der Lagekontrolle die Überprüfung der sog. „Performance“ wichtig, um eine insuffiziente Beatmung frühzeitig zu bemerken und ggf. auf andere Möglichkeiten der Atemwegssicherung auszuweichen. Ziel ist die Sicherstellung eines ausreichenden Atemminutenvolumens ohne Überschreitung des kritischen inspiratorischen Spitzendrucks.

Oropharyngealer Leckagedrucktest

  • Vorbereitung während der maschinellen Beatmung
    • Narkosevertiefung
    • Präoxygenierung über 3 min
    • APL-Ventil am Beatmungsgerät auf Maximaldruck einstellen
  • Durchführung
    • Umstellen des Beatmungsgerätes auf Modus „manuell/spontan“
    • Kontinuierlicher Frischgasflow 8 L/min → Ansteigen des Atemwegsdruckes
    • Bei Erreichen des Plateaus (kein weiterer Druckanstieg): Ablesen des Atemwegsdruckes
  • Beurteilung der Dichtigkeitsgrenze
    • Druckniveau des Plateaus entspricht oropharyngealem Leckagedruck (OLP)
    • OLP ≥25 cm H2O → Ausreichende Dichtigkeit

„Maximum Minute Volume Test“

Komplikationen

Korrekte Platzierung nicht möglich

Insuffiziente Beatmung

Leckage

Laryngospasmus bzw. Bronchospasmus

Regurgitation von Mageninhalt und Aspiration

Blutung im Bereich der oberen Atemwege

  • Mögliche Hinweise
    • Sichtbare Blutungsquelle
    • Blutspuren auf Larynxmaske oder Handschuhen
  • Maßnahmen
    • In Abhängigkeit vom Ausmaß: Zügige Atemwegssicherung anstreben
    • Aspiration von Blut vermeiden
    • Einlage einer Tamponade nach erfolgreicher Atemwegssicherung erwägen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.