• Klinik

Mumps (Parotitis epidemica…)

Abstract

Bei Mumps handelt es sich um eine durch das Mumpsvirus ausgelöste und durch Tröpfcheninfektion verbreitete hochansteckende Infektionskrankheit, die hauptsächlich Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren betrifft. Als typisches Symptom zeigt sich bei einem Teil der Betroffenen eine erst einseitige und im Verlauf meist beidseitige Parotitis mit charakteristischer schmerzhafter teigiger Schwellung der Speicheldrüsen bei leichtem Fieber. Der Übergang vom Gesicht zum Hals ist oft ausgeprägt geschwollen, gelegentlich stehen die Ohrläppchen ab. Darüber hinaus kann das Mumpsvirus zu Pankreatitis, Orchitis, seröser Meningitis, Meningoenzephalitis und anderen selteneren Manifestationen führen. Zeugungsunfähigkeit und bleibende Hörschäden sind seltene gefürchtete Komplikationen. Bei gut der Hälfte der Betroffenen verläuft Mumps asymptomatisch oder geht lediglich mit Zeichen eines leichten grippalen Infekts einher. Seit Einführung der Impfung ist die Inzidenz deutlich rückläufig. Eine spezifische Therapie existiert nicht. Der beste Schutz ist die Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln (sowie ggf. Varizellen). Nach durchgemachter Erkrankung besteht lebenslange Immunität.

Epidemiologie

  • Geschlecht: >
  • Erkrankung tritt hauptsächlich im Alter von 2 bis 15 Jahren auf

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

  • Erreger: Mumps-Virus aus der Familie der Paramyxoviridae
  • Übertragung via Tröpfcheninfektion
    • Kontagiosität des Speichels hoch
    • Betroffene sind 7 Tage vor und bis 9 Tage nach Krankheitsbeginn (Parotisschwellung) ansteckend

Auch asymptomatische Verläufe sind infektiös!

Pathophysiologie

Symptome/Klinik

  • Inkubationszeit: 12–25 Tage
  • 50% der Infizierten asymptomatisch oder nur Zeichen eines grippalen Infekts
  • Klassische Manifestation: Sialadenitis

Diagnostik

Differentialdiagnosen

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

  • Symptomatische Therapie

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prognose

  • Bei komplikationslosem Verlauf gute Prognose, nur selten chronischer Verlauf
  • Mögliche Folgeschäden von den Komplikationen abhängig

Prävention

Mumps-Impfung [1][2]

Die STIKO empfiehlt allen Kindern (im Alter von 11 Monaten17 Jahren) die Grundimmunisierung gegen Mumps als Standardimpfung (siehe auch: STIKO-Impfkalender ).

  • Impfstoff
  • Grundimmunisierung: 2 Impfdosen im Alter von 11 und 15 Monaten
    • Für die 1. Impfung wird die Gabe des MMR-Impfstoffs mit gleichzeitiger Varizellen-Impfung (an verschiedenen Körperstellen) empfohlen
    • Für die 2. Impfung kann die Gabe des MMRV-Impfstoffs erfolgen
    • Bei angestrebter schneller Immunisierung: Zweitimpfung nach 4 Wochen möglich (zeitlicher Mindestabstand)
    • Erfolgt die 1. Impfung (insb. zum Schutz vor Masern) vor dem Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung schon ab einem Alter von 9 Monaten, sollte die 2. Impfung im Alter von 12–14 Monaten durchgeführt werden (Mindestabstand zur Erstimpfung: 4 Wochen)
  • Nachholimpfung
  • Berufsbedingte Impfung: Zweimalige MMR(V)-Impfung bei nach 1970 geborenem Personal
    • In Gemeinschaftseinrichtungen/-unterkünften
    • In Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene
    • Im Gesundheitsdienst

Postexpositionsprophylaxe bei Mumps[1]

Weitere Maßnahmen

  • Ausschluss aus Gemeinschaftseinrichtungen
    • Erkrankte: Für mind. 5 Tage bzw. bis zum Abklingen der Symptome
    • Kontaktpersonen: Für 18 Tage (mittlere Inkubationszeit), bis kein Übertragungsrisiko mehr besteht
      • Nicht erforderlich
        • Bei vorhandenem Impfschutz
        • Nach durchgemachter Krankheit
        • Nach erfolgter postexpositioneller Schutzimpfung (Riegelungsimpfung)
    • Ein schriftliches ärztliches Attest zur Wiederzulassung ist nicht erforderlich
  • Im Krankenhaus: Isolierung von Erkrankten

Meldepflicht

  • Arztmeldepflicht nach § 6 IfSG
    • Namentliche Meldepflicht bei Verdachts-, Krankheits- oder Todesfällen
  • Labormeldepflicht
  • Meldepflicht für Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 und § 34 (6) IfSG
    • Namentliche Meldepflicht bei Verdachts- und Krankheitsfällen

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2020

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2020, DIMDI.