• Klinik

Sammelsurium der HNO

Obstruktion bei Nasenseptumdeviation/Nasenmuschelhypertrophie

  • Definition: Meist erworbene Behinderung der Nasenatmung durch Deviation des Septums und/oder Hypertrophie der Nasenmuscheln
  • Ätiologie
  • Klinik
  • Diagnostik
    • Rhinoskopie
    • Rhinomanometrie: Diagnostisches Mittel zur Messung des Luftstroms der Nase bzw. der objektiven nasalen Durchgängigkeit
      • Durchführung der aktiven anterioren Rhinomanometrie
        1. Anbringen einer luftdichten Drucksonde am Naseneingang der nicht zu messenden Seite
        2. Anlegen einer luftdichten Gesichtsmaske, deren Luftzufuhr mit einer Sonde zur Messung des Atemstroms ausgestattet ist
        3. Patient atmet ruhig
        4. Je nach Fragestellung kann nun ein Allergen oder ein abschwellendes Medikament verabreicht und die Messung nach 15-20 Minuten wiederholt werden
      • Beurteilung: Der Computer berechnet eine Druck-Volumenfluss-Kurve, die im Anschluss beurteilt werden kann
    • Akustische Rhinometrie: Diagnostisches Mittel zur Berechnung des Querschnitts des Naseninnenraumes in Abhängigkeit von der Nasentiefe. Dies ermöglicht Rückschlüsse auf die Lokalisation einer Strömungsbehinderung.
      • Durchführung
        • Eine Messsonde wird luftdicht in eine Nasenöffnung eingeführt
        • Über die Messsonde kann ein akustisches Signal ausgesendet und mittels Mikrofon wieder empfangen werden
      • Beurteilung: Mittels Computeralgorithmen wird der Nasenquerschnitt (in cm2) in Relation zur Entfernung vom Naseneingang (in cm) angegeben
  • Therapie: Indiziert bei ausgeprägter Klinik (bzw. Leidensdruck des Patienten)
    • Septumdeviation: Chirurgische Korrektur
    • Nasenmuschelhypertrophie: Chirurgische Korrektur (anteriore Turbinoplastik), Lasertherapie, Hochfrequenzdiathermie

Cerumen obturans

  • Definition: Cerumen ist das Sekret der apokrinen Drüsen des äußeren Gehörgangs
  • Pathophysiologie
    • Mangelnde oder unsachgemäße Ohrpflege (Wattestäbchen!) führt zur Pfropfbildung mit Gehörgangsverschluss (= Cerumen obturans)
    • Tritt häufig nach dem Duschen oder Baden auf
  • Klinik: Plötzliche HörminderungSchallleitungsschwerhörigkeit
  • Therapie: Entfernung des Pfropfs (durch Warmwasser-Spülung oder instrumentell durch Kürette oder Häkchen)

Hörgerätversorgung und Cochlea-Implantat

  • Hörgerätversorgung
    • HNO-Arzt stellt die Indikation
    • Voraussetzung: Eine operative Hörverbesserung ist nicht möglich
    • Indikation
      • Ab einer Hörminderung auf dem besser hörenden Ohr von ≥30 dB in dem Frequenzbereich von 500–3.000 Hertz
      • Diskriminationsverlust für Einsilber von ≥20% bei einer Sprachlautstärke von 65 dB
    • Sind die Voraussetzungen gegeben und die Indikation gestellt, sollte bei einem Kind so schnell wie möglich die Versorgung mit einem Hörgerät erfolgen, um eine sprachliche Entwicklungsverzögerung zu verhindern
  • Cochlea-Implantat
    • Definition: Elektrische Hörprothese bei Ausfall des Innenohrs bei noch intaktem Hörnerv
    • Voraussetzung: Hörnerv und Hörbahn intakt
    • Indikation
      • Beidseitige kochleäre Taubheit
      • Hörreste, die trotz Hörgerät für ein Sprachverständnis und einen Spracherwerb nicht ausreichen würden
    • Es sollte (wenn möglich) eine beidseitige Cochlea-Implantat-Versorgung erfolgen
    • Komplikationen: Z.B. Läsion des N. facialis (sehr selten)

Dekompressionskrankheit - Caisson-Krankheit

Barotrauma des Mittelohres (Barootitis media, Aerootitis media)

  • Definition: Akute Mangelbelüftung (Unterdruck) des Mittelohrs bei schneller Erhöhung des Umgebungsdrucks
  • Epidemiologie
    • In jedem Alter
    • Ca. 10% aller Taucher geben ein Barotrauma in der Vorgeschichte an!
  • Ätiologie
    • Tauchen (90% beim Abstieg, 10% beim Aufstieg)
    • Flugzeuglandung
    • Druckkammer
  • Klinik
    • Akutes Auftreten (z.B. beim Abtauchen)
    • Druckgefühl, stechender Ohrenschmerz
    • Hörminderung bis hin zur Taubheit
    • Blutung aus dem Gehörgang
    • Tinnitus, Schwindel
  • Diagnostik
  • Therapie
  • Differentialdiagnosen
  • Prognose

Gehörgangsatresie

  • Definition: Angeborene oder erworbene (Entzündung, Trauma) Fehlbildung des äußeren Gehörgangs
  • Klinik: Schallleitungsschwerhörigkeit (ein- oder beidseitig)
  • Therapie
    • Initial: Versorgung mit einem Knochenleitungshörgerät
    • Im Verlauf: Knochenverankertes Hörgerät, später operative Gehörgangsrekonstruktion (ab dem 5. Lebensjahr)

Klaffende Tuba auditiva

  • Definition: Offene Ohrtrompete
  • Ätiologie: Vorausgegangene starke Gewichtsabnahme → Abnahme des die Tube umgebenden Fettgewebes
  • Klinik
    • Oft symptomlos
    • Autophonie: Ungewöhnlich lautes Hören und Dröhnen der eigenen Stimme
    • Hören des eigenen Atemgeräusches
    • Verschwinden der Symptome im Liegen oder bei Bauchpresse
  • Otoskopie: Atemsynchrone Bewegung des Trommelfells
  • Therapie
    • Aufklärung über die Harmlosigkeit der Erkrankung
    • Keine Therapie

Osteoarthropathie des Kiefergelenks (Kraniomandibuläre Dysfunktion)

  • Ätiologie: Strukturelle, funktionelle und psychische Fehl- oder Überbelastung der Kiefergelenke
  • Epidemiologie: Insbesondere Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr
  • Klinik
    • Knacken oder Reiben der Kiefergelenke
    • Eingeschränkte Kieferöffnung (gelegentlich schmerzhaft)
    • Schmerzhaftigkeit der Kiefergelenke mit Ausstrahlung ins Ohr , den Kopf, den Nacken etc. → Fehldiagnosen sind häufig, da die ausstrahlenden Schmerzen das einzige Symptom sein können

Presbyakusis

  • Definition: Altersbedingte Schwerhörigkeit durch Degenerationen des Corti-Organs
  • Klinik
    • Progrediente beidseitige Schwerhörigkeit insbesondere der hohen Töne → Mit betagten Personen kann ein geduldiges Sprechen mit tiefer Stimme hilfreich sein

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.