• Klinik

Arteria-spinalis-anterior-Syndrom

Abstract

Das Arteria-spinalis-anterior-Syndrom beschreibt ein inkomplettes ventrales Querschnittsyndrom mit Ischämie des vorderen und seitlichen Rückenmarks durch verminderten Blutfluss in der A. spinalis anterior oder deren Verschluss. Als Ursache kommen unter anderem Arteriosklerose, Mikroangiopathie oder eine Gefäßkompression aufgrund eines Tumors in Frage. Leitsymptom ist eine plötzliche, innerhalb einer Stunde entstehende Paraparese beider Beine. Pyramidenbahnzeichen (Babinski-Reflex) entwickeln sich aber erst nach Tagen, sodass die Gefahr besteht, das Krankheitsbild als psychogene Lähmung fehlzudeuten. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Verdacht auf Arteriosklerose werden Thrombozytenaggregationshemmer (Acetylsalicylsäure) verabreicht.

Ätiologie

Symptome/Klinik

Meist akuter oder subakuter Verlauf ohne Prodromi

Verlaufs- und Sonderformen

A.-radicularis-magna-Syndrom

  • Definition: „Maximalvariante“ eines Arteria-spinalis-anterior-Syndroms mit Verschluss der kaliberstarken A. radicularis magna (auch Adamkiewicz-Arterie), die der Aorta in Höhe Th 9–12 entspringt und das lumbale Rückenmark versorgt (führt Blut der A. spinalis anterior in dieser Region zu)
  • Ätiologie/Pathogenese: Verschluss der A. radicularis magna (meist bei Aortendissektion oder Operation an der Aorta descendens bei Aortenaneurysma) → Ischämie des vorderen sowie möglicherweise auch des hinteren Rückenmarks
  • Klinik
    • Motorische Lähmung der Beine
    • Störung der protopathischen Sensibilität sowie (bei hinterer Beteiligung) der epikritischen Sensibilität → Inkomplettes bis komplettes Querschnittssyndrom

Diagnostik

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • G95.-: Sonstige Krankheiten des Rückenmarkes
    • G95.1-: Vaskuläre Myelopathien
      • G95.18: Sonstige vaskuläre Myelopathien
        • Akuter Rückenmarkinfarkt (embolisch) (nichtembolisch)
        • Arterielle Thrombose des Rückenmarkes
        • Hämatomyelie
        • Nichteitrige intraspinale Phlebitis und Thrombophlebitis
        • Rückenmarködem
        • Subakute nekrotisierende Myelopathie
        • Exklusive: Intraspinale Phlebitis und Thrombophlebitis, ausgenommen nichteitrig (G08)
  • G99.-*: Sonstige Krankheiten des Nervensystems bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
    • G99.2*: Myelopathie bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
      • Arteria-spinalis-anterior- und Arteria-vertebralis-Kompressionssyndrom (M47.0-†)
      • Myelopathie bei Bandscheibenschäden (M50.0†, M51.0†), Neubildungen (C00-D48†), Spondylose (M47.-†)
  • M47.-: Spondylose
    • M47.0-†: Arteria-spinalis-anterior-Kompressionssyndrom und Arteria-vertebralis-Kompressionssyndrom (G99.2*)

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.