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Zytomegalievirus-Infektionen

Letzte Aktualisierung: 7.7.2023

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Die Zytomegalie wird durch das Humane Herpesvirus 5 (CMV, Zytomegalie-Virus) ausgelöst und persistiert wie alle Herpesviridae ein Leben lang im menschlichen Organismus. Die Infektion verläuft bei Immunkompetenten i.d.R. asymptomatisch, es kann jedoch bei Immunsuppression und nach Organtransplantationen zu schweren Verläufen mit Gefahr einer CMV-Retinitis (Erblindungsgefahr!) oder einer lebensgefährlichen CMV-Pneumonie kommen. Bereits bei Verdacht sollte deshalb mit Ganciclovir oder Valganciclovir therapiert werden.

Während der Schwangerschaft kann es zu einer vertikalen Transmission von CMV auf das ungeborene Kind mit der Folge einer konnatalen CMV-Infektion kommen. Zu den typischen Symptomen betroffener Neugeborener gehören periventrikuläre Verkalkungen, Hydrozephalus, Ventrikeleinblutungen, Chorioretinitis, Hepatosplenomegalie und Ikterus. Um die akute Erkrankung zu behandeln und langfristige Komplikationen (Hör- und Sehschäden, Intelligenzminderung etc.) zu vermeiden, sollte ebenfalls frühzeitig eine virostatische Therapie mit Ganciclovir oder Valganciclovir begonnen werden.

Ätiologietoggle arrow icon

Symptome/Kliniktoggle arrow icon

Diagnostiktoggle arrow icon

Klinische Chemie

Therapietoggle arrow icon

Therapieempfehlung für Personen mit HIV-Infektion

Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Besondere Patientengruppentoggle arrow icon

CMV-Infektion in der Schwangerschaft

Eine Zytomegalievirus-Infektion verläuft bei Schwangeren ähnlich wie bei nicht-schwangeren Frauen, geht jedoch mit dem Risiko einer konnatalen CMV-Infektion einher. In diesem Abschnitt wird lediglich auf die Besonderheiten einer Infektion bei Schwangeren eingegangen.

  • Diagnostik [3]
    • In Deutschland kein Routinescreening im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge
    • Bei erhöhtem Infektionsrisiko : Bestimmung des Immunstatus in der 6.–7. SSW, ggf. Verlaufskontrolle in der 12.–14. SSW
    • Bei V.a. Primärinfektion: Indirekter Erregernachweis mittels Serologie und direkter Erregernachweis mittels PCR (aus Blutprobe)
    • Bei nachgewiesener Primärinfektion: Regelmäßige fetale Sonografie, bei Auffälligkeiten ggf. Amniozentese
    • Zu beachten: Probleme der serologischen CMV-Diagnostik
      • Allgemein: Testsysteme zum Nachweis und zur Bewertung von CMV-IgM, -IgG und CMV-IgG-Avidität nicht standardisiert
      • Nachweis spezifischer IgM
        • Bis zu 12 Monate nach Primärinfektion
        • Auch bei CMV-Reaktivierung, anderen Infektionen oder Autoimmunerkrankungen möglich
        • Oft falsch-positiv
  • Therapie: Symptomatisch
  • Prävention [4]: Expositionsprophylaxe
  • Vertikale Transmission [5]

Auch durch Reaktivierung einer latenten CMV-Infektion kann es zu einer vertikalen Transmission kommen!

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2023toggle arrow icon

  • P35.-: Angeborene Viruskrankheiten
    • P35.1: Angeborene Zytomegalie

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2023, DIMDI.

Quellentoggle arrow icon

  1. Kim:Letermovir: First Global ApprovalIn: Drugs. Band: 78, Nummer: 1, 2017, doi: 10.1007/s40265-017-0860-8 . | Open in Read by QxMD p. 147-152.
  2. Rote-Hand-Brief zu Prevymis Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: Anwendung eines sterilen Filters unbedingt erforderlich.Stand: 7. September 2020. Abgerufen am: 7. September 2020.
  3. Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen.Stand: 1. Oktober 2021. Abgerufen am: 21. Juli 2022.
  4. Zytomegalievirus-Infektion, RKI-Ratgeber für Ärzte.Stand: 20. Januar 2014. Abgerufen am: 9. Oktober 2017.
  5. Berner et al.: DGPI-Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. 7. Auflage Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) 2018, ISBN: 978-3-132-40790-9.

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