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Raynaud-Syndrom

Letzte Aktualisierung: 4.6.2021

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Das Raynaud-Syndrom ist von einer charakteristischen Symptomatik gekennzeichnet: Nach Kälteeinwirkung oder Stress kommt es zunächst zu einem Abblassen der Finger. Im Anschluss werden die Finger zyanotisch, bis sie nach einigen Minuten (spätestens nach einer Stunde) aufgrund der reaktiven Durchblutung erröten. Ätiologisch wird außer einem idiopathischen Auftreten (primäres Raynaud-Syndrom) auch eine Assoziation mit verschiedenen Systemerkrankungen (sekundäres Raynaud-Syndrom, z.B. bei Kollagenosen, Vaskulitiden, hämatologischen Erkrankungen) beobachtet. Therapeutisch stehen die Behandlung der Grunderkrankung sowie das Vermeiden auslösender Situationen im Fokus. Medikamentös kann auch die Gabe von Calciumantagonisten (z.B. Nifedipin, Diltiazem), durchblutungsfördernden Salben oder vasoaktiven Substanzen indiziert sein.

  • Auslöser: Kälteeinwirkung oder Stress
  • Symptome
    • Typisch ist ein anfallsartiges Auftreten der klinischen Symptome mit einem dreiphasigen Verlauf:
    • Die klassische dreiphasige Farbveränderung der Haut wird auch als „Trikolore-Phänomen“ bezeichnet
    • Allerdings sind nicht immer alle 3 Phasen zu beobachten (Hyperämie fehlt oftmals)
  • Dauer: Zwischen wenigen Minuten und einer Stunde

  • Ziele der Diagnostik
    • Ausschluss/Nachweis eines sekundären Raynauds
    • Beurteilung des Schweregrads
  • Anamnese und klinische Untersuchung
    • Anamnestisch liegt besonderer Fokus auf: Beginn der Symptomatik, Auslöser, zeitlichem Verlauf, Befallsmuster, Begleitsymptomen (Schmerzen, Parästhesien), Einschränkungen im Alltag
    • Faustschlussprobe
    • Allen-Test
    • Akraler Kälteprovokationstest
  • Mikroskopie
    • Nagelfalz-Kapillarmikroskopie: Wichtiges diagnostisches Mittel zur Unterscheidung eines primären von einem sekundären Raynaud-Syndrom
      • Primäres Raynaud-Syndrom → Kapillarmikroskopie unauffällig
      • Sekundäres Raynaud-Syndrom → Kapillarmikroskopie auffällig
  • Labor
  • Bildgebung
Diagnostische Hinweise Primäres Raynaud-Syndrom Sekundäres Raynaud-Syndrom
Klinik
  • Eher symmetrisches Auftreten
  • Keine Ulzerationen/Nekrosen
  • Eher asymmetrisches Auftreten
  • Nachweis von Ulzerationen
Kapillarmikroskopie
  • I.d.R. unauffällig
  • Häufig auffällig
Labor

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Trophische Störungen
  • Nekrosen
  • Komplikationen der Grunderkrankung bei sekundärem Raynaud-Syndrom

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir Videos zum Einprägen relevanter Fakten an. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung zur schnelleren Wiederholung. Eine Übersicht über alle Videos findest du in dem Kapitel Meditricks.

  • I73.-: Sonstige periphere Gefäßkrankheiten
    • I73.0: Raynaud-Syndrom
      • Raynaud-:
        • Gangrän
        • Krankheit
        • Phänomen (sekundär)

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Hettenkofer et al.: Rheumatologie: Diagnostik-Klinik-Therapie. 6. Auflage Thieme 2014, ISBN: 978-3-136-57806-3 .
  2. Dunky et al.: Praktische Rheumatologie. 5. Auflage. Auflage Springer 2011, ISBN: 978-3-211-88982-4 .
  3. Herold: Innere Medizin 2019. Herold 2018, ISBN: 978-3-981-46608-9 .
  4. Aringer et al.: Validation of New Systemic Lupus Erythematosus Classification Criteria In: Arthritis & Rheumatology. 2018, .
  5. CREST-Syndrom. . Abgerufen am: 21. August 2019.