• Klinik

Epidurales Hämatom (Epidurale Blutung)

Abstract

Das epidurale Hämatom entsteht durch eine akute Blutung meist aus der A. meningea media zwischen Schädelknochen und Dura mater. Die Symptome sind Folge der Gehirnkompression und können sich direkt nach dem Trauma oder mit einer gewissen Latenz nach initialer Bewusstlosigkeit (freies Intervall) manifestieren. Neben der Vigilanzstörung ist insbesondere eine Anisokorie durch eine ipsilaterale Mydriasis ein alarmierendes Zeichen. Das CT bestätigt die Verdachtsdiagnose (bikonvexe, hyperdense, scharf begrenzte Raumforderung) und eine notfallmäßige neurochirurgische Eröffnung des Schädelknochens (Trepanation) ist indiziert.

Epidemiologie

  • Geschlecht: > (5:1)
  • Alter: ⅔ der Patienten <40 Jahre

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Symptome/Klinik

Symptome können sich direkt nach dem Trauma oder mit einer gewissen Latenz manifestieren

  • Typisches „symptomfreies Intervall“ nach Bewusstseinsverlust: Bewusstlosigkeit → Kurzzeitige Wiedererlangung des Bewusstseins → Erneute Eintrübung (bedingt durch steigenden intrakraniellen Druck)
  • Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Unruhe, Beeinträchtigung der Vigilanz (somnolent bis komatös)
  • Häufig

Diagnostik

  • cCT
    • Bikonvexe , hyperdense Raumforderung
    • Meist temporoparietal lokalisiert , scharf abgegrenzt
    • Ggf. begleitende Kalottenfraktur

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

Sofortige Entlastung!

  • Operative Trepanation (meist temporal nach Krönlein)

Prognose

  • Bei rechtzeitiger Behandlung: 70%-ige Überlebenschance

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • I62.-: Sonstige nichttraumatische intrakranielle Blutung
    • Exklusive: Folgen einer intrakraniellen Blutung (I69.2)
    • I62.0-: Subdurale Blutung (nichttraumatisch)
    • I62.1: Nichttraumatische extradurale Blutung
      • Nichttraumatische epidurale Blutung
    • I62.9: Intrakranielle Blutung (nichttraumatisch), nicht näher bezeichnet
  • S06.-: Intrakranielle Verletzung
    • Bei den Subkategorien S06.0–S06.6, S06.8 und S06.9 ist ein Bewusstseinsverlust mit einer zusätzlichen Schlüsselnummer aus S06.7-! zu verschlüsseln.
    • S06.4: Epidurale Blutung
      • Epidurales [extradurales] Hämatom
      • Extradurale Blutung (traumatisch)
    • S06.7-!: Bewusstlosigkeit bei Schädel-Hirn-Trauma
      • S06.70!: Weniger als 30 Minuten
      • S06.71!: 30 Minuten bis 24 Stunden
      • S06.72!: Mehr als 24 Stunden, mit Rückkehr zum vorher bestehenden Bewusstseinsgrad
      • S06.73!: Mehr als 24 Stunden, ohne Rückkehr zum vorher bestehenden Bewusstseinsgrad
      • S06.79!: Dauer nicht näher bezeichnet
  • I69.-: Folgen einer zerebrovaskulären Krankheit
    • I69.2: Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.