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Thyreostatika

Abstract

Thyreostatika können im Wesentlichen in Thionamide und Perchlorate unterschieden werden. Während Thionamide über eine Hemmung der Thyreoperoxidase die Schilddrüsenhormonsynthese hemmen, inhibieren Perchlorate die Aufnahme von Jod in Thyreozyten. Haupteinsatzgebiet der Thyreostatika ist die Behandlung der Hyperthyreose und thyreotoxischer Krisen, Perchlorate hingegen werden insb. auch in speziellen Situationen mit erhöhter Jodbelastung (z.B. i.v.-Kontrastmittelgabe) protektiv verabreicht. Beide Medikamentengruppen können über die reaktive Erhöhung des TSH-Werts eine diffuse Struma bedingen, wobei Perchlorate allgemein über eine hohe Nebenwirkungsrate verfügen (Gastritis, Allergien).

Wirkstoffe und Dosierungshinweise

Thionamide

Der Wirkungseintritt von Thionamiden ist verzögert nach etwa 6–8 Tagen zu erwarten; zur Therapie der Hyperthyreose ist eine begleitende symptomatische Therapie erforderlich!

Therapiemonitoring der Thionamid-Thyreostatika

  • Hämatotoxizität: Bei Thiamazol und Carbimazol dosisabhängig, bei Propylthiouracil dosisunabhängig
    • Insb. in der Eindosierungsphase engmaschige Kontrollen des Differentialblutbildes (wöchentlich, danach vierwöchentlich)
    • CAVE: Eine Agranulozytose tritt plötzlich auf; Patienten sollte daher bei Halsschmerzen, Fieber und Unwohlsein eine umgehende ärztliche Vorstellung angeraten werden
    • Milde transiente Leukopenien sind i.d.R. kein Grund zum Absetzen der Therapie
  • Hepatotoxizität: Bei Propylthiouracil häufiger als bei den anderen Substanzen
  • Arthralgien: Bei Auftreten unter Therapie schnellstmögliche Therapiebeendigung, da destruktive Arthritiden (sog. „antithyroid arthritis syndrome“) beschrieben wurden
  • Exanthem bzw. Urtikaria als Hautreaktion: Vor Therapieabbruch Therapieversuch mit einem Antihistaminikum, z.B. Cetirizin

Gelenkschmerzen bzw. Halsschmerzen und Fieber sind die wichtigsten Warnsignale, auf die Patienten unter Thionamid-Therapie hingewiesen werden müssen!

Natrium-Perchlorat [1]

Patienten, die trotz einer manifesten Hyperthyreose jodhaltiges Kontrastmittel verabreicht bekommen, müssen engmaschig endokrinologisch überwacht werden!

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Übersicht

Wirkstoffe Wirkmechanismus
  • Inhibierung der Schilddrüsenhormonsynthese
  • Hemmung der proteolytischen Abspaltung von T3 und T4 von Thyreoglobulin → Freisetzung von T3 und T4

Wirkung

Thionamide

Perchlorate

  • Hemmung der Aufnahme von Jodid in die Schilddrüse (rascher Wirkungseintritt)

Sonstige

  • Lithium: Inhibierung der Freisetzung von Schilddrüsenhormonen
  • Jodid: In hohen Dosen >5 mg/d hemmt Jod die Freisetzung von T3/T4. Es kann daher auch zur präoperativen Behandlung einer Hyperthyreose oder bei der nicht-jodinduzierten thyreotoxischen Krise eingesetzt werden, da es einen raschen Wirkeintritt (24 h) und eine relativ kurze Wirkdauer (1–2 Wochen) zeigt. Eine Jodid oder Lithium-Gabe hemmt die Hormonfreisetzung über die Hemmung der proteolytischen Abspaltung von Thyreoglobulin.

Nebenwirkung

Thionamide

Perchlorate

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Indikation

Thionamide

Perchlorate

Siehe auch: Thyreostatische Therapie (inkl. Dosierungen und Verordnungshinweisen)