• Klinik
  • Arzt

Schwangerschaftsabbruch

Abstract

Ein Schwangerschaftsabbruch ist für die betroffene Frau eine Ausnahmesituation. Hierbei kann der Arzt/die Ärztin die Patientin unterstützen, informieren und beraten. Da es um ungeborenes Leben geht und darüber hinaus die Gesetzeslage kompliziert ist, sind bestimmte Verfahren und Fristen einzuhalten. Dies ist nötig, um der Patientin eine fundierte und überlegte Entscheidungsfindung zu ermöglichen und sich gleichzeitig nicht strafbar zu machen.
Dieses Kapitel ist ein Leitfaden für den Umgang mit einem Schwangerschaftsabbruch. Fundiertes Wissen kommt letztlich insb. den betroffenen Frauen zugute.

Epidemiologie

Daten (Stand 2017) [1]

  • Anzahl an Abruptiones: 101.200
  • Alter
    • <18 Jahren: 3%
    • 18–34 Jahre: 72%
    • 35–39 Jahre: 17%
    • >40 Jahre: 8%
  • Indikationen
    • Beratungsregelung: 96%
    • Medizinisch/kriminologisch: 4%
  • Methode
    • Operativ mittels Saugkürettage: 61%
    • Medikamentös: 21%
  • Institution des Vorgehens
    • Ambulant in gynäkologischen Praxen: 79%
    • Ambulant in Krankenhäusern: 18%

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Rechtliche Grundlagen

Überblick

Der Schwangerschaftsabbruch ist ein komplexes juristisches Thema, das im Strafgesetzbuch (§§ 218–219 b) und im Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) mit dem dazugehörigen Weigerungsrecht (§ 12) abgehandelt wird. In der praktischen Umsetzung spiegelt die Gesetzeslage nicht selten einen schwer zu durchblickenden juristischen Graubereich wider. Grundsätzlich ist nach § 218 ein Schwangerschaftsabbruch rechtswidrig und wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet.
Der § 218a schränkt die Strafbarkeit eines Schwangerschaftsabbruchs auf verschiedene Weisen ein. Die Art der Einschränkung ist nicht immer auf den ersten Blick einleuchtend und bedarf einer differenzierten Betrachtungsweise. Folgende Kernaussagen der Gesetzgebung sollten stets abrufbar sein:

  1. Bis zur 12. SSW p.c. ist ein Schwangerschaftsabbruch ohne Indikation zwar rechtswidrig, bleibt aber straffrei, wenn die Schwangere danach verlangt, sich nach § 219 hat beraten lassen und der Eingriff von einem Arzt vorgenommen wird.
  2. Während der gesamten Schwangerschaft ist eine Abtreibung nicht rechtswidrig, wenn eine eindeutige medizinische Indikation (z.B. Lebensgefahr für die Mutter) vorliegt und diese auf keine andere Weise abgewendet werden kann.
  3. Bis zur 12. SSW p.c. ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht rechtswidrig, wenn die Schwangerschaft Folge einer rechtswidrigen Tat ist.

Zum besseren Verständnis haben wir in diesem Kapitel manche Gesetzestexte sprachlich geändert. Alle Gesetze können aber über die Website des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz abgerufen werden.

Schwangerschaftsabbruch nach § 218 StGB [2]

  • Absatz 1
  • Absatz 2
    • In besonders schweren Fällen: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren
    • Als besonders schwerer Fall gilt, wenn der Täter (bspw. der Arzt)
      • Gegen den Willen der Schwangeren handelt oder
      • Leichtfertig die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung der Schwangeren verursacht
  • Absatz 3: Begeht die Schwangere selbst die Tat, wird eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe verhängt
  • Absatz 4: Der Versuch ist strafbar ; die Schwangere wird nicht wegen des Versuchs bestraft [3]

Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs nach § 218a StGB [4]

Ein Schwangerschaftsabbruch ist rechtswidrig, bleibt aber straffrei, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden (Absatz 1). Er ist nicht rechtswidrig, wenn eine medizinische (Absatz 2) oder eine kriminologische (Absatz 3) Indikation vorliegt.

  • Absatz 1 – Beratungsregelung/ohne Indikation: Der Tatbestand des § 218 ist nicht verwirklicht, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden
    • Die Schwangere verlangt den Schwangerschaftsabbruch und kann nachweisen, dass sie mind. drei Tage vor dem Eingriff eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch genommen hat (nach § 219 StGB)
    • Der Abbruch wird von einem Arzt vorgenommen
    • Fristenregel: Seit der Empfängnis sind nicht mehr als 12 Wochen vergangen
  • Absatz 2 – Medizinische Indikation: Ein Schwangerschaftsabbruch ist während der gesamten Schwangerschaft nicht rechtswidrig, wenn eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren besteht, welche nach ärztlicher Beratung nur durch einen Schwangerschaftsabbruch abgewendet werden kann
    • Der Eingriff ist nach Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren angezeigt
    • Die Gefahr kann nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden
  • Absatz 3 – Kriminologische Indikation: Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht rechtswidrig, wenn die Schwangerschaft nach ärztlicher Erkenntnis Folge einer rechtswidrigen Tat ist und der Abbruch bis zur 12. SSW p.c. erfolgt
  • Absatz 4 – Spätabtreibung bis zur 22. SSW p.c.: Die Schwangere ist nach § 218 nicht strafbar, wenn der Schwangerschaftsabbruch nach Beratung von einem Arzt vorgenommen worden ist und seit der Empfängnis nicht mehr als 22 Wochen vergangen sind. Das Gericht sieht von einer Strafe nach § 218 ab, wenn die Schwangere sich zum Zeitpunkt des Eingriffs in besonderer Bedrängnis (z.B. ungünstige Lebens- oder Eheverhältnisse, Bedrohung durch den Erzeuger etc.) befunden hat [5]

Bis zur 12. SSW p.c. ist ein Schwangerschaftsabbruch ohne Indikation im Rahmen der Beratungsregelung rechtswidrig, bleibt aber straffrei!

Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage nach StGB § 219 [6]

  • Absatz 1: Die Beratung
    • Dient dem Schutz des ungeborenen Lebens und soll sich vom Bemühen leiten lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen
    • Soll helfen, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen
    • Muss beinhalten, dass ein Schwangerschaftsabbruch nur in Ausnahmesituationen in Betracht kommen kann, wenn der Frau durch das Austragen des Kindes eine Belastung erwächst, die so schwer und außergewöhnlich ist, dass sie die zumutbare Opfergrenze übersteigt
    • Soll durch Rat und Hilfe dazu beitragen, die Konfliktlage zu bewältigen und einer Notlage abzuhelfen
  • Absatz 2: Organisatorisches
    • Die Beratung muss durch eine anerkannte Schwangerschaftskonflikt-Beratungsstelle erfolgen
    • Die Beratungsstelle muss der Schwangeren nach der Beratung eine Beratungsbescheinigung ausstellen
    • Der Arzt, der den Abbruch der Schwangerschaft vornimmt, ist als Berater ausgeschlossen

Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft nach StGB § 219a [7]

  • Absatz 1: Wer öffentlich eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind (unter Hinweis auf diese Eignung anbietet) ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekannt gibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft
    • Dies gilt nicht, wenn Ärzte oder Beratungsstellen darüber unterrichtet werden, welche Ärzte, Krankenhäuser oder Einrichtungen bereit sind, einen Abbruch vorzunehmen
    • Dies gilt nicht, wenn die Anpreisung von Mitteln, Gegenständen oder Verfahren, die zum Abbruch einer Schwangerschaft geeignet sind, gegenüber Ärzten oder Personen, die zum Handel mit oben genannten Mitteln, Gegenständen und Verfahren berechtigt sind oder in ärztlichen oder pharmazeutischen Fachblättern erfolgt
    • Dies gilt nicht, wenn Ärzte, Krankenhäuser oder Einrichtungen
      • Darauf hinweisen, dass sie Abbrüche vornehmen
      • Auf Informationen einer zuständigen Behörde, einer anerkannten Beratungsstelle oder einer Ärztekammer über einen Schwangerschaftsabbruch hinweisen

Inverkehrbringen von Mitteln zum Abbruch der Schwangerschaft § 219b [8]

  • Absatz 1: Wer in der Absicht, rechtswidrige Taten nach § 218 zu fördern, Mittel oder Gegenstände, die zum Schwangerschaftsabbruch geeignet sind, in den Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft
  • Absatz 2: Die Teilnahme der Frau, die den Abbruch ihrer Schwangerschaft vorbereitet, ist nicht nach Absatz 1 strafbar
  • Absatz 3: Mittel oder Gegenstände, auf die sich die Tat bezieht, können eingezogen werden

Schwangerenkonfliktgesetz SchKG [9]

Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten; hierunter fällt nach § 12 auch das Weigerungsrecht.

Weigerungsrecht § 12 SchKG [9]

  • Absatz 1: Niemand ist verpflichtet, sich an einem Schwangerschaftsabbruch zu beteiligen
  • Absatz 2: Absatz 1 gilt nicht, wenn die Frau auf keine andere Weise vor der Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung geschützt werden kann

Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen § 13 SchKG [9]

  • Absatz 1: Ein Schwangerschaftsabbruch darf nur in einer Einrichtung vorgenommen werden, in der auch die notwendige Nachbehandlung gewährleistet ist
  • Absatz 2: Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen sicher
  • Absatz 3: Die Bundesärztekammer führt für den Bund eine Liste der Ärztinnen und Ärzte sowie der Krankenhäuser und Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche unter den Voraussetzungen des § 218a Absatz 1 bis 3 des StGB durchführen
    • Die zu diesem Zweck erhobenen personenbezogenen Daten dürfen verarbeitet werden
    • Die Liste enthält auch Angaben über die jeweils angewendeten Methoden zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs
    • Die Liste wird monatlich auf Grundlage neuer Informationen aktualisiert und veröffentlicht

Gesetzestexte

Die Gesetzestexte sind Inhalt der Internetpräsenz des Bundesministeriums der Justiz und dort nachzulesen.

Indikationen für einen Schwangerschaftsabbruch

Ohne Indikation/Beratungsregelung (§ 218a Abs. 1 StGB) [10]

  • Durchführung des Schwangerschaftsabbruchs innerhalb der ersten 12 SSW p.c. (14. SSW p.m.)
  • Ausdrücklicher Wunsch der Schwangeren
  • Abbruch muss von einem approbierten Arzt vorgenommen werden
  • Beratungsbescheinigung von einer anerkannten Beratungsstelle muss vorliegen und enthält
    • Name der Schwangeren
    • Datum des Beratungsgesprächs
  • Inhalt der Beratung u.a.
    • Besprechung der Gründe
    • Mögliche Konsequenzen (positive und negative) bei Austragen des Kindes oder des Schwangerschaftsabbruches auf die Schwangere/den Partner/das Umfeld
    • Gesundheitliche Risiken aufgrund eines Abbruchs [11]
    • Angebot öffentlicher und privater sozialer Hilfen [11]
  • Dem ausführenden Arzt ist der Mitarbeiter der Beratungsstelle unbekannt
  • Eine Bedenkzeit von 3 Tagen nach Beratung ist obligat
  • Kosten sind von der Patientin selbst zu tragen
  • Der Abbruch ist rechtswidrig, aber straffrei (§ 218a Abs. 1 StGB)

Medizinische Indikation (§ 218a Abs. 2 StGB) [10][12]

  • Jederzeit möglich, wenn dadurch eine Gefahr für die seelische und/oder körperliche Gesundheit der Schwangeren abgewendet wird und ihr andere Wege nicht zugemutet werden können [12]
    • Der körperliche Aspekt beinhaltet die akute Lebensgefahr für die Mutter
    • Der seelische Aspekt beinhaltet die Unzumutbarkeit für die Schwangere, das Kind zu bekommen
  • Die Kosten übernimmt die Krankenkasse
  • Der Abbruch ist nicht rechtswidrig, daher straffrei

Der Schwangerschaftsabbruch darf nur ausgeführt werden, wenn eine schriftliche Feststellung der Indikation eines den Abbruch nicht vornehmenden Arztes vorliegt!

Kriminologische Indikation (§ 218a Abs. 3 StGB) [10]

  • Der Schwangerschaftsabbruch muss innerhalb der ersten 12 SSW p.c. (14. SSW p.m.) durchgeführt werden
  • Die Schwangerschaft ist durch Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch entstanden
    • Somit liegt bei jeder Schwangerschaft unter dem 14. Lebensjahr eine kriminologische Indikation vor [13]
  • Keine polizeiliche Begutachtung oder Bescheinigung nötig
  • Ärztliche Kenntnis über den Sachverhalt ist ausreichend
    • Die Schwangere muss dem Arzt im Gespräch glaubwürdig erscheinen
  • Eine Beratung bei einer anerkannten Behörde muss nicht durchgeführt werden
  • Die Kosten übernimmt die Krankenkasse
  • Der Abbruch ist nicht rechtswidrig, daher straffrei

Der Schwangerschaftsabbruch darf nur ausgeführt werden, wenn eine schriftliche Feststellung der Indikation eines den Abbruch nicht vornehmenden Arztes vorliegt!

Praktisches Vorgehen bei einem Schwangerschaftsabbruch

Allgemeines [10][12]

  • Setting: Krankenhaus oder Arztpraxis
    • Voraussetzung: Gewährleistete Nachbetreuung [11]
  • Organisatorische Voraussetzungen
    • Kriminologische oder medizinischen Indikation: Vorliegen einer schriftlichen Feststellung eines den Abbruch nicht vornehmenden Arztes
    • Ohne Indikation/Beratungsregelung: Vorliegen der Beratungsbescheinigung, ausgestellt durch eine staatlich anerkannte Beratungsstelle
  • Dokumentation: Schriftliches Festhalten der einzelnen Gesprächsinhalte

Kontakt mit der Patientin [11][10]

  • Ruhige und sichere Atmosphäre erzeugen
  • Sichten der erforderlichen Bescheinigungen
  • Ultraschall zur Feststellung des Schwangerschaftsalters [10]
  • Gesprächsinhalt

Laborbestimmungen [11]

Meldung an das statistische Bundesamt ohne Namen [9]

  • Verantwortlich ist der Praxisinhaber oder der Leiter eines Krankenhauses
    • Indikation (Beratungsregelung/medizinisch/kriminologisch)
    • Familienstand
    • Alter
    • Zahl der Kinder der Schwangeren
    • Dauer der jetzigen Schwangerschaft
    • Welches Behandlungsverfahren wurde angewandt? Gab es Komplikationen?
    • Bundesland der Praxis/des Krankenhauses
    • Staat oder Bundesland, in dem die Schwangere wohnt
    • Welche Arztpraxis?
    • Welches Krankenhaus (mit Verweildauer)?

Verfahren

Medikamentös

Grundlagen [14][11]

  • Rein medikamentöser Abbruch bis zum 63. Tag p.m. möglich [10]
    • Überwachung bzw. Betreuung während der Austreibungsphase muss gewährleistet sein
  • Durchführung meistens mittels Zervixpriming (Progesteronrezeptor-Antagonist) mit nachfolgender Weheninduktion (Prostaglandin)
  • Kontraindikationen: U.a. schweres Asthma, chronisches Nebennierenversagen, Überempfindlichkeit auf Mifepriston, Z.n. Sectio caesarea
  • Anti-D-Prophylaxe nach dem Schwangerschaftsabbruch bei Rhesus-negativen Müttern

Durchführung [14][15][10]

Bei den angegebenen Dosierungen handelt es sich um Therapievorschläge auf Basis der Empfehlungen der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe). Die WHO und die Fachinformation für Mifegyne bieten geringfügig abweichende Dosierungen an, die an dieser Stelle nicht abgebildet werden.

  • ≤49. Tag
    • Mifepriston
    • Nach 36–48 Stunden: Prostaglandin, z.B.
      • Misoprostol [14]
      • Gemeprost
  • 50.–63. Tag
    • Mifepriston
    • Nach 36–48 Stunden: Prostaglandin, z.B.
      • Misoprostol
      • Gemeprost
  • >63. Tag
    • Mifepriston [14][16]
    • Nach ca. 24 Stunden: Prostaglandin
      • Misoprostol
  • Instrumentelle Nachtastung nach Ausstoßung [10]

Nach der Einnahme von Mifepriston ist der Schwangerschaftsabbruch in den meisten Fällen nicht mehr aufzuhalten. In 60–80% der Fälle kommt es auch ohne nachfolgende Gabe eines Prostaglandinderivates zum Schwangerschaftsabbruch! [14]

Komplikationen bei medikamentösem Schwangerschaftsabbruch

Nachsorge [14]

  • Bei normalem Verlauf
    • Kontrollultraschall nach 7–21 Tagen
    • Ggf. β-HCG-Kontrolle
  • Bei Beschwerden der Patientin (bspw. Schmerzen, nur leichte Blutung)

Operativ [16][10]

Grundlagen

  • Bis zur 12. SSW p.c. (14. SSW p.m.)
  • Durchführung mittels Zervixpriming, gefolgt von Operation
  • Gespräch mit der Patientin über eine Bestattung

Durchführung

Zervixpriming

  • Präoperative Gabe von Prostaglandin
    • Gemeprost mind. 3 h vor Operation oder
    • Misoprostol 8–12 h vor der Operation
  • Alternativ: Mifepriston 36–48 h vor dem Eingriff

Vorgehen bei operativem Abbruch

  • Perioperative Antibiotikaprophylaxe
  • Lagerung: Steinschnittlage
  • Abwaschen und Abdecken des OP-Gebietes
  • Operationsschritte
    • Anklemmen der Zervix mit zwei Kugelklemmen und vorsichtiger Zug
    • Langsame Aufdehnung des Muttermundes mittels Hegar-Stiften
      • Behutsames Arbeiten aufgrund des weichen Uterus
    • Vorsichtiges Einführen eines Saugers und Absaugen des Abortmaterials
    • Bei intraoperativem V.a. intrauterine Residuen
    • Ggf. Behandlung von Komplikationen intraoperativ
  • Postoperative Maßnahmen

Komplikationen bei operativem Schwangerschaftsabbruch [12]