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AMBOSS-Pflegewissen: Alkohol (Intoxikation und Abhängigkeit)

Letzte Aktualisierung: 4.2.2026

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Alkohol und seine Folgen spielen in vielen Bereichen der Pflege eine Rolle, bspw. als Notfall in Form der akuten Alkoholintoxikation oder als Alkoholabhängigkeit mit dazugehörigen Begleiterkrankungen. Die Alkoholentgiftung und -entwöhnung sind häufige Themen in den psychiatrischen Fachbereichen. Alkoholintoxikationen können in allen Alters- und Gesellschaftsklassen auftreten. Auch die Alkoholabhängigkeit ist ein häufiges und in der gesamten Gesellschaft verbreitetes Problem. Die Aufgaben der Pflege liegen in der Überwachung und Stabilisierung der Vitalparameter bei akuter Intoxikation und beim Alkoholentzugssyndrom, insb. im Rahmen der Alkoholentgiftung. Bei der Entgiftung und Entwöhnung unterstützt und begleitet die Pflege den Prozess. Wichtig im Umgang mit alkoholabhängigen Patient:innen ist eine wertfreie und respektvolle Kommunikation.

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Akute Alkoholintoxikationtoggle arrow icon

Beobachten/Überwachen

Bei intoxikierten und/oder vigilanzgeminderten Patient:innen dürfen andere organische Ursachen (bspw. ein akutes neurologisches Defizit) nicht übersehen werden!

Aufgrund der verzögerten Resorptionszeit (ca. 40 min) können alkoholisierte Patient:innen im Verlauf eine gefährliche Verschlechterung ihrer Vitalfunktionen entwickeln!

Medikamentöse Therapie

Weitere pflegerische Maßnahmen

  • Positionierung: Wenn möglich stabile Seitenlage
  • Verletzungspotenzial verringern
    • Bett auf niedrigste Höhe einstellen, ggf. nur Matratze auf den Boden legen
    • Gegenstände mit Verletzungspotenzial aus Raum entfernen
  • Körperpflege
    • Ggf. nasse oder verschmutzte Kleidung entfernen
    • Auf Wärmeerhalt achten
  • Screeningtests auf Alkoholabhängigkeit
  • Bei Wunsch auf Entlassung: Ärztliches Personal informieren
  • Prävention und Beratung
    • Auf Hilfsangebote hinweisen
    • Ggf. Verlegung in psychiatrische Einrichtung oder Entzugsklinik anbieten

Umgang mit intoxikierten Personen

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Alkoholabhängigkeittoggle arrow icon

Allgemein

  • Rolle als Haupt- und Nebendiagnose
    • Selten alleiniger Grund für stationäre Aufnahme
    • Häufig Nebendiagnose
    • Folgeerkrankungen von übermäßigem Alkoholkonsum häufig Grund für stationäre Behandlung, siehe auch: Komplikationen der Alkoholabhängigkeit
  • Gefahr eines Alkoholentzugssyndroms: Auftreten eines Alkoholentzugssyndroms darf nicht übersehen werden
  • Unerkannte Abhängigkeit, ggf.
    • Medizinischem Personal nicht bekannt
    • Patient:innen nicht bewusst

Beobachten/Überwachen

Bei Auftreten von Entzugssymptomen sollte immer ärztliches Personal informiert werden!

Medikamentöse Therapie

  • Nach ärztlicher Anordnung
    • Elektrolytsubstitution bei Elektrolytstörung
    • Thiaminsubstitution
    • Ggf. medikamentöse Entzugsprophylaxe

Ernährung

  • Grundsätzlich: Auf ausreichende Vitamin- und Kalorienzufuhr achten
  • Verzicht auf
    • Alkoholhaltige Lebensmittel
    • Alkoholfreie Ersatzprodukte alkoholischer Getränke
    • Alkoholverwandte Aromen

Weitere pflegerische Maßnahmen

  • Umgang mit Suchtmitteln im stationären Setting
    • Verbote schwer umsetzbar
    • In Einzelfällen kann Konsum von Alkohol gestattet sein
  • Unterstützung bei der Körperpflege: Ggf. vollständige Übernahme der Körperpflege notwendig
  • Hilfe bei der Tagesstruktur: Bspw. mit festgelegten Routinen
  • Alkoholtest/Drogenscreening

Beratung

  • Auf Hilfsangebote hinweisen, bspw.
  • Bei Craving
    • Ablenkende Beschäftigung
    • Reizstoffe nutzen
    • Verhalten reflektieren [1]
  • Auf Risikofaktoren für Rückfall hinweisen
    • Umgang mit konsumierenden Personen
    • Besitz von Suchtmitteln [2]
    • Fehlende Tagesstruktur
  • Ggf. Verlegung
    • In psychiatrische Einrichtung
    • Nach Stabilisierung der somatischen Erkrankung
  • Siehe auch: Behandlungsangebote bei Alkoholabhängigkeit

Spezielle Kommunikation

  • Empathie und Respekt
    • Schwierige Situation des/der Patient:in anerkennen
    • Abhängigkeit als Krankheit betrachten
    • Person nicht verurteilen
  • Offene Kommunikation: Probleme respektvoll, aber klar ansprechen
  • Geduld: Geduldig bleiben
  • Motivierende Gesprächsführung, siehe auch: Motivational Interviewing

Alkoholabhängigkeit in der Schwangerschaft

Ein Entzug während der Schwangerschaft sollte immer unter kontrollierten und stationären Bedingungen erfolgen – ein „kalter Entzug“ ist dabei zu vermeiden!

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Alkoholentzugssyndromtoggle arrow icon

Allgemein

Beobachten/Überwachen

Bei Auftreten entsprechender Symptome sollte das medizinische Personal an ein Alkoholentzugssyndrom denken, auch wenn keine Alkoholabhängigkeit bekannt ist!

Ein zunächst unkompliziertes Alkoholentzugssyndrom kann in ein Alkoholentzugsdelir übergehen!

Bei Hinweisen auf ein Alkoholentzugsdelir muss umgehend ärztliches Personal informiert werden!

Medikamentöse Therapie

Beim Alkoholentzugssyndrom sollte immer eine Thiaminsubstitution erfolgen!

Weitere pflegerische Maßnahmen

  • Ernährung
    • Auf ausreichende Trinkmenge achten
    • Ggf. Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme nötig
    • Ggf. Einfuhrprotokoll
  • Körperpflege: Ggf. Unterstützung notwendig
  • Schlaf: Beobachten und einschätzen
  • Prävention

Spezielle Kommunikation

  • Klare, wertschätzende Kommunikation
  • Grenzen setzen
  • Psychosoziale Gespräche erst nach der Akutphase führen
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