Die Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse (ggma) und AMBOSS veröffentlichen erstmals die Ergebnisse der neu initiierten Studienreihe “Digitale Unterstützungssysteme in der Medizin”. Die Studienreihe beschäftigt sich mit dem Nutzungsverhalten von Ärzt*innen im klinisch-praktischen Alltag sowie mit den Ansprüchen, die digitale Systeme erfüllen müssen, um bei der Patientenbehandlung effektiv zu unterstützen. Über 2.600 Ärzt*innen haben an der Befragung teilgenommen. Sie stammen aus dem Nutzerkreis der medizinischen Wissensplattform AMBOSS und repräsentieren Mediziner*innen der jüngeren Generationen, aber auch sehr erfahrene Ärzt*innen, die bereits regelmäßig auf digitale Angebote zurückgreifen.
85% der Ärzt*innen nutzen digitale Systeme ein- bis mehrmals täglich als Unterstützung in ihrem Beruf. Besonders aufschlussreich ist die Benennung der genutzten Angebote: Unter den ersten sechs werden, neben AMBOSS und Leitlinien der Fachgesellschaften, mit Google und Wikipedia gleich zwei medizinisch nicht validierte Quellen als Ressource für die ärztliche Tätigkeit genannt.
Der Schwerpunkt der ärztlichen Recherche liegt vor allem bei Arzneimittelinformationen, gefolgt von Informationen zu Diagnose- und Therapieempfehlungen, einschließlich fachgebietsfremder Informationen. Dabei findet die Recherche in drei Viertel der Fälle direkt vor oder nach dem Patientenkontakt statt. Entsprechend hoch bewerten die Ärzt*innen die Bedeutung derartiger Systeme in der klinischen Arbeitsumgebung. Zwei Drittel der Befragten geben sogar an, dass die Verfügbarkeit solcher Systeme bei der Wahl des Arbeitsplatzes eine wichtige Rolle spielt.
Wesentliches Kriterium für die Nutzbarkeit von digitalen Unterstützungssystemen ist die benötigte Zeit, um gewünschte Informationen zu finden. AMBOSS-Nutzer*innen stufen diese Zeit für ihre Wissensplattform als sehr schnell ein. Die große Mehrheit (85%) braucht weniger als zwei Minuten, um an gewünschte Informationen zu kommen – 57% fanden sie sogar in unter einer Minute. Auf die Frage nach dem Einfluss von AMBOSS auf ärztliche Entscheidungen äußern knapp die Hälfte (47%), dass sie bei 10–30% (und gelegentlich mehr) Patientenfällen ihre Behandlungsentscheidungen nach der Nutzung von AMBOSS revidiert haben. Ärzt*innen mit einer Berufserfahrung von über 15 Jahren änderten ihre Entscheidungen etwas seltener – eine vielleicht nachvollziehbare Tendenz.
Die Studie wurde unabhängig von AMBOSS durch die Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse (ggma) ausgewertet und analysiert. Interessierte erhalten die vollständigen Studienergebnisse hier auf Anfrage:
