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Refresher: Basic life support

Letzte Aktualisierung: 11.2.2026

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Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 65.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. In solchen Situationen zählt jede Minute, denn ohne sofortige Hilfe sinken die Überlebenschancen drastisch. Umso wichtiger ist es, dass Ersthelfende die grundlegenden Maßnahmen der Wiederbelebung sicher beherrschen.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass in Deutschland ca. 89,8% der Bevölkerung einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben, wichtige Notfallmaßnahmen jedoch lediglich von <10% korrekt beherrscht werden! Internationale Untersuchungen zeigen, dass auch Klinikpersonal ohne regelmäßige Schulungen nicht nach Standard reanimieren kann!

Die wichtigste Grundlage einer Reanimation ist eine zeitnahe und konsequent durchgeführte Herzdruckmassage. Ergänzt wird sie (je nach Ausbildungsstand, Wissensstand und den vorhandenen Möglichkeiten) durch eine Beatmung. Der frühzeitige Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED) hilft dabei, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern schnell zu erkennen und (falls notwendig) durch die Abgabe eines Stromstoßes zu behandeln. Dadurch kann der normale Herzrhythmus wiederhergestellt werden und die Überlebenschancen der betroffenen Person steigen deutlich.

Das strukturierte Vorgehen nach dem Basic Life Support Schema (BLS) sorgt dafür, dass in einem Notfall schnell und effektiv gehandelt werden kann.

In diesem Kapitel stellen wir vor:

  • Den Ablauf der Reanimation nach dem BLS-Schema
  • Die richtigen Techniken der Herzdruckmassage und Beatmung
  • Den sicheren Einsatz eines AED
  • Wichtige Hinweise zu Atmungstypen wie der Schnappatmung
  • Die Grundsätze für das Durchführen der Maßnahmen, bis professionelle Hilfe eintrifft

Achtung! Die Reanimation bei Neugeborenen und Kindern unterscheidet sich aufgrund anatomischer Besonderheiten und anderer Ursachen teilweise von der Erwachsenenreanimation und ist nicht Bestandteil dieser Fortbildung (siehe dafür: Grundlagen der Reanimation - Besondere Patientengruppen).

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Basic Life Support (BLS)toggle arrow icon

Basic Life Support (BLS)
Maßnahme Erklärung
Reaktion beurteilen
  • Durchführung: Person laut ansprechen und sanft an den Schultern schütteln
Hilfe rufen
  • Zeitpunkt: Unmittelbar bei fehlender Reaktion
  • Durchführung
    • Außerklinisch
      • Notruf wählen (112)
      • Freisprechfunktion des Mobiltelefons aktivieren
      • Weiteres Vorgehen ggf. unter telefonischer Anleitung
    • Innerklinisch
      • AED/Defibrillator anfordern
      • Reanimationsteam alarmieren

Atemwege öffnen

  • Kinn anheben: Mit 2 Fingern am Unterkiefer
  • Kopf überstrecken: Gleichzeitig mit der anderen Hand an der Stirn
Atmung beurteilen

Kardiopulmonale Reanimation (CPR) beginnen

Automatisierten externen Defibrillator (AED) einsetzen (falls verfügbar)
  • Zeitpunkt: Sobald verfügbar
  • Durchführung
Kardiopulmonale Reanimation (CPR) fortführen
  • Durchführung: So lange wie möglich bzw. erforderlich
    • Typischerweise bis zum Eintreffen von professioneller Hilfe / Beginn des Advanced Life Support
    • Alternativ bis zum Auftreten von Zeichen der Erholung oder bis zur Erschöpfung der Ersthelfenden
  • Zeichen der Erholung
    • Wiedererlangen des Bewusstseins
    • Spontane Bewegung bzw. Augenöffnen
    • Normale Atmung

Zu Beginn eines Kreislaufstillstands findet sich in 30–60% der Fälle eine Schnappatmung, die jedoch wie eine fehlende Atmung bewertet werden sollte und somit eine Indikation für den Beginn einer CPR darstellt!

Der Basic Life Support ist fortzuführen, bis professionelle Hilfe eintrifft, die Person definitiv wieder bei Bewusstsein ist, sich bewegt, die Augen öffnet und normal atmet oder die Ersthelfenden erschöpft sind!

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Herzdruckmassagetoggle arrow icon

Technik der Herzdruckmassage [1]

  1. Seitlich neben bewusstloser Person knien
  2. Platzierung eines Handballens mittig auf der Brust (beide Hände übereinander mit verschränkten Fingern)
  3. Senkrecht über Brust der bewusstlosen Person beugen, Arme gestreckt halten
  4. Thoraxkompressionen
    • Kompressionstiefe: Mind. 5 cm, aber möglichst nicht tiefer als 6 cm
    • Nach jeder Kompression vollständige Entlastung des Brustkorbs (ohne Verlassen des Druckpunktes)
    • Frequenz: 100–120/min
    • Wenn möglich Wechsel mit weiterer Person alle 2 min ohne lange Pausen (Vermeidung von Erschöpfung) [3]

Die Thoraxkompression sollte möglichst auf festem Untergrund erfolgen! Der CPR-Beginn sollte aber nicht durch eine aufwendige Umlagerung verzögert werden!

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Beatmungtoggle arrow icon

Vorbereitende Maßnahmen im Notfall

Technik der Mund-zu-Mund-Beatmung [1]

  1. Atemwege öffnen: Kopf überstrecken und Kinn anheben
  2. Nase der zu beatmenden Person verschließen
  3. 2 Beatmungen: Tief einatmen, Mund der zu beatmenden Person mit den Lippen umschließen und ca. 1 s lang Luft einblasen
    • Überprüfung der suffizienten Beatmung: Sichtbare Anhebung des Brustkorbs
    • Bei insuffizienter Beatmung: Atemwegsverlegung als mögliche Ursache in Betracht ziehen

Unabhängig von der Effektivität der Beatmungsversuche sollte die Herzdruckmassage für die Mund-zu-Mund-Beatmung nicht länger als 10 s unterbrochen werden!

Geschulte Ersthelfende sollten Thoraxkompressionen und Beatmung kombinieren! Können oder wollen Ersthelfende die Beatmung nicht durchführen, sollten sie eine durchgehende Herzdruckmassage mit der Frequenz 100–120/min durchführen (sog. „Compression-only-CPR“)! [1]

Durchführung einer Maskenbeatmung [4][5]

  • Optimierung der Bedingungen
  • Positionierung: Am Kopfende der flach auf dem Rücken liegenden Person
  • Fixierung der Beatmungsmaske mittels C-Griff
    • Beatmungsmaske mit Daumen und Zeigefinger c-förmig umfassen und auf Mund und Nase aufsetzen
    • Kleine Finger im Kieferwinkel, Ring- und Mittelfinger auf der Unterseite des Corpus mandibulae positionieren
    • Unterkiefer sanft mit Klein-, Ring- und Mittelfinger anheben und Gegendruck über Daumen und Zeigefinger ausüben
    • Druck auf Weichteile (Mundboden, Augen) vermeiden
  • Manuelle Beatmung
  • Erfolgskontrolle und Überwachung
    • Klinische Zeichen beachten, bspw.
      • Sichtbare Thoraxexkursionen
      • Kein hörbares Entweichen von Luft

Je dichter eine Beatmungsmaske anliegt (bspw. durch korrekte Anwendung des C-Griffs), desto effektiver kann eine Maskenbeatmung durchgeführt werden!

Um nicht den Magen zu beatmen, sollte der Inspirationsdruck (pinsp) bei der Maskenbeatmung deutlich <20 mbar (im Idealfall ≤15 mbar) liegen!

Mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Maskenbeatmung[5][10][11]

  • Allgemeine Maßnahmen
    • Frühzeitige Anforderung von personeller Unterstützung
  • Fixierung der Beatmungsmaske mit beiden Händen (zweite Person oder maschinelle Beatmung erforderlich!) [12][13][14]
    • Doppelter C-Griff
      • Anheben des Unterkiefers beidseits mit Klein-, Ring- und Mittelfinger
      • Hochschieben der Wangen an den seitlichen Maskenrand mit Handinnenflächen
      • Nasale Maskenanteile mit beiden Daumen andrücken
    • VE-Griff [15]
      • Beatmungsmaske wird mit beiden Daumen und Daumenballen auf Mund und Nase gepresst
      • Andere Finger heben den Unterkiefer an und üben gleichzeitig Gegendruck aus
  • Öffnen der oberen Atemwege (mögliches HWS-Trauma bedenken!)
  • Offenhalten der oberen Atemwege (mögliche orale bzw. frontobasale Verletzungen bedenken!)
    • Anlage eines oropharyngealen Guedel-Tubus
    • Anlage eines nasopharyngealen Wendl-Tubus
    • Siehe auch: Einlage von Guedel- und Wendl-tubus - AMBOSS-SOP

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Defibrillationtoggle arrow icon

Automatisierter externer Defibrillator (AED) [1]

  • Beschreibung: Durch Laien bedienbare Geräte zur Analyse des Herzrhythmus mit integrierter Möglichkeit zur Schockabgabe (Defibrillation) bei Vorliegen einer defibrillierbaren Rhythmusstörung
  • Wichtige Grundsätze bei der Verwendung
    • Klebeelektroden gemäß beiliegender Anleitung anbringen
    • Sprachführung bzw. Bildschirmanweisungen folgen
    • Analyse des Herzrhythmus erfolgt alle 2 min, währenddessen bewusstlose Person nicht berühren [17]
    • Bei empfohlener Schockabgabe: Sicherstellen, dass niemand die bewusstlose Person berührt, dann Schock freigeben (Auslöseknopf)
    • Unterbrechungen der Herzdruckmassage so kurz wie möglich halten (insb. sofortige Wiederaufnahme nach Schockabgabe)
    • Anwendung auch bei Kindern ≥8 Jahre möglich [18]
    • AED-Benutzung durch Fachpersonal: Bei manchen Geräten besteht die Option zur EKG-gesteuerten, manuellen Bedienung

Die Defibrillation kann bei den Helfenden Kammerflimmern auslösen! Bei der Schockabgabe darf deswegen niemand die bewusstlose Person oder elektrisch leitfähige Teile (bspw. Beatmungsbeutel) berühren!

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