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Silikose (Bergarbeiterpneumokoniose…)

Abstract

Die Silikose ist eine wichtige Berufserkrankung der Lunge infolge anhaltender Inhalation von Quarzstaub. Von der Tatsache, dass sich dieser vermehrt in der Erdkruste befindet, lassen sich gefährdete Berufsgruppen wie beispielsweise Steinbruch- und Minenarbeiter ableiten. Klinisch kann die Erkrankung lange asymptomatisch bleiben, wenngleich radiologische Zeichen schon früh erkennbar sind. Pathognomonisch sind die sogenannten „Eierschalenhili“, sichelförmig verkalkte Lymphknoten im Lungenhilus, die neben feinnodulären, teils konfluierenden Verschattungen und retikulärer Zeichenvermehrung auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium zeigen sich ähnliche Befunde wie bei einer COPD, sodass hier die gleiche Therapie empfohlen wird. Es besteht ein erhöhtes Risiko sowohl für Tuberkulose als auch für ein Bronchialkarzinom.

Ätiologie

  • Inhalation von Quarzstaub
    • Vorkommen: Glas-, Keramik-, Metall-, Porzellan-, Steinindustrie → meldepflichtige Berufskrankheit
    • Beispiele für Berufe/Tätigkeiten mit hoher Belastung: Sandformguss, Sandstrahlarbeiten in Holzverarbeitung o.ä., Bergbau, Tunnelbau

Pathophysiologie

  1. Quarzstaub gelangt in die Atemwege
  2. Lagert sich in den Wänden der Bronchien ab → Entzündungsreaktion und Narbenbildung → Einengung der Bronchien (COPD!) und Emphysem durch Schrumpfungstendenz der Narbe
  3. Wird lymphogen abtransportiert → Verdickung der Hiluslymphknoten
  4. Gelangt in die Alveolen → Wird dort von Makrophagen phagozytiert → Makrophagen zerfallen und aktivieren Fibroblasten → Starke Entzündung mit hyalinisierender Fibrose → Verschmelzen miteinander und bilden Konglomerate und Schwielen

Symptome/Klinik

Diagnostik

  • Bildgebung: Röntgen und CT
    • Unkomplizierte Form
      • Multiple kleine Noduli symmetrisch über das gesamte Lungenparenchym verteilt, insb. in den Oberfeldern, bis in die Mittelfelder reichend; können verkalken
      • Retikulonoduläre Zeichnungsvermehrung (als Ausdruck verdickter Septen)
      • Eierschalenhili = randständige, oft sichelförmige Verkalkung der hilusnahen und mediastinalen Lymphknoten
    • Komplizierte Form
      • Auftreten sog. Konglomerattumoren
      • Ggf. Einschmelzungen der Konglomerattumoren
      • Im Verlauf ggf. Ausbildung eines Emphysems mit Bullae
  • Lungenfunktions-Untersuchung: Zeichen der Obstruktion (FEV↓) und Restriktion (Vitalkapazität↓)
  • Ggf. Lungenbiopsie

Oftmals schon radiologische Veränderungen im Frühstadium ohne klinische Symptomatik und ohne auffälligen Auskultationsbefund (ggf. Giemen und Brummen)!

Therapie

  • Entspricht Behandlung der COPD

Da keine kausale Therapie existiert, ist es besonders wichtig, die Erkrankung früh zu erkennen!

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prävention

  • Verringerung der Quarzstaubbelastung (z.B. Belüftung, Tragen von Masken)

Berufskrankheiten durch Quarzstäube

  • Als Berufskrankheiten anerkannt sind folgende durch Quarzstäube verursachte Erkrankungen:
  • Für die Anerkennung als Berufskrankheit muss eine versicherte Tätigkeit nachgewiesen und ein typischer Röntgenbefund erhoben werden.
    • Grad der Minderung der Erwerbstätigkeit richtet sich nach der Funktionseinschränkung (Bestimmung z.B. durch eine Spiroergometrie mit Blutgasanalyse)

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • J62.-: Pneumokoniose durch Quarzstaub
    • Inklusive: Silikotische Lungenfibrose (massiv)
    • Exklusive: Pneumokoniose mit Tuberkulose der Atmungsorgane (J65)
    • J62.0: Pneumokoniose durch Talkum-Staub
    • J62.8: Pneumokoniose durch sonstigen Quarzstaub
      • Silikose o.n.A.

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.