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Morbus haemorrhagicus neonatorum

Abstract

Der Morbus haemorrhagicus neonatorum bezeichnet eine erhöhte Blutungsneigung bei Neugeborenen und hat seinen Ursprung in einem Vitamin-K-Mangel, da dieser die Produktion der betreffenden (von Vitamin K abhängigen) Gerinnungsfaktoren stört. Die Erkrankung hat durch standardmäßige Vitamin-K-Substitution im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen an Inzidenz abgenommen. Neben Haut- und gastrointestinalen Blutungen sind intrakranielle Blutungen von zentraler klinischer Bedeutung – im Notfall kann eine sofortige i.v. Gabe von Vitamin K und Fresh-Frozen-Plasma (FFP) erforderlich werden.

Epidemiologie

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Vitamin-K-Mangel

Symptome/Klinik

Frühmanifestation

Spätmanifestation

  • Auftreten: 2. Woche bis 6. Lebensmonat
  • Ursache: Ggf. gestörte Resorption von Vitamin K
  • Klinik: In 50% der Fälle intrakranielle Blutungen

Diagnostik

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

  • Relevante Blutung
    • Intravenöse Gabe von Vitamin K
    • Eventuell Gabe von Fresh-Frozen-Plasma (FFP)

Prognose

Prävention

  • Prophylaxe (bei allen Neugeborenen)
    • Orale Gabe von Vitamin K (2 mg)
    • Zeitpunkt: Am Tag der Geburt (U1), am 3–10. Lebenstag (U2), in der 4. Lebenswoche (U3)
    • Bei Verdacht auf ungenügende enterale Resorption: Ggf. subkutane oder intramuskuläre Applikation

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.