And the AMBOSS-Awards 2026 go to...

Wie sieht die Medizin der Zukunft aus? Wer macht heute schon den Unterschied?

Mit den AMBOSS-Awards zeichnen wir Menschen und Projekte aus, die neue Wege gehen – mit smarten Ideen, großem Einsatz und viel Herzblut. Die Gewinnerprojekte 2026 stehen genau dafür. 

Ob spitaläquivalente Akutmedizin im eigenen Wohnzimmer, lebensrettende Notfalltrainings direkt im laufenden Schichtbetrieb oder das gemeinsame Lernen von Pflege und Medizin in virtuellen Welten: Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie Medizin neu gedacht und ganz konkret umgesetzt werden kann. 

Lasst euch inspirieren von mutigen Ideen, verantwortungsvollen Menschen und wirkungsvollen Projekten.

Die Gewinnerprojekte in drei Kategorien

Transforming Patient Care:

Spital zuhause

Das Konzept bringt die akutmedizinische Krankenhausbehandlung direkt in die vertraute Umgebung der Patient:innen – interprofessionell, zukunftsweisend und patientenorientiert.

Advanced Lifelong Learning:

Teamergency

Das innovative Trainingssystem integriert kurze, hochfrequente Notfall- und Teamtrainings direkt in den klinischen Alltag und bricht Berufsgruppenhierarchien auf.

Excellence in Nursing:

CeMIT Cologne

Mit einem bundesweit einzigartigen Virtual-Reality-Labor verankert die AG Lehre der Viszeralchirurgie (CeMIT Cologne) interprofessionelle Multiplayer-Simulationen im Pflichtcurriculum und und verbessert Pflegestandards.

Kategorie: Transforming Patient Care

Ausgezeichnet: Spital zuhause

Krankenhausbehandlung in vertrauter Umgebung

Wenn eine akute Erkrankung eine stationäre Krankenhausbehandlung erfordert, bedeutet das für viele Menschen einen tiefen Einschnitt. Das aus der Schweiz stammende Konzept von Spital zuhause, initiiert und vorangetrieben durch den Verein hospitales, möchte Patient:innen diesen Einschnitt so leicht wie möglich machen. Es ermöglicht hospitalisierungsbedürftigen Patient:innen, eine akutmedizinische Versorgung auf Krankenhausniveau in den eigenen vier Wänden oder in Institutionen wie Alters- oder Pflegeheimen zu erhalten. Notwendige Therapien, Infusionen, Sauerstoffgaben und Diagnostik (wie EKG oder Blutentnahmen) finden direkt im eigenen Zuhause statt. Betreut durch ein mobiles ärztliches und pflegerisches Team, das vor Ort agiert und bei Bedarf durch telemedizinisches Monitoring ergänzt wird, verbindet das Projekt höchste medizinische Qualität mit der Geborgenheit des vertrauten Umfelds. So wird das Zuhause zu einem realen Vorteil für den Genesungsprozess. 

In der Schweiz haben bereits verschiedene Kliniken und Netzwerke dieses Konzept erfolgreich etabliert. Die Kosten werden im Rahmen der Grundversicherung von der Krankenkasse übernommen – genau wie bei einem klassischen Krankenhausaufenthalt.

Auf dem Foto: Euryanthe Sprachta, Dr. Severin Poechtrager, Christiane Eberhardt und Malinde Hoppe

Ganzheitlicher Fokus und messbare Lebensqualität

Der Verbleib im vertrauten Umfeld fördert Selbstständigkeit und Wohlbefinden, verbessert die Schlafqualität und reduziert Risiken wie Delir, Stürze oder nosokomiale Infektionen. Gleichzeitig entlastet das Modell Kliniken, steigert die Effizienz und schafft dringend benötigte Kapazitäten im Gesundheitssystem. Unterstützt vom Migros-Pionierfonds hat hospitales ein praxiserprobtes Implementierungskonzept entwickelt, das anderen Spitälern und Gesundheitszentren die Einführung dieser Versorgungsform erleichtert.

Hinter Spital zuhause steht ein eng vernetztes, interprofessionelles Team aus Medizin und Pflege, das in selbstorganisierten Strukturen und mit klarer Verantwortungsverteilung arbeitet. Gemeinsame Visiten, strukturierte Patientenbesprechungen sowie die enge Zusammenarbeit mit Hausärzt:innen und ambulanten Diensten fördern eine lösungsorientierte Versorgungskultur.

Spital zuhause zeigt eindrucksvoll, dass moderne Akutmedizin nicht an Krankenhausmauern gebunden ist, sondern überall dort stattfinden kann, wo Menschen zu Hause sind – nachhaltig, effizient und zutiefst menschlich.

Kategorie: Advanced Lifelong Learning

Gewinnerprojekt: Teamergency

Notfalltrainings als gelebte Routine im Alltag

Im medizinischen Ernstfall entscheidet neben theoretischem Wissen vor allem die nahtlose Zusammenarbeit unter hohem Stress. Das von Mediziner:innen der Steiermärkischen Krankenanstalten (KAGes) initiierte System Teamergency schließt eine kritische Umsetzungslücke in der Notfallmedizin. Nach dem Prinzip „low dose – high frequency“ holt das System evidenzbasierte Trainings aus den Simulationszentren direkt an den eigentlichen Arbeitsplatz. 

In maximal 30-minütigen Einheiten üben multiprofessionelle Teams direkt während der Arbeitszeit, mit dem eigenen Equipment und im gewohnten Umfeld. Lebensrettende Algorithmen und Handgriffe werden so zu einer verlässlichen Routine, die im Ernstfall angstfrei und sicher abgerufen werden kann.

Auf dem Foto: Carina Grubbauer, Christine Moisi, Dr. med. Bernhard Kowalski, Dr. med. Leonie Rederer und Dr. med. Nikolaus Rederer

Evidenzbasierter Impact und messbarer Kulturwandel

Die wissenschaftlich begleitete Pilotphase zeigt deutliche Effekte: mehr Sicherheit im Notfall, bessere Teamkommunikation und höhere Arbeitszufriedenheit. Durch die kurzen, hocheffizienten Einheiten lässt sich das Training ohne Beeinträchtigung des laufenden Tagesbetriebs realisieren. Über die Teamergency Academy und eine strukturierte Toolbox mit Leitfäden und Lehrvideos ist das System zudem beliebig skalierbar und nachhaltig in der Organisation verankert. In zentralen Notaufnahmen führten die Simulationen bereits zu konkreten Systemverbesserungen wie optimierten Transportwegen und geschärften Team-Checks im Schockraum.

Das Besondere an Teamergency ist die konsequente Multiprofessionalität des Konzepts. Reine Berufsgruppentrainings gibt es nicht, da Notfallsicherheit nur im gemeinsamen Zusammenspiel an den Schnittstellen entsteht. Neben medizinischen Szenarien fördern spezielle Team-Challenges Kommunikation, Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis. Teamergency sorgt durch diesen psychologisch sicheren Lernraum dafür, dass Fehler als wertvolle Lernchancen gesehen werden, und stärkt sowohl Teamwork als auch das gegenseitige Verständnis im Klinikalltag nachhaltig.

Kategorie: Excellence in Nursing

Ausgezeichnet: CeMIT Cologne (AG Lehre der Viszeralchirurgie Köln)

Ein zukunftsweisendes Fundament für die moderne Ausbildung

In der modernen Intensiv- und Akutpflege braucht es innovative Wege, um wissenschaftliche Evidenz und praktisches Handeln nahtlos miteinander zu verknüpfen. Das Center for Medical Innovation & Technology, kurz CeMIT Cologne, an der Uniklinik Köln setzt hierbei völlig neue Maßstäbe. Gegründet von engagierten Mediziner:innen der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Tumor- und Transplantationschirurgie verbindet das Projekt modernste Extended-Reality-Technologien mit der pflegerischen und medizinischen Praxis. Im Zentrum steht eines der bundesweit größten Virtual-Reality-Labore, das als Brücke zwischen Forschung, Lehre und dem unmittelbaren klinischen Alltag fungiert und pflegerische Exzellenz dorthin bringt, wo sie am meisten gebraucht wird.

Auf dem Foto: Silas Fuchs, Joachim Perschbacher, Alaa al khouam, Priv.-Doz. Dr. med. Rabi Raj Datta,, Sarah Hermanns und Martina Weidler

Interprofessionelle Multiplayer-Simulationen im Pflichtcurriculum

Das CeMIT hat ein curricular verankertes Trainingsprogramm etabliert, das die Ausbildung in der Pflege und Hebammenwissenschaft sowie das Medizinstudium grundlegend erweitert. Studierende und Pflegefachpersonen nutzen virtuelle Räume, um komplexe anatomische Strukturen, geburtsmechanische Prozesse oder kritische Notfallszenarien sowohl in Schockräumen als auch auf Normalstationen plastisch zu erleben. Das Training in einem geschützten Raum stärkt die Handlungssicherheit und erleichtert den Transfer in den klinischen Alltag – mit direktem Nutzen für die Versorgungsqualität.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Ausbildung von Pflegeschüler:innen und Medizinstudierenden. In verpflichtenden Multiplayer-Simulationen trainieren sie Kommunikation, Entscheidungsfindung und Teamarbeit in realitätsnahen Notfallszenarien. Das strukturierte, interdisziplinäre Debriefing im Anschluss bricht alte Rollenbilder auf und fördert das gegenseitige Verständnis. So wird die Pflege von Anfang an als gleichwertiger Motor der klinischen Entwicklung positioniert und eine neue, wertschätzende Kommunikationskultur im Krankenhaus verankert.

Zukunftsorientierter Wandel und gelebte Solidarität

Hinter jedem Projekt steht die Überzeugung, dass gute Medizin mehr ist als Fachwissen: Sie ist Zusammenarbeit, Kreativität und Einstehen füreinander.

Wir bei AMBOSS sind enorm stolz, mit den AMBOSS-Awards zukunftsorientierte und in hohem Maße altruistische Projekte auszeichnen zu dürfen. Vielen Dank an alle Gewinner:innen und natürlich auch vielen Dank an alle anderen Einreichungen zu den AMBOSS-Awards 2026. Das Engagement und die Leidenschaft, mit der ihr euch für die Medizin einsetzt, haben uns einmal mehr begeistert. Mit Menschen wie euch kann die Zukunft kommen – zusammen bekommen wir das hin! Ihr seid grandios!

Die AMBOSS-Awards sind pro Kategorie mit 3.000 Euro dotiert und würdigen erstklassige ärztliche, pflegerische und weitere medizinische Initiativen in Klinik und Praxis. Am 12. Juli 2026 gibt der AMBOSS-Podcast ausführliche Einblicke in die Arbeit der Gewinner:innen.