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Spondylolisthese

Letzte Aktualisierung: 27.4.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Das Wirbelgleiten ist eine erworbene Erkrankung, bei der durch einen Spalt in den Wirbelbögen (Spondylolyse) der Wirbelkörper samt kranial liegender Wirbelsäule nach vorne (Anterolisthesis) oder selten hinten (Retrolisthesis) gleitet. Ursächlich sind neben genetischen Faktoren eine chronische Belastung junger Menschen im Hohlkreuz wie beispielsweise Kunstturnen. Von der Erkrankung sind zwar 6% der westlichen Bevölkerung betroffen, jedoch bleiben diese meist beschwerdefrei. Ein symptomatisches Wirbelgleiten manifestiert sich durch belastungsabhängige Rückenschmerzen in der hauptsächlich involvierten Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in Gesäß und Oberschenkel. Die Diagnose gelingt durch radiologische Bildgebung, wobei das Ausmaß der Wirbelkörperverschiebung in fünf Graden nach Meyerding eingeteilt wird. Bei Progredienz des Wirbelgleitens kann der Wirbelkörper nach vorne abkippen (Spondyloptose). In der Regel sind physiotherapeutische Behandlung und Verlaufskontrollen ausreichend, neurologische Ausfallerscheinungen stellen aber eine Operationsindikation dar.

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Häufige Erkrankung (6% der westlichen Bevölkerung)
  • Geschlecht: >
  • Alter: Häufigkeitsgipfel 12.–17. Lebensjahr

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

  • Genetische Prädisposition, jedoch bei Geburt nie manifest
  • Starke körperliche Beanspruchung in Hyperlordose (im Hohlkreuz) in der Kindheit
    • Kunstturnen
    • Delphinschwimmen
    • Speerwerfen
    • Gewichtheben
  • Traumatisch
  • Degenerative Veränderungen
  • Spondylolyse
  • Dysplasie der Wirbelbogengelenke
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Klassifikationtoggle arrow icon

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Symptomatiktoggle arrow icon

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Stadientoggle arrow icon

  • Einteilung in fünf Grade nach Meyerding
    • Der untere/kaudale Wirbelkörper wird hierbei in Viertel unterteilt
    • Je nachdem wie weit der kranial gelegene Wirbelkörper nach ventral gleitet, ergibt sich daraus der Meyerding-Grad

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Diagnostiktoggle arrow icon

  • Hauptlokalisation
  • Klinische Untersuchung
    • Sprungschanzenphänomen
    • Hüftlendenstrecksteife
    • Schiebegang: Bei Hüftlendenstrecksteife kann das Bein in der Schwungphase nicht gebeugt werden, sodass der Patient das gesamte Becken nach vorne schiebt
  • Konventionelles Röntgen
    • Meist Zufallsbefund
    • Spondylolyse: 45° Schrägaufnahme mit Hündchenfigur. Dabei sieht man die Bruchlinie des Wirbelbogens als Halsband der Hündchenfigur.
    • Spondylolisthesis: Seitliche Aufnahme mit Einteilung der Wirbelkörperverschiebung nach Meyerding
    • Spondyloptose: anterior-posterior Aufnahme mit Bild des umgekehrten Gendarmenhuts oder Napoleonhuts

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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Therapietoggle arrow icon

  • In erster Linie konservativ
  • Operativ
    • Indikation
      • Hochgradige Spondylolisthesis (Meyerding-Grad 3 oder 4) oder Spondyloptose
      • Neurologisches Defizit
      • Schmerzen über 6 Monate, die unter einer konservativen Therapie nicht in den Griff zu bekommen sind
      • Progress des Wirbelgleitens
      • Unreifes Skelett mit Spondylolisthesis >30-50%
    • Mögliche Operationsverfahren
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Prognosetoggle arrow icon

  • Prognose ist abhängig vom Meyerding-Stadium und der klinischen Symptomatik
  • Ab Meyerding-Grad 3 oder höher ist die Prognose etwas schlechter als bei milder Spondylolisthesis
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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Lokalisation der Wirbelsäulenbeteiligung

  • 0 Mehrere Lokalisationen der Wirbelsäule
  • 1 Okzipito-Atlanto-Axialbereich
  • 2 Zervikalbereich
  • 3 Zervikothorakalbereich
  • 4 Thorakalbereich
  • 5 Thorakolumbalbereich
  • 6 Lumbalbereich
  • 7 Lumbosakralbereich
  • 8 Sakral- und Sakrokokzygealbereich
  • 9 Nicht näher bezeichnete Lokalisation

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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