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Rotatorenmanschettenruptur

Letzte Aktualisierung: 20.4.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Rotatorenmanschette umfasst die Sehnen des M. supraspinatus (SSP), M. subscapularis (SSC), M. infraspinatus (ISP) und M. teres minor. Bei einer Rotatorenmanschettenruptur (RMR) wird eine Partialruptur von einer Komplettruptur unterschieden. Letztere führt zu einer direkten Verbindung zwischen dem Gelenk und dem Subakromialraum. Bei einer Komplettruptur von mehr als 2 Sehnen spricht man von einer Massenruptur. Die Ursache kann sowohl intrinsisch (Sehnendegeneration) als auch extrinsisch (Traumata) sein. Die klinische Untersuchung mit Funktionstests wird durch eine Bildgebung unterstützt (meist MRT oder Sonografie). Degenerative Läsionen werden i.d.R. zunächst konservativ mit Physiotherapie und ggf. NSAIDs therapiert. Bei einem Versagen der konservativen Therapie kann eine operative Versorgung notwendig sein. Akute (traumatische) Läsionen werden dagegen meist möglichst zeitnah operativ rekonstruiert.

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Ätiologietoggle arrow icon

  • Degenerativ
  • Traumatisch
    • Wiederholte Mikrotraumata bei internen Impingementformen: Ein hakenförmiges Acromion (Bigliani Typ III) erhöht deutlich das Risiko sowohl für ein Impingement-Syndrom als auch für eine Rotatorenmanschettenruptur [1]
    • Unfallbedingte Traumata
      • Forcierte Außen- oder Innenrotation beim Versuch sich im Stürzen festzuhalten
      • Passiver Zug nach kaudal, bspw. durch Auffangen eines schweren Gegenstandes
      • Axiale Stauchung, bspw. bei Sturz auf den nach hinten ausgestreckten Arm
    • Schulterluxationen
  • Entzündlich
    • Komplikation des Rotatorenmanschettensyndroms
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Klassifikationtoggle arrow icon

Klassifikation der Subscapularis-Rupturen nach Fox und Romeo (2003) [2]

Klassifikation der Subscapularis-Rupturen nach Fox und Romeo
Typ Beschreibung
I
  • Partialruptur
  • Sehne intakt
II
  • Vollständige Ruptur der oberen 25% der Sehne
  • Rest der Sehne intakt
III
  • Vollständige Ruptur der oberen 50% der Sehne
  • Rest der Sehne intakt
IV
  • Vollständige Ruptur der Sehne

Klassifikation der Supraspinatus-Rupturen [2]

Vollständige Rupturen nach Bayne und Bateman (1920)

Klassifikation der Supraspinatus-Rupturen nach Bayne und Bateman
Grad Beschreibung
I Länge der Ruptur <1 cm
II Länge der Ruptur: 1–3 cm
III Länge der Ruptur: 3–5 cm
IV Länge der Ruptur >5 cm

Partielle und vollständige Rupturen nach Snyder (1994)

Klassifikation der Supraspinatus-Rupturen nach Snyder
Lage der Ruptur

Größe der Ruptur

Klasse A Artikularseitig Grad 0 Rotatorenmanschette intakt
Klasse B Bursaseitig Grad I <1 cm
Klasse C Vollständige Ruptur Grad II 1 cm
Grad III 1–3 cm
Grad IV >3 cm
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Symptomatiktoggle arrow icon

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Diagnostiktoggle arrow icon

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Therapietoggle arrow icon

Überblick

  • Degenerative Ruptur: Insb. bei alten, inaktiven Patienten → Konservative Therapie
  • Akute Ruptur: Insb. bei jungen Patienten → Operative Rekonstruktion der Rotatorenmanschette
    • Ansatznahe Defekte: Sehnenrefixation über transossäre Nähte oder Knochenanker
    • Defekte im Verlauf der Sehne: Seit-zu-Seit-Naht der Sehne
    • Postoperativ: Armlagerung in Abduktionsstellung über 6 Wochen zur Entlastung der Nahtzonen und Dehnung der Gelenkkapsel

Indikationen – Operativ vs. konservativ

  • Asymptomatische Patienten: Ausschließlich konservatives Prozedere
  • Symptomatische Patienten
    • Degenerative Läsionen
      • Konservatives Prozedere anstreben
      • Bei Versagen der Maßnahmen bzw. Zunahme der klinischen Symptomatik (z.B. Schmerz, eingeschränkte Funktion, subjektive Leidzunahme): Operative Therapie mit dem Patienten evaluieren
    • Akute Läsionen: Zeitnahe Operation

Konservative Therapie

Operative Therapie

Zugangswege

  • Arthroskopischer Zugang
  • Arthroskopisch-offener Zugang („Mini-Open“)
    • Diagnostische Arthroskopie und ggf. arthroskopische Dekompression
    • Bei Nachweis einer Ruptur: Übergang zu offenem Verfahren zur Naht der Rotatorenmanschette
  • Offener Zugang

Die Langzeitergebnisse geben keine Präferenz zu einem der Verfahren. Die Entscheidung, welches Verfahren angestrebt wird, sollte mit dem Patienten gemeinsam erörtert werden.

Operative Maßnahmen

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Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Nachsorgetoggle arrow icon

Nachbehandlungsschema bei operativer Rotatorenmanschettenrekonstruktion [4]

Folgende Nachbehandlungsvorschläge basieren auf den Empfehlungen der DGOU (Stand 2019) [4]. Diese Schemata sind jedoch an den individuellen Heilungsverlauf anzupassen und sollten grundsätzlich auch unter Berücksichtigung von Maßgaben des Operateurs und/oder klinikinternen Standards erfolgen.

Für das allgemeine postoperative stationäre Management inkl. durchzuführender ärztlicher Verlaufskontrollen sowie für Empfehlungen zur Schmerztherapie und Thromboseprophylaxe siehe: Nachsorge in der Orthopädie und Unfallchirurgie.

Phase 1 – Ziel: Wundheilung, Abschwellung und passive Beweglichkeit

Phase 2 – Ziel: Aktive Beweglichkeit und Reintegration in den Alltag

  • Woche 7–12 postoperativ: Belastungsstabilität
    • Phase des Remodelings und der Sehnenheilung
    • Assistives und aktives Bewegen frei in alle Richtungen
    • Individuelle langsame Belastungssteigerung bis zur Vollbelastung unter Alltagsbedingungen
    • Ausdauer- und Koordinationstraining

Phase 3 – Ziel: Volle Belastbarkeit

  • Ab 13. Woche postoperativ: Übergang zur Trainingsstabilität
    • Bewegung und Belastung ohne Limit
    • Funktionstraining, sowie Rehasport und -nachsorge
  • Ab 6. Monat postoperativ

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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