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Thyreoiditis de Quervain (De-Quervain-Thyreoiditis…)

Abstract

Bei der Thyreoiditis de Quervain handelt es sich um eine typischerweise subakut verlaufende, granulomatöse Entzündung der Schilddrüse unklarer Ätiologie, die gehäuft nach viralen Atemwegsinfektionen auftritt. Die Patienten (meist Frauen) klagen über Abgeschlagenheit und Fieber, häufig in Kombination mit Druckschmerzhaftigkeit der Schilddrüse. In der Anfangsphase können aus dem zerstörten Schilddrüsengewebe vermehrt Schilddrüsenhormone freigesetzt werden, im Verlauf kommt es dann aber zur Hypo- oder Euthyreose. Die Verdachtsdiagnose wird durch die Kombination aus charakteristischer Symptomatik, Laborchemie und Sonographie gestellt. Eine symptomatische Therapie mit NSAR ist bei einer Spontanheilungsrate von ca. 80% in der Regel ausreichend. Bei Persistenz der Symptome kann eine Glucocorticoid-Therapie eingeleitet werden.

Epidemiologie

  • Geschlecht: > (5:1), Häufigkeitsgipfel in der 3.–5. Lebensdekade
  • Inzidenz 4,9/100.000 Einwohner/Jahr [1]

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

  • Genaue Ätiologie unklar
  • Genetische Disposition (Großteil der Patienten HLA-B 35 positiv)
  • Gehäuftes Auftreten nach Virusinfektionen der Luftwege

Symptome/Klinik

  • Allgemeinsymptome
    • Abgeschlagenheit, Fieber
    • Selten Arthralgien, Myalgien
  • Häufig Druckschmerzhaftigkeit und Schwellung der Schilddrüse
    • Bei ⅔ der Patienten einseitiger Schmerz
    • Ausstrahlen bis zum Kiefer oder Ohr möglich
  • Passagere Hyperthyreose mit entsprechender Symptomatik möglich , siehe auch: Klinik der Hyperthyreose

Diagnostik

  • Sicherung der Diagnose
    • Typische klinische Symptomatik
    • Schilddrüsen-Sonographie
      • Echoarm mit teils landkartenähnlich konfluierenden Arealen, keine vermehrte Durchblutung
    • Klinische Chemie
      • BSG massiv erhöht, CRP↑ bei normaler Leukozytenzahl
      • Schilddrüsenstoffwechsel
        • Zu Beginn häufig passagere Hyperthyreose
        • Im Anschluss Hypothyreose möglich
        • Nach 6–12 Monaten wird in den meisten Fällen wieder eine Euthyreose erreicht
        • Erhöhung der TPO- und Tg-Antikörper möglich
  • Optionale Zusatzdiagnostik
    • Szintigramm: Stark verminderte Radionuklidaufnahme
    • Histologie: Granulomatöse Thyreoiditis im Feinnadelpunktat

Differentialdiagnosen

Die hier aufgeführten Differentialdiagnosen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

In 80% der Fälle kommt es zur Spontanheilung!

Medikamentös [1]

Keine Thyreostatika-Gabe!

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2018

  • E06.-: Thyreoiditis
    • Exklusive: Postpartale Thyreoiditis (O90.5)
    • E06.1: Subakute Thyreoiditis

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2018, DIMDI.